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Seilziehen um das Historische Museum: Romanshorn geht in die Offensive

Der Kanton nimmt die Suche nach einem neuen Standort für das Historische Museum wieder auf. Die Hafenstadt bewirbt sich mit gleich fünf möglichen Bauplätzen. Die Arboner begrüssen das Powerplay
Markus Schoch
Die Stadt Romanshorn bringt das Schloss als Standort ins Spiel. (Bild: Reto Martin)

Die Stadt Romanshorn bringt das Schloss als Standort ins Spiel. (Bild: Reto Martin)

Romanshorn gibt nicht auf. Ursprünglich stand die Hafenstadt zuoberst auf der Liste des Kantons mit den Standorten für das Historische Museum, das im Schloss Frauenfeld räumlich an seine Grenzen stösst. Im Fokus stand das ehemalige Lagerhaus der SBB am Hafen. Doch am Schluss konnte sich der Kanton mit den neuen Eigentümern nicht über die zeitlichen und finanziellen Rahmenbedingungen einigen.

Das war vor drei Jahren. Seither ist nicht mehr viel gegangen. Denn der Kanton erliess 2017 einen Planungsstopp, weil er sich zuerst um die Zukunft des Kunstmuseums in der Kartause Ittingen kümmern wollte. Jetzt nimmt die zuständige Projektgruppe die Abklärungen wieder auf, wie letzte Woche bekannt wurde. Bis im Frühling des nächsten Jahres will sie dem Regierungsrat einen konkreten Vorschlag machen, wo die Sammlung künftig gezeigt werden soll.

Schloss und Hafen stehen im Vordergrund

David H. Bon, Stadtpräsident von Romanshorn. (Bild: Donato Caspari)

David H. Bon, Stadtpräsident von Romanshorn. (Bild: Donato Caspari)

Romanshorn lässt nichts unversucht, um doch noch in die Kränze zu kommen. «Wir sind parat, dem Kanton einen Vorschlag mit fünf attraktiven Standorten an bester Lage zu präsentieren», wird Stadtpräsident David H. Bon in einer Mitteilung zitiert. Sie hätten das Thema nie aus den Augen verloren.

«Das Dossier wurde kontinuierlich à jour gehalten.»

Im Vordergrund steht das Hafenbecken im Bereich der Festwiese und das Schloss mit einem möglichen Neubau als Dépendance. «Diese zwei Standorte sind sowohl im Gestaltungsrichtplan Innenstadt wie auch in der aktuellen Vorlage des kommunalen Richtplans ausgewiesen», heisst es in der Mitteilung weiter. Die drei anderen Vorschläge sind der «Hafenpark» südlich des Kornhauses, das Gelände des ehemaligen Restaurant Volksgarten beim Bahnhof sowie ein Neubau beim Stadtplatz.

Die Vorschläge der Stadt auf einer Karte im Überblick. (Bild: PD)

Die Vorschläge der Stadt auf einer Karte im Überblick. (Bild: PD)

«Alle zeichnen sich durch eine ideale Erreichbarkeit für die Bevölkerung und die Bodensee-Touristen aus», schreibt die Stadt. Nur das Land am Hafen gehört der Stadt, alle anderen Grundstücke sind in privater Hand; beim Stadtplatz besitzt die Stadt zwar auch eine Parzelle, die alleine aber nicht gross genug ist.

Die Eigentümer sind noch nicht im Boot

Ins Spiel bringt die Stadt die Areale Dritter ohne Absprache mit den Eigentümern. «Es sind rein planerische Überlegungen, wo wir das Museum sehen könnten», sagt Bon.

«Wir wollen uns nicht direkt in den Entscheidungsprozess einmischen, sondern Vorschläge machen, die auch im Interesse von Eigentümern sein könnten und damit etwas in Bewegung bringen.»

Romanshorn als Verkehrsknotenpunkt verfüge über beste Verbindungen im öffentlichen Verkehr, genügend Parkplätze und mit den Schifffahrtsbetrieben, der Bodenseefähre und weiteren interessanten Anbietern im Erlebnis- und Kulturbereich über ein hohes Synergiepotential für ein anspruchsvolles Publikum, heisst es in der Mitteilung.

Oberthurgauer ziehen an einem Strick

Andreas Balg, Stadtpräsident von Arbon. (Bild: PD)

Andreas Balg, Stadtpräsident von Arbon. (Bild: PD)

Die Romanshorner sind nicht die einzigen im Oberthurgau, die das Historische Museum gerne hätten. Arbon hat sich bereits im letzten Jahr in Stellung gebracht. Eine Arbeitsgruppe schlägt in einer Projektstudie vor, Teile des Schlosses zu nutzen und mit einem möglichen Neubau zusätzliche Ausstellungsflächen zu bieten. Alternativ könnten sich die Promotoren auch die ehemalige Webmaschinenhalle im WerkZwei als Standort vorstellen.

Dass jetzt auch Romanshorn in die Offensive geht, ist für Stadtpräsident Andreas Balg kein Problem. Entscheidend sei, dass der Oberthurgau am Schluss die besten Karten habe. Mit den Vorschlägen von Romanshorn würden die Chancen nur besser.

«Wir verstehen uns nicht als Konkurrenten».

Darum hat er auch die Stadtpräsidenten von Amriswil und Romanshorn im April eingeladen zu einem Treffen mit Monika Knill, bei dem die Arboner der Regierungsrätin ihr Projekt und eine kantonale Museumsstrategie vorstellen wollen, die den Verantwortlichen den Entscheid zugunsten des Oberthurgaus erleichtern soll. «Wir wollen im Spiel und im Rennen bleiben», sagt Balg. Und er hat dabei die Unterstützung von Bon. «Wir sind in einem guten Austausch.»

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