In Istighofen macht Marlise Blaser Kleider für Häuser

Marlise Blaser hat ihr Elementwerk in den vergangenen elf Jahren kontinuierlich ausgebaut. Die Geschäftsinhaberin beschäftigt heute 26 Personen und produziert Fassaden und weitere Elemente aus Beton.

Mario Testa
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Marlise Blaser in der Produktionshalle ihres Elementwerks. (Bild: Reto Martin)

Marlise Blaser in der Produktionshalle ihres Elementwerks. (Bild: Reto Martin)

«Beton mag kalt wirken, ist er aber nicht. Beton hat immer ein Leben – im Gegensatz zu einer weiss gestrichenen Wand», sagt Marlise Blaser. Die gelernte Tiefbauzeichnerin und studierte Bauingenieurin ist Inhaberin und Geschäftsführerin des Elementwerks Istighofen. «Zum Elementwerk kam ich 2002, als Creabeton und Huser & Peyer, die das Werk von der ursprünglichen Besitzerin Zürcher Ziegeleien abkauften, eine Geschäftsleitung suchten», sagt Blaser. Sie habe sich beworben und kam so in den Thurgau. «Ivo Huser hat es damals spannend gefunden, eine Frau als Geschäftsleiterin», sagt sie. Fünf Jahre später übernahm Blaser das Unternehmen.

Die 51-jährige verheiratete Bernerin wohnt mittlerweile in Ottoberg. «Als Bernerin im Thurgau akzeptiert zu werden, geht tipptopp – umgekehrt wär’s wohl nicht ganz so einfach», sagt sie und lacht. Auch als Frau in der Baubranche angenommen zu werden, sei für sie kein Problem gewesen. «Im Bau muss man sich immer durchsetzen, egal ob als Mann oder als Frau. Wenn man kompetent ist, wird man schnell akzeptiert.» Dass sie heute tagtäglich mit Beton zu tun hat, hätte sie zu Zeiten als Bauführerin in Zürich nicht vermutet. «Wir waren im Bereich Lärmschutzwände tätig. Von Betonelementen wusste ich nur, dass es sie gibt.»

Jedes Element ist eine kundenspezifische Lösung

Heute gibt es kaum etwas, was Blaser nicht über Betonelemente weiss. Eine ihrer Spezialitäten sind Fassadenelemente. «Wir stellen das Kleid des Gebäudes her. Mit Beton kann man fast alles machen», sagt sie. Beispiele für solche nicht-alltäglichen Gebäudeverkleidungen sind das Fust-Hochhaus in Kreuzlingen oder der Neubau des Kantonsspital Münsterlingen. «Wir haben keine Lagerprodukte. Bei uns ist jeder Auftrag auf den Kunden abgestimmt, jedes Mal sind neue Lösungen gefragt, jeder Auftrag ist anders. Das sind Herausforderungen, die mich reizen», sagt sie. Den Beton mischt das Elementwerk selbst. «Wir kaufen Kies und Zement in der Region, dazu kommt noch etwas Bauchemie. Die Rezepte entwickeln wir selbst, und die bleiben geheim.»

Auf ihr Team, zu dem viele langjährige Mitarbeitende zählen, ist Marlise Blaser stolz. «Es muss Wertschätzung da sein. Wir in den Büros planen, aber das Endprodukt machen die Mitarbeiter in der Produktion in anspruchsvoller Handarbeit.»