Seitentausch bei den Schulen in Arbon: Die Sekundarschulgemeinde rechnet 2021 mit einem Gewinn, anders die Primarschulgemeinde.

Wie die Präsidenten und die Finanzverantwortlichen an einer gemeinsamen Medienkonferenz darlegten, sind die Entwicklungen in den Finanzen im Wesentlichen auf das neue kantonale Beitragsgesetz zurückzuführen.

Christof Lampart
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Sie präsentierten am Montagvormittag die Budgets der Arboner Schulgemeinden: Adrian Bitzi (Finanzen Sekundarschulgemeinde), Robert Schwarzer (Präsident Sekundarschulgemeinde), Regina Hiller (Präsidentin Primarschulgemeinde) und Martin Thalmann (Finanzen und Vizepräsident ad interim Primarschulgemeinde).

Sie präsentierten am Montagvormittag die Budgets der Arboner Schulgemeinden: Adrian Bitzi (Finanzen Sekundarschulgemeinde), Robert Schwarzer (Präsident Sekundarschulgemeinde), Regina Hiller (Präsidentin Primarschulgemeinde) und Martin Thalmann (Finanzen und Vizepräsident ad interim Primarschulgemeinde).

Bild: Christof Lampart

«Das hat es schon ewig nicht mehr gegeben», freut sich der Finanzverantwortliche der Sekundarschulgemeinde Arbon, Adrian Bitzi, bei der Präsentation des Budgets 2021. Die Sekundarschulgemeinde Arbon rechnet bei einem Aufwand von 15 215 100 Franken und einem Ertrag von 17 504 700 Franken mit einem Ertragsüberschuss von 2 289 600 Franken.

Die Investitionsrechnung 2021 sieht bei der Sekundarschule Ausgaben von 1 000 000 Franken vor. 650 000 Franken davon sollen in eine Teilerneuerung der in die Jahre gekommenen Informatik (iPads und E-Boards) gesteckt werden, 350 000 Franken in den Unterhalt diverser Schulliegenschaften; so soll der Pausenplatz Stacherholz für 180 000 Franken saniert werden.

Sekundarschulgemeinde plant Steuerfuss-Senkung

Die Sekundarschulgemeinde Arbon rechnet bei einem gleichbleibenden Steuerfuss von 42 Prozent nicht nur im Jahr 2021 mit einer Beitragszahlung von über einer Million Franken, sondern erwartet auch für die kommenden Jahre konstant positive operative Ergebnisse, so dass fürs 2022 eine Steuerfuss-Senkung vorgesehen ist.

«Alle Finanzpläne sind mit 38 Prozent durchgerechnet. Selbst wenn das Steuersubstrat weniger werden sollte, sollten wir in der Lage sein, die nächsten vier, fünf Jahre diesen Steuerfuss zu halten. Diese 38 Prozent sind dann einmal eine erste Etappe», sagt Bitzi. Allzu weit dürfte die Steuersenkungsreise aber nicht mehr gehen: «Das hört irgendwo bei 35 Prozent auf. Wollen wir noch weiter runter, müssen strukturelle Veränderungen angegangen werden, von denen wir heute nicht sagen können, wie sie sich entwickeln», sagt Bitzi.

Mehr Schüler, höhere Kosten

Anders sieht die nahe finanzielle Zukunft der Primarschulgemeinde Arbon aus. Diese kalkuliert fürs Jahr 2021 bei einem Aufwand von 18 082 797 Franken und einem Ertrag von 16 975 936 Franken mit einem Aufwandüberschuss von 1 101 861 Franken. Wie deren Finanzverantwortlicher, Markus Thalmann, darlegt, führen weitere Faktoren wie steigende Schülerzahlen im Kindergarten, und der Ausbau der schulergänzenden Betreuung Stacherholz aufs Schuljahr 2020/21 hin dazu, dass im Budget 2021 mit einem Minus von 1,1 Millionen Franken gerechnet wird.

Massgeblich zum Mehraufwand trägt auch bei, dass man 2021 vom Kanton nur noch 1,7 Millionen statt wie bis anhin rund drei Millionen Franken an Beitragszahlungen aus dem Finanzausgleichstopf erhält. Sollte dieser Fehlbetrag Tatsache werden, so sänke das Eigenkapital der Primarschulgemeinde Arbon 2021 auf unter vier Millionen Franken. Der Kanton Thurgau empfiehlt den Schulgemeinden die Äufnung eines Eigenkapitals in der Höhe von vier bis sechs Millionen Franken. Angesichts der zu erwartenden Entwicklung gehe man davon aus, dass man für 2022 eine Steuerfusserhöhung von vier Prozent vornehmen werde, sagt Thalmann.

Abgemildert werden soll der Anstieg durch einen Zuwachs beim Steuersubstrat: «Wir rechnen damit, dass die Steuerkraft in den nächsten Jahren um 1,37 Prozent im Jahr steigen wird. Dies würde bedeuten, dass wir im Jahr 2026 wieder auf dem Niveau von 2019 wären.» Allerdings dürfe man die Folgen der Coronakrise nicht ausser Acht lassen. «Wie sich der Steuerertrag aufgrund der Pandemie entwickeln wird, bleibt abzuwarten», sagt Thalmann.