Schwimmer der Steganlage im Romanshorner Hafen sind voller Löcher

Die Stadt Romanshorn will für 3,5 Millionen Franken die marode gewordene Infrastruktur ersetzen. Das verlangt von den Schiffseignern Flexibilität.

Markus Schoch
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Die Steganlage im Boots- und Inselihafen ist in einem schlechten Zustand.

Die Steganlage im Boots- und Inselihafen ist in einem schlechten Zustand.

(Bild: Reto Martin)

Die Steganlage ist in die Jahre gekommen. «Sie hat nach 43 Jahren das Ende ihrer Lebensdauer erreicht», sagte Stadträtin Tamara Wiedermann am Mittwochabend vor rund 20 Personen an einer Informationsveranstaltung. Die Korrosion hat den Schwimmern schwer zugesetzt und Löcher ins Metall gefressen, so dass die Auftriebskörper im See mit Wasser voll laufen. Die Stadt hatte extra einen demontiert und in die Kanti transportiert, damit sich alle Interessierten ein Bild von den Schäden machen können.

Stadträtin Tamar Wiedermann.

Stadträtin Tamar Wiedermann.

(Bild: Reto Martin)

Romanshorn will die marode gewordene Hafen-Infrastruktur für rund 3,5 Millionen Franken erneuern. Den entsprechenden Kredit bringt die Stadt am 9. Februar zur Vorlage. Die Investition kostet die Steuerzahler nichts. Die Rechnung begleichen die Schiffsbesitzer, die im Schnitt künftig rund 19 Prozent höhere Mietpreise für den Hafenplatz zahlen werden, wobei Auswärtige stärker zur Kasse gebeten werden als Einheimische. Wiedermann versicherte:

«Wir sind im Vergleich aber auch dann immer noch günstig.»

Trotzdem müsse die Stadt ein Auge darauf haben, dass sich auch künftig Jüngere die Miete leisten könnten, sagte ein Besucher. Es wäre seiner Meinung nach schade, wenn dereinst nur noch «privilegierte Kreise» genügend Geld für einen Hafenplatz hätten.

Kunststoffschwimmer lösen sich nicht auf im Wasser

Ein anderer Mann wäre wenig erfreut, wenn die neuen Schwimmer aus Kunststoff wären, sagte er mit Verweis auf das Problem mit Mikroplastik in den Gewässern. «Wir würden es nur noch schlimmer machen.» Diese Befürchtung sei gegenstandslos, meinte Eduard Schiebelbein vom Ingenieurbüro Staubli, Kurath & Partner AG in Zürich. Der Kunststoff zersetze sich nicht im Wasser, sondern werde spröde und damit anfällig gegenüber mechanischen Belastungen. Zudem sei in Bezug auf das Material noch alles offen. Für die Schwimmer in Frage kämen auch Beton oder Alu - je nach Offerte.

Klar ist, dass es zu Umplatzierungen von Schiffen kommen wird, vor allem in Inselihafen, sagte Werkhofchef Peter Höltschi. Ein Vertreter der Boatsharing-Genossenschaft Sailcom hätte sich gewünscht, dass alle Leihboote mittelfristig zusammen gelegt werden. Höltschi wollte nichts versprechen. «Es gibt viele Interessen im Hafen, die wir wahrscheinlich nicht alle unter einen Hut bringen.»