Näh-Sets aus gebrauchten Autogurten: Die Manufaktur Zaugg aus Bürglen hilft, die Langeweile zu vertreiben

Antonella Zaugg bietet Näh-Sets aus gebrauchten Autogurten an. Das Angebot, welches bislang nur für Schulen erhältlich war, gibt es nun auch für Daheim gebliebene auf der Suche nach Zerstreuung.

Chiara Arba
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Antonella und Markus Zaugg in ihrer Manufaktur, wo sie aus gebrauchten Autogurten Neues herstellen.

Antonella und Markus Zaugg in ihrer Manufaktur, wo sie aus gebrauchten Autogurten Neues herstellen.

¨(Bild: Anna Hug, 2015)

Während der Coronazeit eine neue Beschäftigung für sich oder die Familie zu suchen, ist schwer. Vor allem wenn man lieber zu Hause bleiben will, kann einem die Decke schnell auf den Kopf fallen. Die Manufaktur Zaugg aus Bürglen bietet Abwechslung. Seit letztem Sommer hat sie Näh-Sets auf dem Markt, mit denen man aus gebrauchten Autogurten diverse Etuis nähen kann.

Unter den acht verschiedenen Varianten kann eine ausgewählt werden. Enthalten sind recycelte Autogurte, Reissverschlüsse und eine Anleitung die mit Bildern und Text erklärt, was zu tun ist. Die Fäden und das Werkzeug, wie zum Beispiel eine Nähmaschine, muss selbst organisiert werden.

Etwas Neues lernen

Anfangs waren diese Sets nur für Schulen und Vereine gedacht. Manufaktur-Inhaberin Antonella Zaugg hat nun aber beschlossen, während der Corona Zeit das Produkt für alle anzubieten, als interessante Beschäftigungsmöglichkeit und eventuell, um etwas Neues auszuprobieren.

«Ich könnte mir vorstellen, dass es sich gut für Homeschooling eignet. Auch viele Hausfrauen hätten wohl sicher Freude, sich so beschäftigen zu können.»

Jugendliche könnten mit diesem Angebot animiert werden, wieder mehr mit den Händen zu arbeiten. «Ich hab das schon bei Ferienpassteilnehmern und Nachbarskindern erlebt, dass sie plötzlich entdeckten, wie interessant Nähen doch sein kann.» Das Näh-Set kann online bestellt werden. «Auch von der Heimlieferung können die Kunden profitieren.»

In Weinfelden ist das Stricken angesagt

Regula Schmid, Inhaberin des Wollrings in Weinfelden.

Regula Schmid, Inhaberin des Wollrings in Weinfelden.

(Bild: Reto Martin)

Auch der Wollring in Weinfelden, geführt von Regula Schmid, versucht für ihre Kunden das Bestmögliche zu bieten. «Etwas Neues haben wir nicht im Angebot. Aber wird versuchen alle Wege zu öffnen, um bei uns zu bestellen, sei es nur schon mit einem Zettel an der Ladentür», sagt die Wollexpertin. Auch sie versendet anschliessend die Ware, abgeholt werden kann sie im Laden nicht mehr.

«Ich habe es auch schon jemandem persönlich nach Hause geliefert»

Von Neukunden, die aus Langeweile angefangen haben mit Lismen als neue Beschäftigung, fehle jedoch noch jede Spur, sagt Regula Schmid. Bis jetzt bestellten wie vorwiegend ihre Stammkunden, die vorher immer in den geöffneten Laden kamen.