Sicherheitsproblem
Die Stadt Weinfelden schickt zusätzliche Patrouillen an den Bahnhof

Nach einem erneuten Raubüberfall zieht der Stadtrat die Schraube an. In seiner Sitzung vom Dienstagabend hat er beschlossen, mehr Sicherheitspersonal am Bahnhof patrouillieren zu lassen. Dazu fordert er auch von der SBB weitere, harte Massnahmen.

Mario Testa
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Auch bei Kälte und Nebel halten sich am Bahnhof Weinfelden abends jeweils viele Gruppierungen auf. Passanten haben Angst.

Auch bei Kälte und Nebel halten sich am Bahnhof Weinfelden abends jeweils viele Gruppierungen auf. Passanten haben Angst.

Bild: Mario Testa

«Es ist ein leidiges Thema, dass die Politik nichts macht und der schwarze Peter zwischen Stadt und SBB hin und her geschoben wird. Die Zustände arten aus.» Das sagt der Vater einer der beiden Jugendlichen, welche am vergangenen Freitag Opfer eines Raubüberfalls mit Körperverletzung wurden. «Wenn zwei Raubüberfälle innert einer Woche passieren, kann sich der Stadtrat nicht mehr zurück lehnen!»

Der für die Sicherheit zuständige Stadtrat Hans Eschenmoser.

Der für die Sicherheit zuständige Stadtrat Hans Eschenmoser.

Bild: Mario Testa

Der Stadtrat hat sich an seiner Sitzung vom Dienstagabend dann auch mit der Situation am Bahnhof beschäftigt. Und er ergreift Sofortmassnahmen: Er organisiert zusätzliche Präsenz eines privaten Sicherheitsdienstes am Bahnhof. «Die Firma Delta Security AG wurde damit beauftragt, jeweils am Abend mit einer Patrouille am Bahnhof Weinfelden präsent zu sein.» Der Dienst sei bereits bestellt und werde in den kommenden Tagen beginnen.

Kritik an Polizei und SBB

Ein Problem für den Stadtrat bildet der Umstand, dass der Bahnhof Hoheitsgebiet der SBB ist. Diese und die Kantonspolizei Thurgau seien primär für die Sicherheit auf dem Gelände verantwortlich. «Die Kantonspolizei Thurgau hat für Ordnung und die Sicherheit der Bevölkerung zu sorgen und verfügt zu diesem Zweck über das Gewaltmonopol», steht in der Mitteilung der Stadt. Aber diese Aufgabe, erledigten Polizei und SBB bisher ungenügend, kritisiert der Stadtrat.

«Für den Stadtrat Weinfelden nehmen SBB und Kantonspolizei ihre Verantwortung bezüglich Ordnung und Sicherheit am Bahnhof Weinfelden zu wenig wahr.»

Der Stadtrat wehrt sich in der Mitteilung gegen den Vorwurf, selbst zu wenig unternommen zu haben für die Sicherheit am Bahnhof. «Bereits heute setzt die Stadt Sicherheitsdienste für Kontroll- und Patrouillentätigkeiten auf dem Stadtgebiet und am Bahnhof ein. Die Kosten dafür belaufen sich auf 130'000 Franken im Jahr.»

Stadt fordert ein Verbot des Alkoholverkaufs

Mit mehr Sicherheitspersonal am Bahnhof Weinfelden sei das Problem noch nicht gelöst, schreibt der Stadtrat weiter. Als weitere Massnahmen fordert der Stadtrat, dass die SBB eine Video-Überwachung auf dem Bahnhofareal installiert. Des weiteren soll die SBB im Avec-Shop auf dem Bahnhof auch ein Verkaufsverbot für Alkoholische Getränke erlassen.

Pascal Schmid, SVP-Kantonsrat Weinfelden.

Pascal Schmid, SVP-Kantonsrat Weinfelden.

Bild: Mario Testa

Der Weinfelder SVP-Kantonsrat Pascal Schmid forderte die Erhöhung der Sicherheit am Bahnhof und dass die Stadt ein Sicherheitskonzept ausarbeite. Diese Arbeit sei bereits im Gange, kommuniziert der Stadtrat. «Die Erstellung eines umfassenden Sicherheitskonzeptes seitens der Stadt ist unter Beizug einer externen Sicherheitsfirma und unter der Leitung von Stadtrat Hans Eschenmoser in Arbeit. Die SBB und die Kantonspolizei werden in die Arbeiten einbezogen und sollen in die Pflicht genommen werden.»