Tägerwiler braut in der ehemaligen Metzgerei lokales Bier

Der Ingenieur Jörg Bialowons hat eine Brauerei. Sein Intäger-Bier gibt es als «Morgentau», «Seenacht» und «Abendglut».

Sarina Kihm
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Jörg Bialowons in seiner Brauerei Intäger. Er baut auch die Kisten für die Bierflaschen selbst.

Jörg Bialowons in seiner Brauerei Intäger. Er baut auch die Kisten für die Bierflaschen selbst.

(Bild: Reto Martin)

«Meine Nachbarn haben mich immer wieder gefragt, welchen speziellen Geruch sie beim Vorbeilaufen aus meiner Garage riechen», sagt Jörg Bialowons. «Ich lud sie darauf zu mir in die Garage ein. Sie glaubten mir nicht, dass ich dort wirklich Bier braue.» Jörg Bialowons ist hauptberuflich Ingenieur und wohnt in Tägerwilen.

Seit rund vier Jahren stellt er Bier her. Die eigens gegründete Brauerei trägt den Namen «Intäger». Er steht für ein integres Tägerwiler Bier – ein Wortspiel. Das Brauen ist mehr ein Hobby. Bialowons freut sich aber, wenn daraus ein Zustupf in die Familienkasse kommt. Der «Braumeister» bietet drei verschiedene Sorten an.

Mehr Platz am neuen Ort

In Jörg Bialowons Kleinbrauerei an der Hauptstrasse 64 liegt der Geruch von Hopfen und Malz in der Luft. Mittlerweile braut er nicht mehr in der Garage, sondern in Räumen der ehemaligen Metzgerei Schwarz, die er mietet.

«Die Nachbarn haben das Bier gelobt. Also dachte ich mir, komm, ich gründe eine Brauerei.»

Die Idee, Braumeister zu werden, hatte Bialowons das erste Mal, als er 15 Jahre alt war. Er entschied sich aber für den Ingenieursberuf.

Vor fünf Jahren erzählte ihm ein Freund, dass er eigenes Bier braue. «Das konnte ich kaum glauben und wollte es mir sofort anschauen.» Kurz danach nahm Bialowons an einem Braukurs teil. Zudem besorgte er sich Fachliteratur und machte sich im Internet über die Kunst des Bierbrauens schlau.

Auch die Bierkisten sind handgefertigt

«Im Moment ist das Bierbrauen ein Hobby für mich.» Für seine Arbeit als Ingenieur ist er viel unterwegs und schätzt die Zeit mit seiner Familie, wenn er zu Hause ist. Die Herstellung eines Biers sei sehr zeitintensiv. «Ich mache alles von Hand.» Er zimmert zum Beispiel die Bierkisten, die Platz für zwölf Flaschen bieten, selbst. Die Etiketten der Flaschen klebt Bialowons mit der Unterstützung seiner Tochter auf.

«Am liebsten hätte ich pro Woche mindestens einen Tag Zeit für mein Hobby.»

Bialowons verkauft sein Bier im Dorfladen «Kilo + Gramm» in Tägerwilen. «Ich konnte Georg Felber, dem Geschäftsführer aber nicht versichern, dass ich in regelmässigen Abständen Bier liefern kann.» Das sei für das Geschäft kein Problem, da dies zu ihrem Motto: «Es hät solangs hät» passt.

Ab und zu fragen Freunde des Braumeisters, ob sie für Veranstaltungen, wie Hochzeiten oder Sommerfeste das «Intäger» Bier anbieten können. Das freut Bialowons. Denn es bestätigt, dass sein Getränk gut ankommt.

Vom Morgentau bis zur Abendglut

Insgesamt werden in der Brauerei drei Sorten gebraut. «Morgentau», ein Bier nach Pilsner Art, «Seenacht», ein dunkles Lagerbier und «Abendglut», ein rotes Bier. «Das ‹Abendglut› mag sogar meine Frau. Sie trinkt sonst kein Bier.» Den Hopfen dazu importiert Bialowons aus Neuseeland. Er schmeckt nach frischen Früchten und ist eine der wenigen Zutaten, die nicht aus der Region stammen.

Als Nächstes will Bialowons an einer Bierprämierung mitmachen. Dort wird das Bier «Intäger» getestet und analysiert. «Ich lerne so die Meinung von Experten kennen.» Ausserdem möchte er in diesem Jahr eine Marke knacken. «Mein Ziel ist es, 1000 Liter zu verkaufen.»

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