Bottighofer Kanti-Schüler: Science-Fiction liest er nur, wenn nichts physikalisch Falsches darin vorkommt

Der Bottighofer Leo Thom hätte am Finale der Physikolympiade von Anfang April teilnehmen sollen. Corona verhinderte es. Auch sein Studium in Konstanz leidet darunter.

Stefan Böker
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Leo Thom vor der Kantonsschule Kreuzlingen.

Leo Thom vor der Kantonsschule Kreuzlingen.

(Bild: Stefan Böker)

Die Absage des auf den 15. März in Aarau angesetzten Finales kam kurzfristig. «Am Donnerstag hiess es noch, der Anlass finde statt», sagt Kanti-Schüler Leo Thom enttäuscht. Die letzte Runde der schweizweit ausgetragenen Physikolympiade soll zwar nachgeholt werden, wann, steht allerdings in den Sternen.

Was auch eine positive Seite hat: «Ich habe sehr viel Zeit mit Lernen verbracht. Das war jedoch nicht umsonst, im Grunde habe ich nun einfach mehr Zeit zur Vorbereitung», meint Thom im Hinblick auf den Showdown der 27 besten jungen Physiker des Landes. «Das Wissen geht nicht verloren.»

Die fünf Besten sollten nach Litauen fahren

649 Teilnehmende waren es anfangs, in die zweite Runde kamen 126. «Drei grosse Aufgaben gab es dort zu lösen», berichtet Leo. «Das Niveau wurde immer anspruchsvoller.» In Aarau hätten die besten fünf ausgesiebt werden sollen, um die Schweiz später am internationalen Abschluss des Wettbewerbs in Litauen zu vertreten. Wenn er dort gut abschneidet, würde sich das auch im Lebenslauf gut machen. Aber das war nicht die Hauptmotivation des 18-Jährigen. «Mir macht Lernen, und Physik im Besonderen, einfach Spass», sagt der junge Wissenschaftler.

«Ich war schon immer fasziniert von mathematischen Naturgesetzen und wollte wissen, wie die Welt funktioniert. Mein Umfeld motiviert mich entsprechend.»

Als Mitglied der MINT-Klasse fördert ihn die Kantonsschule Kreuzlingen in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Und als derzeit einziger Kreuzlinger Schüler nimmt er am sogenannten «Schüler-Studium» der Universität Konstanz teil. Er darf im Unterricht fehlen, um wie ein regulärer Student Vorlesungen zu besuchen und Prüfungen zu absolvieren – vorausgesetzt, der Schulstoff bleibt nicht liegen.

Bisher belegte er Kurse in Mathematik, Biologie, Philosophie, Psychologie und im vergangenen Jahr hauptsächlich Physik. «Am Anfang war es nicht leicht, Schule und Uni zu balancieren», sagt der Bottighofer. «Aber mittlerweile läuft alles problemlos. Ich kann es nur weiterempfehlen.»

Der Weg an die Uni ist zu

Am 1. April würde Thoms sechstes Semester an der Uni Konstanz beginnen, aber das verhinderte die Corona-Pandemie. Langweilig wird es ihm trotzdem nicht: Die Maturaprüfungen stehen vor der Tür. Und einfach mal entspannen und ein Science-Fiction-Buch lesen? «Nur, wenn nichts physikalisch Falsches darin vorkommt», sagt er. «Ansonsten lese ich lieber ein Sachbuch.»

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