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Liebe über Landesgrenzen hinweg: Hündin verkuppelt Thurgauer mit Konstanzerin

Eine Landesgrenze spielt bei der Liebe keine Rolle. Oskar Hölderlin und Atlanta Miaja Pérez sind ein Beispiel dafür. Das junge Paar hat sich vor einem Jahr während der Fasnacht kennengelernt. Dass sie in zwei verschiedenen Ländern leben, ist für sie so unwichtig wie normal.
Nicole D'Orazio
Oskar Hölderlin aus Ermatingen (23) und seine Freundin Atlanta Miaja Pérez (22) aus Konstanz sind ein Paar. (Bild: Andrea Stalder)

Oskar Hölderlin aus Ermatingen (23) und seine Freundin Atlanta Miaja Pérez (22) aus Konstanz sind ein Paar. (Bild: Andrea Stalder)

Ein Ninja trifft auf einen Waschbären. Das war am Schmudo an der Konstanzer Fasnacht vor einem Jahr. «So haben wir uns kennen gelernt», erzählt Oskar Hölderlin. Er war als japanischer Krieger verkleidet. Atlanta Miaja Pérez trug ihren Waschbär-Pyjama. «Sie war etwas traurig, weil ihr Hund gestorben war. Ich konnte sie damit aufheitern, dass ich ihr von Holly, meiner jungen Manchester Terrier Hündin, erzählt habe.»

Schliesslich habe er sie eingeladen, mit ihnen einmal einen Spaziergang zu unternehmen. Dann hat es gefunkt zwischen dem Ermatinger und der Konstanzerin. Lachend sagt die 22-Jährige:

«Also eigentlich habe ich mich zuerst in Holly verliebt. Sie ist so was von süss.»

Dass er in der Schweiz und sie in Konstanz wohnt, hat die beiden nie gross beschäftigt. «Das ist für uns kein Thema. Wir wohnen einfach an zwei verschiedenen Orten und führen eine Wochenend-Beziehung», meint der 23-Jährige. Und der Raum Kreuzlingen-Konstanz gehöre sowieso zusammen. Unter der Woche weilt er zudem in Zürich, wo er an der ETH Medizin studiert.

Die Liebe hat schon immer Paare über Landesgrenzen hinweg verbunden. «Oskar ist nicht mein erster Schweizer Freund», verrät Atlanta. «Anscheinend habe ich eine Schwäche für sie. Nein – das ist doch Zufall. Es geht schliesslich um die Person und nicht um die Nationalität.» Sie selber hat den spanischen Pass, ist aber in Deutschland geboren und aufgewachsen. Vor zweieinhalb Jahren ist sie aus Bayern nach Konstanz gezogen, um hier eine Ausbildung als Produktdesignerin zu absolvieren.

Die Multikulturalität ist heute normal

«Für die junge Generation spielen Nationalitäten oder Grenzen keine Rolle mehr. Wir sind offen», meint Oskar. Sein Vater ist Schweizer, die Mutter Deutsche. In der Region Kreuzlingen mit einem Ausländeranteil von über 50 Prozent sei es ja auch völlig normal. Man wachse mit der Multikulturalität auf. «Vielleicht ist das bei Älteren eher ein Thema.»

Er habe jedenfalls viele Kollegen, die aus Deutschland stammen, heute aber in der Schweiz leben. «Ich musste mir auch noch nie dumme Sprüche wegen meiner deutschen Freundin anhören.» Von der Familie sowieso nicht. Atlanta Miaja Pérez erzählt:

«Meine Schwestern haben mich zu Beginn der Beziehung etwas geärgert, weil ich einen Schweizer Freund habe.»

«Er sei sicher arrogant und gehe nur nach Konstanz in den Ausgang oder einkaufen, haben sie gesagt. Aber das war nur Spass, um mich aufzuziehen.» Von solchen Klischees halte sie nichts, und Oskar erfülle auch keines davon. «Die einen Schweizer sind allerdings etwas geizig und geben kein Trinkgeld», sagt sie, die einen Nebenjob in der Gastronomie hat.

Sie probiert Schweizerdeutsch zu lernen

Wenn sie zusammen sind, sprechen die beiden Hochdeutsch. «Ich übe mich fleissig darin, Schweizerdeutsch zu verstehen. Es ist aber nicht so einfach», sagt die Deutsche und lacht. Oskar grinst. Er habe sie auch schon dabei erwischt, wie sie auf einmal das Wort «mol» verwendete. «Das ist lustig.»

Meistens treffen sich die zwei in Ermatingen. «Das liegt an Holly», erklärt der Schweizer. «Wir sind oft in Wäldi unterwegs, wo der Hund von der Leine darf, oder dann am See und Seerhein.» Dort sei es wunderschön und es gefalle ihr, sagt Atlanta. Bevor sie ihren Freund kennenlernte, sei sie kaum in der Schweiz gewesen. Kreuzlingen habe sie nicht gekannt. «Warum auch», gibt sie zu. «Ausser einmal, da war ich Schlittschuh laufen.»

Wollen sie ausgehen, zieht es das Paar immer nach Konstanz. «Hier gibt es halt einfach mehr und die Bars sind entspannter», begründet sie. «Oder dann sind wir in Zürich unterwegs. Das ist auch toll. Vor allem für Konzerte», ergänzt Oskar. Die Deutsche kann sich vorstellen, in die Schweiz zu ziehen. «Ich bin offen. Aber das kann genau so gut wieder Bayern oder Spanien sein. Hauptsache wir sind zusammen.»

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