Schule per E-Mail: In Weinfelden gibt's Unterricht nur noch online

Die Primarschule Weinfelden stellt ab Dienstag auf Fernunterricht um. Das Betreuungsangebot steht ebenfalls, genutzt wird es wahrscheinlich wenig.

Sabrina Bächi
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Im ganzen Land gibt es keinen Präsenzunterricht mehr. Die Schule Weinfelden hat sich bereits organisiert.

Im ganzen Land gibt es keinen Präsenzunterricht mehr. Die Schule Weinfelden hat sich bereits organisiert.

(Mario Testa)

Thomas Wieland hat das ganze Wochenende gearbeitet. Als Präsident der Primarschule Weinfelden ist er im Moment besonders gefordert. An einer Behördensitzung am Samstag hat er mit seinem Team den schulischen Fahrplan zusammengestellt, wie es bis zu den Frühlingsferien weitergehen soll. 

Nun steht fest: Die Kinder werden Aufträge per E-Mail erhalten. Telefonischer Kontakt soll ebenfalls stattfinden, und Ende der Woche müssen die Schüler ihre Arbeiten an die Lehrpersonen zurückschicken. «Damit haben wir eine Kontrolle, ob die Schüler die Arbeiten auch erledigen», sagt Wieland.

Vertiefungsarbeit statt neue Themen

Ziel sei es, jetzt mit Vertiefungsarbeiten den Schülern möglichst selbständiges Arbeiten zu ermöglichen. «Es werden keine neuen Themen behandelt, sondern solche, die die Kinder bereits kennen.» 

Dies heisse etwa ein Buch zu lesen und eine Zusammenfassung darüber zu schreiben, gibt Wieland als Beispiel an. Vertiefungsarbeiten seien angebrachter als neue Themen. Im Gegensatz zum Regelunterricht haben die Kinder jedoch weniger Schule. Die Aufträge würden pro Tag etwa zwei bis drei Lektionen ergeben, sagt Wieland.

Eltern vermehrt in der Pflicht

Die Eltern sind zudem vermehrt in der Pflicht, ihre Kinder zu kontrollieren, ob sie die Arbeiten auch erledigen. Zudem müssen sie die Aufträge, die per Mail reinkommen, an die Kinder weiterleiten. Schwierig werde es bei Eltern, die ihre Kinder nicht so gut unterstützen könnten. Etwa wegen sprachlicher Barrieren oder weil die Eltern arbeiten müssten.

«Dort kommt dann aber das Betreuungsangebot zum Zug, welches wir zur Verfügung stellen.» Will heissen: Alle Schulhäuser sind zu Unterrichtszeiten geöffnet. Etwa fünf bis sechs Kinder könnten pro Klassenzimmer betreut werden, ohne die Regeln des Bundes bezüglich der sozialen Distanz zu verletzten.

Dass mehr Kinder pro Klasse im Schulhaus sein werden, glaubt Wieland nicht. «Wir haben die Eltern gebeten, sich bei uns zu melden, wenn sie Betreuungsbedarf hätten. Wir wurden nicht gerade mit Anfragen überschwemmt», sagt der Schulpräsident. Die Eltern würden sich in dieser ausserordentlichen Lage entsprechend organisieren. 

Wie geht es nach den Frühlingsferien weiter?

Auch er selbst muss sich organisieren. «Für diese Situation reicht mein derzeitiges Pensum von 45 Prozent natürlich nicht aus. Ich habe aber mit meinem Arbeitgeber eine Lösung gefunden. Es ist wichtig, dass ich da bin, wenn es mich braucht.»

In den kommenden Tagen warten weitere Sitzungen auf ihn. Er wird mit seinem Team vor allem auch besprechen, wie es mit der Schule weitergeht, sollte der Präsenzunterricht auch nach den Frühlingsferien ausfallen.

In der Sekundarschule wird der schulische Fahrplan derzeit noch diskutiert. «Einen Vorteil haben wir jedoch: Unsere Schüler sind in einem Alter, in dem sie keine Betreuung mehr benötigen», sagt Beat Gähwiler, Präsident der Sekundarschule Weinfelden.