SICHERHEIT
Fertig gerast am Lengwilerstich: Bottighofen und Kreuzlingen setzen sich gemeinsam für eine Temporeduktion ein

Der Schulweg vieler Remisbergschüler führt über die Kreuzung Lengwilerstrasse und Alte St. Gallerstrasse. Eine Situation, welche viele Eltern als gefährlich taxieren und nun mit einer Herabsetzung der Höchstgeschwindigkeit entschärft wird.

Urs Brüschweiler
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Viele gefährliche Situationen: die Kreuzung der Lengwilerstrasse mit der Alten St. Gallerstrasse (unten) und der Rütistrasse (oben).

Viele gefährliche Situationen: die Kreuzung der Lengwilerstrasse mit der Alten St. Gallerstrasse (unten) und der Rütistrasse (oben).

Bild: Andrea Stalder
«Der Schnellste bergab wurde mit 140 Stundenkilometern gemessen.»

Das sagt der Bottighofer Gemeindepräsident Matthias Hofmann und ergänzt: «Aufwärts Richtung Lengwil gab es einen Autofahrer, der mit 119 Stundenkilometern unterwegs war.» Hofmann meint die Lengwilerstrasse. Als Raserstrecke verschrien, soll ihre Gefährlichkeit nun entschärft werden. Vom Bottighofer Dorfausgang an bis in den Lengwiler Stich hinein wird die erlaubte Höchstgeschwindigkeit künftig von 80 auf 60 Stundenkilometer gesenkt. Die Temporeduktion wird ab Freitag in der Gemeindekanzlei Bottighofen öffentlich aufgelegt.

Gefahr auf dem Schulweg

Das grösste Problem an der Ausserortsstrecke ist die Kreuzung mit der Alten St. Gallerstrasse. Diesen Weg nutzen zahlreiche Bottighofer Jugendliche auf ihrer täglichen Velofahrt zum Kreuzlinger Remisbergschulhaus. Wegen der grossen Baustellen in der Stadt werden diese Strassen als Ausweichroute vermehrt genutzt, sagt der Kreuzlinger Stadtrat Ernst Zülle. Bei der Bauverwaltung seien deswegen zahlreiche Reklamationen eingegangen und über 80 Personen hätten sich im vergangenen Jahr an einer Unterschriftensammlung beteiligt, um auf die gefährliche Situation aufmerksam zu machen.

Ernst ZülleStadtrat Kreuzlingen

Ernst Zülle
Stadtrat Kreuzlingen

Bild: PD

«Auch wenn glücklicherweise noch keine schweren Unfälle zu verzeichnen sind, empfinden viele Eltern die Situation dort als unsicher», sagt Zülle. Die Strecke sei verlockend, um Gas zu geben.

«Es ist schon am Limit, wie die Autos an der Kreuzung vorbeifahren.»

«Wir wollten etwas unternehmen, bevor etwas passiert», sagt Matthias Hofmann. Auch auf Wunsch der Sekundarschulgemeinde gelangten Bottighofen und Kreuzlingen gemeinsam mit der Forderung nach einer Temporeduktion und baulichen Massnahmen auf der Lengwilerstrasse an den Kanton. Das kantonale Tiefbauamt liess in der Folge ein Verkehrsgutachten erstellen. Das Ergebnis: Eine Temporeduktion von 80 auf 60 Stundenkilometer sei möglich. Hofmann sagt:

Matthias Hofmann Gemeindepräsident Bottighofen

Matthias Hofmann Gemeindepräsident Bottighofen

Bild: Donato Caspari (10.2.2019)
«Wir wollten eigentlich mehr.»

Tempo 50 bis nach der Kreuzung und anschliessend Tempo 60 bis oben an die Stichstrasse hatten die Gemeinden gefordert. Auf Überlandstrassen sei eine Höchstgeschwindigkeit 50 beim Kanton allerdings sehr schwierig bis gar nicht zu erreichen. Insofern sei er «happy», dass man eine Reduktion auf 60 durchsetzen konnte, sagt Hofmann.

Eine Verkehrsinsel bleibt in Diskussion

Auch Ernst Zülle ist nicht hundertprozentig zufrieden, obwohl er für die Argumentation des Kantons Verständnis aufbringt. Nach sechs oder zwölf Monaten soll die Wirkung des neuen Regimes mit Messungen überprüft werden. Je nach Ergebnis wird der Kanton dann auch noch über die Möglichkeit von baulichen Massnahmen entscheiden. Eine Verkehrsinsel auf der Kreuzung hatten sich die beiden Gemeinden nämlich zusätzlich zur Temporeduktion noch gewünscht. Der Kreuzlinger Stadtrat betont:

«Wenn die Messungen ergeben, dass die Situation dann noch immer brenzlig ist, scheue ich mich nicht, eine solche Massnahme zu verlangen.»
Vom Ortsausgang Bottighofen (oben) bis zum Anfang des Lengwilerstichs wird neu Tempo 60 gelten.

Vom Ortsausgang Bottighofen (oben) bis zum Anfang des Lengwilerstichs wird neu Tempo 60 gelten.

Bild: Andrea Stalder

Die Umsetzung erfolgt zügig

Vorerst soll die Temporeduktion zügig eingeführt werden. «Sobald die Auflage vorbei ist und wir die Bewilligung haben, werden die Schilder montiert», sagt Hofmann. Allenfalls werde man dies sogar schon früher machen, nämlich als Provisorium im Zusammenhang mit einer Baustelle an der Rütistrasse, die von der anderen Seite in besagte Kreuzung führt.