Sechste Auftaktniederlage im sechsten Jahr für den HC Thurgau

Im Swiss Ice Hockey Cup kommt der HC Thurgau auf keinen grünen Zweig. Auch im sechsten Jahr des Wettbewerbs verliert der Swiss-League-Club in der ersten Runde. Gegen den Titelverteidiger EV Zug aus der NLA resultiert ein 0:6. Star des Abends war ein Auto.

Matthias Hafen
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Mit aller Macht wehr sich Thurgaus Florian Niedermaier (Mitte) gegen die Zuger Übermacht und sorgt damit dafür, dass sein Teamkollege Joel Moser am Puck bleibt. (Bild: Mario Gaccioli)

Mit aller Macht wehr sich Thurgaus Florian Niedermaier (Mitte) gegen die Zuger Übermacht und sorgt damit dafür, dass sein Teamkollege Joel Moser am Puck bleibt. (Bild: Mario Gaccioli)

Im Swiss Ice Hockey Cup wird heuer dick aufgetragen. Wo sonst Kleinwagen und Kombis umherkurven, drehte in den Drittels­pausen des Spiels Thurgau gegen Zug ein XXL-Pickup namens Raptor seine Runden auf dem Eis. Das Ungetüm des Sponsors Ford wirkte mit seinen 33-Zoll-Rädern vor dem Hintergrund von Klimadebatten und Öko-Aufschwung so aus dem Rahmen gefallen wie der Cup-Wettbewerb innerhalb des Schweizer Eishockeys.

In seinem sechsten Jahr tut sich der Swiss Ice Hockey Cup noch immer schwer, die Massen zu begeistern. Beim Spiel am Dienstagabend in der Weinfelder Güttingersreuti waren 931 Zuschauer anwesend. Das sind immerhin mehr als in vielen Testspielen, aber kaum das, was sich die Veranstalter erhoffen.

Über drei Drittel kaum Überraschungen möglich

Weil im Eishockey grosse Überraschungen über drei Drittel höchst selten sind, ist der Wettbewerb für einen Club aus der Swiss League nicht besonders attraktiv. Zumal auch in der zweithöchsten Liga temporeiches Eishockey und trickreiche Ausländer zu sehen sind. Dies im Gegensatz zur dritt- und vierthöchsten Liga, wo der Besuch eines NLA-Clubs eine viel willkommenere Abwechslung im Alltag darstellt.

So gesehen ist der HC Thurgau zu wenig provinziell und der EV Zug für die Ostschweiz geografisch zu weit weg, um ein Eishockeyfest zu entfachen. Zwar gaben sich der lautstarke Kern der HCT-Stehrampe und die Gästefans Mühe, Stimmung zu machen. Den 33-Zoll-Rädern des Raptors hatten sie aber in Sachen Wucht nichts entgegenzusetzen. Man hatte das Gefühl, die Fans sind gedanklich schon beim Meisterschaftsstart am Freitag. Nicht nur sie. Auch auf dem Eis war der Ford der einzige Raptor im Haus. Thurgauer und Zuger taten sich kaum weh. Die Schlägerei zwischen Niki Altorfer und Zugs Santeri Alatalo bei Spielmitte war der emotionale Ausreisser des Abends.

Das Toreschiessen fällt den Thurgauern schwer

Defensiv zwar fehlerhaft aber zu Beginn noch ganz gefällig hatte der HCT vorne gar nichts auszurichten. Er zeigte einmal mehr, dass das Toreschiessen sein grosses Manko im Cup ist. Am Ende resultierte ein 0:6 und somit im sechsten Jahr die sechste Erstrundenniederlage. Zuvor hatte es gegen Davos (0:4), Kloten (1:5), Lugano (0:7), erneut Kloten (2:6) und Ambri (0:6) Schlappen abgesetzt. Insgesamt stehen seit 2014 nur drei Thurgauer Cup-Tore zu Buche.

Thurgau – Zug (NLA) 0:6 (0:1, 0:2, 0:3)

Güttingersreuti, Weinfelden – 931 Zuschauer – SR Dipietro/Mollard, Kovacs/Kehrli.
Tore: 9. Kovar 0:1. 23. Lindberg (Alatalo/Ausschluss Merola) 0:2. 37. Zehnder (Hofmann, Thiry) 0:3. 41. (40:14) Simion (Hofmann, Kovar) 0:4. 45. Hofmann (Martschini/Ausschluss Frei) 0:5. 48. Martschini (Lindberg, Diaz) 0:6.
Strafen: je 6-mal 2 Minuten.
Thurgau: Aeberhard; Parati, Seiler; Collenberg, Steinauer; Scheidegger, Fechtig; Engeler; Altorfer, Connor Jones, Kellen Jones; Fabio Hollenstein, Rundqvist, Merola; Hobi, Rehak, Loosli; Moser, Niedermaier, Frei; Zanzi.
Zug: Luca Hollenstein; Diaz, Morant; Zgraggen, Schlumpf; Alatalo, Zryd; Thiry; Hofmann, Kovar, Simion; McIntyre, Lindberg, Martschini; Bachofner, Senteler, Klingberg; Schnyder, Albrecht, Leuenberger; Zehnder.
Bemerkungen: Thurgau ohne Brändli, Kellenberger, Wildhaber, Moosmann (alle verletzt) und Huber (überzählig). Zug ohne den Schweden Thorell und mit dem 19-jährigen St. Galler Luca Hollenstein im Tor anstelle von Leonardo Genoni. – 16. Lattenschuss Senteler.

Thurgaus erste Hürde ist eine Wand

Das Cup-Heimspiel heute um 20.15 Uhr gegen Titelverteidiger Zug ist der erste Ernstkampf für den HC Thurgau in der Eishockeysaison 2019/20. Trainer Stephan Mair sieht sein Team in mehreren Bereichen verstärkt. Das ist gut so. Denn seit dem vergangenen, erfolgreichen Winter sind auch die eigenen Ansprüche gestiegen.
Matthias Hafen