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Der Arbeitsplatz des Güttinger Kabarettisten ist gefährlich

Jan Rutishauser hatte noch nie Cornflakes mit Red Bull, redet aber trotzdem darüber. Was er denkt über die Bühnenarbeit und wie er ein Programm schreibt, verrät er hier. Im Video erzählt er seinen (Flip-) Flop Witz.
Viviane Vogel
Der gelernte Mime Jan Rutishauser sitzt auf einem Pedaloboot. (Bild: Andrea Stalder)

Der gelernte Mime Jan Rutishauser sitzt auf einem Pedaloboot. (Bild: Andrea Stalder)

Stundenlang über Salatbesteck nachdenken. Von Cornflakes mit Red Bull sprechen, auch wenn man das selbst nie probiert hat. Versuchen, einem Alien die Banalitäten des menschlichen Lebens näher zu bringen, um auf neue Ideen zu kommen. Immer wieder von Vorne anfangen. Das sind alles Dinge, die zum Beruf von Jan Rutishauser gehören.

Der gebürtige Güttinger ist Kabarettist. Seine Liebe zur Komik bemerkte er, als er in der Schule einmal vor seinen Mitschülern stand und so zitterte, dass er einen Witz darüber improvisierte, der dann prompt sehr gut ankam. Unterdessen fühlt sich der Thurgauer mit wachsender Erfahrung immer wohler auf der Bühne. «Obwohl es ein gefährlicher Ort ist. Du bist immer nur so gut wie deine letzte Pointe.»

Was man hört, ist nur die Spitze des Eisbergs

Der 30-Jährige Güttinger hat schon in der Kanti seine Faszination für die Zauberkunst entdeckt. Nach der Matura besuchte er die Theaterschule Dimitri im Tessin. Es folgte ein Clown-Workshop in der Nähe von Paris und ein Zertifikat für Corporeal Mime in London.

So wurde aus Rutishauser also ein Kabarettist und kein Zauberer. Er kann von seinem Künstler Dasein leben und schreibt schon an seinem dritten Programm. Wie fängt man denn so ein Programm überhaupt an? «Der erste Schritt ist: Sich hinsetzen», antwortet Rutishauser und lacht.

«Mir ist es noch nie passiert, dass ich während des Spazierens plötzlich einen Geistesblitz gehabt hätte. So ein Programm ist harte Arbeit», sagt Jan Rutishauser.

Es stecke hinter einem Text, den man in drei Minuten vorgetragen hat, meist ein Vielfaches mehr an Herausgestrichenem. «Bei zehn neuerdachten Pointen, bin ich froh, wenn zwei davon funktionieren. Schaffe ich es, drei Minuten über Salatbesteck zu reden, und die Leute finden das lustig, dann bin ich sehr zufrieden mit mir.»

Im Fernsehen war er zu nervös

Rutishausers Strategie ist, nur Pointen zu schreiben, die er selbst lustig findet. «So findet wenigstens schon einmal ein Mensch die Witze lustig, in dem Moment, wo sie in die Welt hinausgehen. Ansonsten fände sie in dem Moment ja keine Menschenseele toll.» Auf der Strasse wird er noch nicht erkannt: «Dafür musst du im Fernsehen gewesen sein.» Er wolle sich lieber langsam einen Namen machen. «Mit zwei Auftritten die Woche bei 100-300 Zuschauern wäre ich zufrieden. Das ist eine Publikumsgrösse, bei der man den Kontakt zu den Zuschauern noch behalten kann.» Einen Fernsehauftritt hatte er zwar auch schon. «Aber das war zu früh in meiner Karriere. Ich war zu nervös und konnte den Auftritt nicht geniessen, was sich dann auch auf das Publikum übertragen hat. Aber man lernt aus allem.»

Drei Fragen an Jan Rutishauser

Wen finden Sie am lustigsten?
«Die amerikanischen Stand Up Komödianten Demetri Martin und Mike Birbiglia. Sie sind aber total unterschiedlich. Demetri Martin bringt fantastische One-Liner, Mike Birbiglia braucht fünfzig Minuten für eine Geschichte, bleibt aber trotzdem in jeder Sekunde lustig.»

Worüber haben Sie zum letzten Mal so richtig herzhaft lachen müssen?
«Das war gerade heute Mittag. Ich habe ein Video gefunden von jemandem, der sich von seiner Katze, die in einem Auto sass, überfahren liess. Natürlich war es nicht echt. Jedoch war es so doof und überraschend, dass ich gar nicht anders konnte, als laut herauszuprusten.»

Wieso hat man Sie zuletzt ausgelacht?
«Das weiss ich nicht mehr. Das Wort «auslachen» hat für mich auch eine sehr negative Bedeutung. In meinem Bekanntenkreis nehmen wir uns natürlich schon ab und zu einmal gegenseitig auf den Arm, aber es wird nie verletzend.

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