Schweizer Armeespiel trompetet weiter auf ausländischen Posaunen

Erstmals konnte das Thurgauer Musikhaus seine Instrumenten dem Schweizer Armeespiel präsentieren. Dennoch haben ausländische Modelle gewonnen.

Sabrina Bächi
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Marco Weber leitet das Weinfelder Musikhaus Blaswerk Haag. (Bild: Reto Martin)

Marco Weber leitet das Weinfelder Musikhaus Blaswerk Haag. (Bild: Reto Martin)

Resignation ist aus Marco Webers Stimme rauszuhören. Nach jahrelangem Kampf durften im Frühling erstmals auch Schweizer Instrumentenbauer dem Armeespiel ihre Instrumente zur Offerte einreichen. Genutzt hat es jedoch nichts.

Wieder kommen ausländische Modelle zum Zug. Dies, obwohl das Blaswerk Haag in Weinfelden die preislich günstigste Bassposaune offerierte. Weber, Geschäftsführer des Blaswerks, ist enttäuscht. «Eigentlich geht es für uns um einen Grundsatzentscheid. Ist denn die Wertschöpfung in der Schweiz gar nichts wert?»

Diese Frage stellte am Montag auch SP-Nationalrat Matthias Aebischer dem Bundesrat. Aebischer ist Präsident der Interessengemeinschaft der Instrumentenbauer. Die Frage hat der Bundesrat an die Armasuisse weitergeleitet. Weber erhofft sich von der Antwort jedoch nicht viel. «Anscheinend haben qualitative Kriterien den Ausschlag gegeben», sagt er.

Das sei jedoch insofern etwas befremdlich, weil das Schweizer Produkt gerade wegen seiner Qualität gekauft werde. «Ich weiss gar nicht genau, wer die Posaunen getestet hat.» Das sei schon auch entscheidend, denn einige Posaunisten im Schweizer Armeespiel seien Markenvertreter der ausländischen Anbieter. «Logisch empfehlen diese nicht unser Produkt – auch wenn es besser wäre», mutmasst Weber.

Schliesslich wandern nun rund 300000 Franken für die 48 Bassposaunen ins Ausland. «Das Schweizer Handwerk hat nichts davon. Das ist sehr schade.»

Missklang im Militärspiel

Schweizer Rekruten spielen auf ausländischen Blasinstrumenten. In den Ohren mancher Politiker klingt das gar nicht gut. Der Thurgauer SVP-Präsident Ruedi Zbinden und der St.Galler CVP-Nationalrat Jakob Büchler wollen das ändern.
Sabrina Bächi