Schwimmbad Thurfeld in Schönenberg: Saison fällt trotz Coronapandemie nicht ins Wasser

Am Samstag, 6. Juni, öffnet das Schwimmbad Thurfeld in Schönenberg erstmals in diesem Jahr seine Tore – mit weniger Einschränkungen als befürchtet. Die maximale Besucherzahl muss aber nach unten korrigiert werden.

Georg Stelzner
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Sie sorgen für die Sicherheit und das Wohl der Besucher: Sven Aschwanden, Präsident der Schwimmbadgenossenschaft; Anni Wunderlich, Verantwortliche für die Gastronomie und den Kiosk; Chefbadmeister Kuno Berger und sein Stellvertreter Matthias Petzoldt.

Sie sorgen für die Sicherheit und das Wohl der Besucher: Sven Aschwanden, Präsident der Schwimmbadgenossenschaft; Anni Wunderlich, Verantwortliche für die Gastronomie und den Kiosk; Chefbadmeister Kuno Berger und sein Stellvertreter Matthias Petzoldt.

Bild: Georg Stelzner

Sven Aschwanden atmet auf. «Mit der Vorstellung, lediglich fünf Personen gleichzeitig ins Schwimmbecken lassen zu dürfen und die Liegewiese ab- sperren zu müssen, hätte ich grosse Mühe gehabt», räumt der Präsident der Genossenschaft Schwimmbad Thurfeld ein.

Doch dazu kommt es jetzt nicht, da sich die Lage an der Corona- front merklich entspannt hat und somit ein Badevergnügen fast wie in den «guten alten Zeiten» möglich sein wird.

Man setzt auf die Vernunft und den Gewöhnungseffekt

Von den restriktiven Bestimmungen sind nach den Worten Aschwandens die Abstands- und Hygienevorschriften geblieben. «An diese haben sich die meisten Leute inzwischen gewöhnt, weshalb ich zuversichtlich bin, dass es klappen wird», sagt der Genossenschaftspräsident.

Das 50-Meter-Becken und die Rutschbahn im Schwimmbad Thurfeld.

Das 50-Meter-Becken und die Rutschbahn im Schwimmbad Thurfeld.

Bild: Georg Stelzner

Man sei auf die Vernunft der Gäste angewiesen und werde bezüglich der Einhaltung «nicht Polizist spielen». Für den Gastronomiebereich gelte die Regelung, dass bei mehr als fünf Personen am selben Tisch ein Gast seine Personalien bekanntgeben müsse, um eine allfällige Ansteckung mit dem Virus zurückverfolgen zu können. Diese Daten würden 14 Tage aufbewahrt.

Besucher könne Gutschein der Kantonalbank einlösen

Auf dem weiten Gelände des Freibads verbringen an Spitzentagen bis zu 1000 Personen aus der Region ihre Freizeit. «Coronabedingt dürfen es jetzt nur noch maximal 850 sein», erklärt Aschwanden in der Hoffnung, nie jemandem den Eintritt verwehren zu müssen, weil diese Limite sonst überschritten würde.

Apropos Eintritt: Der an alle Haushalte verteilte Gutschein im Wert von 30 Franken der Thurgauer Kantonalbank kann auch im Schwimmbad Thurfeld eingelöst werden.

Kurse können durchgeführt werden

Einem häufig geäusserten Wunsch entsprechend, werde es heuer erstmals möglich sein, statt mit Bargeld, mit einer Karte oder der Bezahl-App Twint zu zahlen, macht Aschwanden auf eine wichtige Neuerung aufmerksam.

Der Cannonball: Herausforderung und Attraktion für Wagemutige.

Der Cannonball: Herausforderung und Attraktion für Wagemutige.

Bild: Georg Stelzner

Mit dem Schwimmkurs am Ende der Sommerferien, hauptsächlich für Kinder gedacht, könne man mit einer weiteren Premiere aufwarten. Weiterhin im Angebot seien die «Aquafit»-Kurse, nun mit maximal 30 Teilnehmenden.

Finanzielle Folgen der Pandemie ungewiss

Eine Prognose, wie sich die Coronapandemie mit ihren Einschränkungen in finanzieller Hinsicht auswirken wird, wagt der Genossenschaftspräsident nicht. Das sei extrem schwierig abzuschätzen. Er schliesst jedoch nicht aus, dass heimische Schwimmbäder von der speziellen Situation sogar profitieren könnten. Dann nämlich, wenn viele Leute ihre Ferien im Inland verbringen werden.

Mit dreiwöchiger Verspätung kann am Wochenende also der Startschuss für die neue Saison gegeben werden. Sie soll bis 13. September dauern. Ob vom Angebot Gebrauch gemacht wird und die von der Raiffeisenbank gesponserten Sonnenschirme zum Einsatz kommen, hängt vom Wetter ab. Kleiner Wermutstropfen im Freudenkelch: Die Prognosen für die nächsten Tage sind nicht besonders verheissungsvoll.

Freizeiteinrichtung auf genossenschaftlicher Basis

Anders als in den Städten Bischofszell und Amriswil ist das vor 53 Jahren in Betrieb genommene Schwimmbad Thurfeld in Schönenberg genossenschaftlich organisiert. Für diese Rechtsform hatte man sich einst entschieden, um eine breitere Abstützung zu erreichen. Im Vorstand, der seit 2019 vom Schönenberger Sven Aschwanden präsidiert wird, sind neben den Politischen Gemeinden Kradolf-Schönenberg und Sulgen auch die Volksschulgemeinde Region Sulgen und die Bürgergemeinde Kradolf-Schönenberg vertreten.

Das Freibad ist in jüngster Vergangenheit in zwei Phasen modernisiert worden. Die nächsten Sanierungsmassnahmen werden die Folie im Schwimmbecken und die Rutschbahn betreffen. Das Freibad ist an allen sieben Wochentagen geöffnet: vom Juni bis August jeweils von 9 bis 20 Uhr und im September von 9 bis 19 Uhr; bei schlechtem oder unsicherem Wetter von 9 bis 11 Uhr. Erwachsene zahlen für die Saisonkarte 80 Franken (plus Depot), Schüler die Hälfte. Der Tageseintritt kostet Fr. 6.50. (st)