SCHULWAHLEN
Vier neue Kandidatinnen und Kandidaten bringen Schwung in die Erneuerungswahl für die Kreuzlinger Primarschulbehörde

Das Gedränge um die Sitze ist gross: Zehn Kandidaten bewerben sich um acht Sitze in der Behörde. Von einer ausgeglichenen Verteilung unter den Parteien kann keine Rede sein.

Urs Brüschweiler
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Das Schulpräsidium in der Villa Louisa.

Das Schulpräsidium in der Villa Louisa.

Donato Caspari (Bild: 24. September 2018)

Während sich im Schulpräsidium und in der Sekundarschulbehörde für den 7. März eine unspektakuläre Erneuerungswahl abzeichnet, drängeln sich die Bewerber um die Sitze für die Primarschulbehörde. Zehn Kandidaten rangeln um acht Plätze. Ein freiwilliger Parteienproporz ist bisher und wohl auch nach den Wahlen kaum auszumachen. Während die Freisinnigen mit drei Mitgliedern und Präsidentin Seraina Perini eigentlich deutlich übervertreten ist, stellt die SVP weder ein bisheriges Mitglied noch einen Kandidaten.

Vizepräsident Markus Blättler (FDP), Christine Graeser (SP), Franziska Lioi (CVP), Silvia Meier (Freie Liste) und Cvjetko Miljic (FDP) sind allesamt schon länger mit dabei und möchten weitermachen. Ebenfalls als Bisheriger gilt Andreas Schreiber (FDP), obwohl er erst vor drei Monaten als Sieger aus der Ersatzwahl hervorging und sich wohl erst knapp in der Behörde eingelebt hat. Seine beiden damaligen Konkurrenten erhalten nun erneut die Gelegenheit, in die Behörde einzuziehen und wollen sie nutzen.

Martin Lorenz: der Strategiker

Martin LorenzKandidat der Freien Liste

Martin Lorenz
Kandidat der Freien Liste

(Bild: Andrea Stalder - 25. August 2020)

Für Martin Lorenz, er wird von der Freien Liste portiert, sei die Entscheidung relativ schnell festgestanden, dass er es am 7. März noch einmal probieren will. «Ich habe während und nach des Wahlkampfs von vielen Seiten Zuspruch erhalten», sagt er. Und da es nun gleich zwei Vakanzen gebe, sehe er seine Chancen durchaus intakt. Für einen erneuten Wahlkampf sei nun schon alles bereit, der Aufwand halte sich deshalb in Grenzen. «Dafür profitiere ich sicher von meinem jetzt gesteigerten Bekanntheitsgrad.» Inhaltlich hat sich beim 43-jährigen Familienvater nichts geändert. Er möchte vor allem seine Erfahrung in der strategischen Planung in die Schulbehörde einbringen. Eine saubere Balancierung der Digitalisierung und eine professionelle Immobilienbewirtschaftung sind weitere wichtige Themen für Lorenz.

Mechthild Täschler: die selbstbewusste Unabhängige

Mechthild Täschler, parteilose Kandidatin

Mechthild Täschler, parteilose Kandidatin

(Bild: Andrea Stalder - 25. August 2020)

Voll motiviert für den erneuten Anlauf ist auch Mechthild Täschler. Bei der Ersatzwahl habe sie gemerkt, das ihre Kandidatur als parteilose Alternative durchaus gern gesehen war. «Man muss in keiner Partei sein, für ein solches Amt.» Da sie sich jedoch ohne diese Unterstützung keinen aufwendigen Wahlkampf leisten könne, sei es für sie von grosser Bedeutung, dass eine vorgedruckte Namenliste bei den Stimmunterlagen dabei liegt. «Am 7. März ist das ja nun wieder der Fall.» Die 49-jährige Betriebswirtin und Mutter einer Primarschülerin gibt sich selbstbewusst: «Ich bin überzeugt, die Behörde könnte mich gut gebrauchen.» Nach wie vor sind ihre Hauptanliegen, die Verbesserung der Elternbeteiligung und die Installation von Schülersprechern.

Fatmire Ibraimi-Ljoki: Für die Individualität der Kinder

Fatmire Ibraimi-LjokiKandidatin SP

Fatmire Ibraimi-Ljoki
Kandidatin SP

(Bild: PD)

Die SP besetzt mit Christine Gräser und Karen Kägi aktuell zwei Sitze in der Primarschulbehörde. Letztere hört aber auf. Als ihre Nachfolgerin stellt sich die 39-jährige Fatmire Ibraimi-Ljoki zur Verfügung. Sie kennt die Kreuzlinger Schulen bestens aus der eigenen Jugend und durch ihre beiden schulpflichtigen Kinder. Ihre Motivation für das Amt sei denn auch «das Maximum für die Kinder herauszuholen». Als berufstätige und engagierte Mutter, Fatmire Ibraimi arbeitet als Standortleiterin bei der Spitex Kreuzlingen, sind ihr die Herausforderungen der ausserschulischen Betreuung ein Anliegen. Und sie möchte den Fokus vermehrt auf die individuelle Förderung der Schüler legen. «Das ist ein ganz wichtiges Thema. Es gibt Kinder, die etwas mehr Unterstützung brauchen.» In Kreuzlingen habe man derzeit in verschiedener Hinsicht gute Systeme, von denen ihre Familie schon profitieren konnte und die es zu erhalten gelte. Fatmire Ibraimi möchte deshalb gerne in der Primarschulbehörde mitarbeiten. «Die nötige Zeit für das Amt werde ich mir gerne nehmen, dank der guten Unterstützung meines Manns wird das klappen.»

Judith Hutterli: die grüne Herausforderin

Judith HutterliKandidatin Grüne

Judith Hutterli
Kandidatin Grüne

(Bild: PD)

Das Quartett der Neuen komplettiert die 47-jährige Judith Hutterli. Von Brigitta Engeli, Mitglied der Sekundarschulbehörde und Grünen-Bezirkspräsidentin, sei sie angefragt worden. «Wer nicht wagt, der gewinnt nicht», sagte sie sich und erklärte sich bereit. Sie wolle auch nicht immer «schimpfen», sondern etwas zu Gunsten der Allgemeinheit beitragen. Ihre drei Kinder haben das Primarschulalter alle bereits verlassen, aber diese Erfahrungen könne sie in der Behörde nun einbringen. Persönlich dem Sozialbereich zugetan, sieht sie die familienergänzende Betreuung und die integrative Schule als spannende und herausfordernde Themen. Ihr 60 Prozent-Pensum bei der Bernina in Steckborn lasse das Amt in der Primarschulbehörde zu.