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Romanshorn: Gesine Knuth macht Geschichte im Museum erlebbar

Seit einiger Zeit bietet Gesine Knuth im Museum am Hafen Mitmachaktionen und Workshops an. Im Gespräch schildert sie ihre bisherigen Erfahrungen und erzählt von neuen Ideen. Das Potenzial sei riesig.
Markus Bösch
Gesine Knuth bietet im Museum am Hafen neue Zugänge zur Geschichte an. (Bild: PD)

Gesine Knuth bietet im Museum am Hafen neue Zugänge zur Geschichte an. (Bild: PD)

Frau Knuth, was haben Sie bis jetzt im Museum am Hafen angeboten?

Museumstage, eine Workshop-Reihe mit historischen «Erfindungen, die die Welt veränderten», und verschiedene Mitmach-Aktionen für jedes Alter.

Was muss man sich darunter vorstellen?

Es gab Gas-Experimente mit Wasserdampf, flüssigem Stickstoff und Trockeneis. Kinder konnten in einem Workshop im Vorfeld zur Lädinen-Erlebnisfahrt Piratenzubehör bauen sowie im Ferienpass Geheimschriften und -tinten sowie die historische Ur-Eisengallus-Tinte und das Schreiben mit Vogelfedern probieren, ein Kinderleben um 1900 kennen lernen und ein eigenes zeitgemässes Fotoalbum basteln. Anlässlich des Live-Tauchgangs im historischen Helm-Taucheranzug bauten Kinder einen Kartesischen Taucher. Und jüngst im Mai extrahierten 30 interessierte Teilnehmende das duftende Öl aus Zitrusschalen - anlässlich der Industriegeschichte-Sonderausstellung mit der Firma Zeller als Nutzer von Pflanzenextrakten.

Welche Erfahrungen haben Sie bis jetzt gemacht?

Es gibt grosses Interesse an Geschichte. Eine weitere Erkenntnis: Erwachsene und Kinder finden die gleichen Dinge spannend. Alle besitzen grosses Wissen und der Austausch und der Kontakt über früher, heute und morgen ist unheimlich spannend und bereichernd.

Was bieten Sie diesen Sommer noch an?

Am 19. August stehen verschiedene natürliche Zutaten für selbst gemachte Glace bereit. Die Besucher können unter Nebelschwaden und bei -196 Grad Celsius mit flüssigem Stickstoff selbst ein erfrischendes Rahm-Eis rühren. Oder einfach zuschauen. Neu gibt es zudem öffentliche Führungen im Museum.

Welche Ideen schweben Ihnen für die Zukunft vor?

Wir haben viele Pläne, auf die sich die Besucher freuen können. Wir planen zum Beispiel neue Touren und Rundgänge: Kleine und grosse Besucher sollen selbst kleine Pirschgänge unternehmen können – spannend wie ein Game oder ein Ausflug an der Seite eines Romanhelden – mit Rätseln, unglaublichen Geschichten, Geräuschen und Bildern. Eine App in Kooperation mit der Firma Mirabit soll dabei zum Einsatz kommen.

Und wie sieht es mit der Dauerausstellung aus?

Wir gestalten sie aktuell neu. Und möchten gern regelmässig auch Schätze aus unserem Archiv zeigen, eventuell mit einem Exponat des Monats, so dass es immer etwas Neues zu entdecken gibt.

Sie sehen noch viel Potenzial im Museum?

Das Potenzial ist riesig: Im Museum am Hafen wird die grosse Weltgeschichte im Lokalen ganz konkret und greifbar. Speziell die spannende Zeit der damals atemberaubenden neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse und Erfindungen um 1850 und 1900 mit Weltausstellungen, Dampfmaschine, Bahnverbindungen und Dampfschiffen, dem Trajekt, aber auch die Bodenseevermessungen 1893 vs. 2014/15 oder der Einzug von Gasherd, WC oder fliessendem Wasser. Die Industrialisierung und Wirtschaftsgeschichte aus dem Geschichtsbuch kann man hier im wahrsten Sinn des Wortes anfassen – denn anders als in vielen anderen Museen ist hier das meiste nicht hinter Glas, was das Museum in meinen Augen speziell macht. Die aufregende Geschichte der Region spiegelt sich auch in der grossen Vielzahl kleiner Museen rundherum. Eine Kooperation oder ein gemeinsamer Pfad durch diese Museen sieht man doch quasi vor sich beziehungsweise wäre doch fast ein Muss…?

Was machen sie beruflich?

Nach Geschichtsstudium, Kameratechnikausbildung, sieben Jahren Besucherbetreuung, Workshops und Science-Shows im Technorama sowie Führungen und Workshops im Zeppelin- und Dorniermuseum und einer didaktischen Weiterbildung unterrichte ich nun seit knapp drei Jahren Deutsch für Erwachsene in Winterthur. Meine Leidenschaft für Geschichte darf ich nun dank der Konzeptgruppe hier im Museum mit anderen Interessierten ausleben.

Wie sind Sie auf das Romanshorner Museum aufmerksam geworden?

Ich hatte das Museum schon gegoogelt, da ich in Kürze mit meinem Partner nach Romanshorn ziehen wollte, als ich Otto Bauer im Technorama begegnete. Er war auf der Suche nach historischen Exponaten für das Museum, wir kamen ins Gespräch und unterhielten uns sofort angeregt über Romanshorn. Er lud mich ein, zu schnuppern, und die Konzeptgruppe nahm mich freundlich auf und liess mich meine Ideen direkt umsetzen, was ich immer noch kaum glauben kann und wofür ich sehr dankbar bin.

Markus Bösch

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