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Bootsmotoren-Klau: Serie von Diebstählen im Thurgau und Baden-Württemberg aufgeklärt

Ein diebisches Trio ist dank Deutscher und Schweizer Behörden aufgeflogen. Die Drahtzieherin hat im Thurgau ihre Strafe bereits abgesessen.
Die Diebesbande stahl insgesamt 63 Aussenbootsmotoren rund um den Bodensee. (Bild: Ralph Ribi)

Die Diebesbande stahl insgesamt 63 Aussenbootsmotoren rund um den Bodensee. (Bild: Ralph Ribi)

(red) Zu zweit auf Diebestour: Eine 51 Jahre alte Bulgarin und ihr 27 Jahre alter Sohn klauten Bootsmotoren entlang der Schweizer Seite des Bodensees im Wert von über 56400 Franken. Diese verkauften sie in Tschechien im Internet, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren.

Doch auch in Deutschland stahlen sie munter Aussenbootsmotoren. Zwischen März und Dezember 2016 ereigneten sich mit Schwerpunkt Allensbach, Radolfzell, Höri und Konstanz-Litzelstetten insgesamt 63 Aussenbordmotorendiebstähle, wie es in einer neuen Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft und der Wasserschutzpolizei Konstanz heisst. Der Gesamtdiebstahlschaden ohne Sachschäden belief sich auf umgerechnet rund 81800 Franken. Die Diebe gingen stets nach dem gleichen Muster vor: Sie stahlen nachts auf der deutschen Seite des Bodensees beziehungsweise des Rheins ein Boot. Damit setzten sie auf die Schweizer Seite über.

Polizei fand Werkzeug in ihrem Wagen

Sie montierten im Eschenzer Hafen oder im Bootshaus von Rümikon (AG) Bootsmotoren ab und fuhren zurück ans deutsche Ufer, wo sie das Diebesgut ins Auto luden und nach Tschechien fuhren. Alle Tatorte waren gut mit dem Fahrzeug zu erreichen, daher konnten die Täter nachts unbeaufsichtigt die entwendeten Motoren abtransportieren. Überwiegend fielen den Tätern dabei Motoren im Leistungsbereich zwischen vier und sechs PS in die Hände. Aber auch Motoren mit zwei oder 20 PS wurden nicht verschmäht.

Im Dezember 2016 fielen die 51-jährige Frau und ihr 27 Jahre alter Sohn einer Streife des Polizeipräsidiums Konstanz in Bodman-Ludwigshafen bei einer Kontrolle auf. Ihrer Darstellung, sie seien nur als Touristen unterwegs, schenkten die Beamten spätestens nach dem Fund von entsprechendem Werkzeug, einem Fernglas und einem Schlauchboot keinen Glauben mehr.

Weitere Ermittlungen ergaben, dass es sich bei der Frau um die Haupttäterin der Diebstahlsserie handelt. Gemeinsam mit ihrem zweiten Sohn, 31 Jahre alt, war sie bereits in der Schweiz wegen Aussenbordmotorendiebstählen in Erscheinung getreten und wurde polizeilich gesucht. Die Fahndungsmassnahmen der Wasserschutzpolizei Konstanz führten schliesslich am 28. Januar 2017 zur Festnahme und Inhaftierung von Mutter und Sohn durch Beamte der Polizeiinspektion in Waidhaus bei der Ausreise nach Tschechien. Im Fahrzeug wurden noch drei in der Nacht zuvor in Rümikon entwendete Motoren aufgefunden. Die Schweizer Justizbehörden beantragten die Auslieferung der Täter, wo sie in Haft blieben.

Im Rahmen eines von der Staatsanwaltschaft Konstanz an die Staatsanwaltschaft Kreuzlingen gestellten Rechtshilfeersuchens kam es schliesslich zum Schuldeingeständnis der Täterin. Zudem gestand sie weitere Aussenbordmotorendiebstähle im Raum Passau. Das Bezirksgericht Frauenfeld verurteilte die Mutter zu 24, den Sohn zu 15 Monaten Haft unbedingt. Dass das Strafmass für die Mutter höher ausfiel, hat damit zu tun, dass sie für zwei der vier Diebstähle die alleinige Verantwortung übernahm. Das Gericht sprach in diesen Punkten den Sohn frei.

Drahtzieherin hat ihre Strafe im Thurgau bereits abgesessen

Denn obwohl die Richterin «erhebliche Zweifel» äusserte, dass die Frau alleine die zwischen 20 und 50 Kilo schweren, unhandlichen Schiffsmotoren habe stehlen können, konnte die Strafuntersuchung keinen Beweis zu Tage fördern, dass ihr Sohn beteiligt gewesen war. Während die 51-Jährige bereits die gegen sie vom Bezirksgericht Frauenfeld verhängte Haftstrafe abgesessen hat, wird sich ihr 31-jähriger Sohn nach Verbüssung seines Freiheitsentzuges wegen mehreren Wohnungseinbrüchen in Österreich verantworten müssen.

Die Ermittlungsbehörden gehen davon aus, dass das Trio, vom Lebensgefährten der Haupttäterin unterstützt wurde. Nun hat auch die Staatsanwaltschaft Konstanz ein Strafverfahren gegen die Täter eröffnet. Der Erfolg der Ermittlungen basiert auf der guten Zusammenarbeit der Behörden.

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