Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Die Werkhof-Chefs sind jetzt auch Sozialarbeiter

Münsterlingen, Langrickenbach, Kesswil, Bottighofen und Güttingen haben das Arbeitsintegrationsprogramm «iistieg» auf die Beine gestellt. Die Leiter der Werkhöfe setzen Asylbewerber und Sozialhilfeempfänger ein. Profitieren können beide Seiten.
Urs Brüschweiler
Sie stemmen das Programm «iistieg»: Thomas Zimmermann (Werkhof Kesswil), Fritz Beurer (Werkhof Langrickenbach), Reto Herensperger (Werkhof Münsterlingen), Niklaus Gantenbein (Werkhof Bottighofen), Nadine Mensch (Koordinatorin Soziale Dienste am See) und Bruno Eugster (Werkhof Güttingen). (Bild: Donato Caspari)

Sie stemmen das Programm «iistieg»: Thomas Zimmermann (Werkhof Kesswil), Fritz Beurer (Werkhof Langrickenbach), Reto Herensperger (Werkhof Münsterlingen), Niklaus Gantenbein (Werkhof Bottighofen), Nadine Mensch (Koordinatorin Soziale Dienste am See) und Bruno Eugster (Werkhof Güttingen). (Bild: Donato Caspari)

«Wichtig ist, dass man ihnen eine gute und klare Anleitung gibt», erzählt Bruno Eugster. Mit den anderen Werkhofchefs aus Langrickenbach, Kesswil, Münsterlingen und Bottighofen tauscht der Güttinger Verantwortliche Erfahrungen aus. Die Kommunikation mit den Programmteilnehmern stellt sich hie und da als Herausforderung dar. Die Werkhofleiter diskutieren über Arbeitseinsätze von Sozialhilfeempfängern und Asylbewerbern. Die fünf Gemeinden haben im Januar ein gemeinsames Arbeitsintegrationsprogramm gestartet. «iistieg» heisst es und wurde im Rahmen der Zusammenlegung der Sozialen Dienste in ein gemeinsames Kompetenzzentrum Soziale Dienste See (KSDS) aufgegleist. Und es wird auch von dieser Stelle koordiniert.

«Momentan sind es fünf bis acht Personen über die fünf Gemeinden», sagt Astrid Strohmeier, Leiterin des KSDS. Eher eine ruhige Phase. Das Sozialamt kann ihre Klienten zur Teilnahme am Programm verpflichten. Man will den Menschen den Wieder- oder Ersteinstieg in die Arbeitswelt erleichtern und ihnen helfen, eine geregelte Tagesstruktur aufzubauen. Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Pflichtbewusstsein sollen gefördert werden.

Dort im Einsatz, wo gerade etwas anfällt

Nadine Mensch koordiniert die Einsätze bei den fünf Werkhöfen. «Wir erstellen immer für die folgende Woche eine Liste mit anstehenden Aufgaben», erklärt sie. Beachten müsse man natürlich die Wege, die Programmteilnehmer müssten ja auch zu ihrem Einsatzort gelangen können. Die Werkhofchefs finden das Programm eine gute Sache. Sie sind motiviert und nehmen auch ihre integrative Aufgabe ernst. Das grösste Problem sei manchmal die Verständigung, berichtet Thomas Zimmermann aus Kesswil. Er hat seit einigen Monaten einen Flüchtling zugeteilt, der ihm einfache Arbeiten abnimmt. «Er entlastet mich spürbar.» Ein Töffli habe der Asylbewerber jetzt erhalten für seine Abfalltour und aus Münsterlingen gab es dazu einen Anhänger. «So nutzen wir auch Synergien im materiellen Bereich», sagt der Münsterlinger Leiter Reto Herensperger. Er berichtet von einer erfolgreichen Aufräumaktion. «In 150 Mannstunden haben wir 40 Kubikmeter Äste und Laub und sehr viel Müll aus dem Landschlachter Tobelbach geholt.» Dafür hätte der Werkhof alleine die Kapazitäten gar nicht aufgebracht. «Es geht einfach ringer, wenn man mehr ist.»

Vorher: Der Tobelbach in Landschlacht wurde etwas vernachlässigt. (Bild: PD)
Nachher: Die Teilnehmer des Programms «iistieg» haben aufgeräumt. (Bild: PD)
2 Bilder

Tobelbach Bildergalerie

Immer zu Gunsten der Allgemeinheit

Kübel leeren, tränken auf dem Friedhof, rasenmähen, öffentliche WCs reinigen, Strassenränder jäten sind typische Aufgaben im Programm «iistieg.» Beim Vita-Parcours konnten die Teilnehmer auch schon helfen, ein Fitnessgerät zu reparieren. In Frage kommen Arbeiten, die der Öffentlichkeit zu Gute kommen und nicht gefährlich sind. Der Bottighofer Werkhofleiter Niklaus Gantenbein findet es gut, dass die Bevölkerung sieht, wenn die Leistungsempfänger der Gesellschaft etwas zurückgeben. Deshalb trügen die Teilnehmer auch gelbe Westen im Einsatz. «Und, dass man merkt, dass es nicht die Werkhofmitarbeiter sind, wenn mal einer nur herumsteht», fügt er lachend hinzu.

«Es ist auch gut, wenn die Bevölkerung sieht, dass die Leistungsempfänger der Gesellschaft mit ihrer Arbeit etwas zurückgeben.» - Niklaus Gantenbein, Leiter Werkhof Bottighofen

Den zusätzlichen Betreuungsaufwand nehmen die Werkhofschefs gerne auf sich, denn die meisten Teilnehmer seien motiviert und machten gern mit. Drei Franken pro Stunde als sogenannte Integrationszulage erhalten diese überdies. Bezahlt wird sie von der Gemeinde, die den Nutzen der Arbeit hat.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.