Shitstorm
Nach «Mohrenkopf»-Werbung: Weinfelder Händler sagt: «Ich bin sicher kein Rassist»

Lukas Madörin wirbt im aktuellen Geschäftsmagazin «Weinfelden Inside» für Richterichs «Mohrenköpfe». Nun hagelt es Kritik von der Kundschaft.

Mario Testa
Merken
Drucken
Teilen
Lukas Madörin. EDU-Politiker und Inhaber von «Madörin Früchte und Genüsse» in Weinfelden.

Lukas Madörin. EDU-Politiker und Inhaber von «Madörin Früchte und Genüsse» in Weinfelden.

Bild: Mario Testa (Weinfelden, 3. Dezember 2020)

Ist an Ihnen die ganze Debatte vom Juni um die korrekte Bezeichnung von Schaumküssen vorbei gegangen?

Lukas Madörin: Nein. Die ganze Debatte um Herrn Dubler und seine Produkte hab ich schon mitbekommen.

Und dennoch werben Sie ein Quartal später wieder für «Mohrenköpfe». Wollen Sie damit provozieren?

Nein, keineswegs – klar hatte ich auch mal eine provokante Phase, aber nun bin ich sachlicher und ruhiger geworden.

Und weshalb werben Sie trotzdem mit diesem überholten Begriff?

Weil ich eine so positive Einstellung gegenüber Afrika und seinen Bewohnern habe, ist es völlig an mir vorbei, dass «Mohrenkopf» etwas Rassistisches sein soll – so heisst für mich einfach diese Süssigkeit. Ich bin alles andere als ein Rassist, habe in meinem Leben schon 15 Länder in Afrika bereist, Entwicklungshilfe geleistet und schätze diese Menschen sehr.

Das Corpus Delicti: Die Schaumköpfe in Madörins Geschäft. Nun stehen sie ganz ohne Bezeichnung zum Verkauf uf dem Tresen.

Das Corpus Delicti: Die Schaumköpfe in Madörins Geschäft. Nun stehen sie ganz ohne Bezeichnung zum Verkauf uf dem Tresen.

Bild: Mario Testa

Ist denn niemandem bei der Drucklegung des Hefts dieser Begriff aufgefallen?

Doch, meiner Frau. Aber sie hat wohl auch gemeint, wenn ich das so schreibe, wird es schon seine Richtigkeit haben. Aber auch auf der Redaktion des «Inside» ist es nicht aufgefallen.

Wurden Sie von Kunden auf die Werbung angesprochen?

Ja. Es gab Zuspruch aber auch grosse Kritik. Ein Mann kam und sagte, er werde nie mehr bei mir einkaufen, ich sei für ihn unten durch. Auch eine Kundin hat gesagt, was uns eigentlich einfalle, die Süssigkeiten so anzuschreiben. Mir tut die Sache leid, und ich möchte mich dafür entschuldigen.

Was haben Sie nun unternommen?

Ich hab das Täfelchen vor den Produkten entfernt. Man sieht ja ohnehin, was unter dieser goldigen Folie steckt. Zudem druckt auch der Hersteller Richterich den Begriff nun nicht mehr auf die Verpackung.