Die sonderpädagogische Tagesschule der Sek Romanshorn ist eine Erfolgsgeschichte: Doch sie kann nicht am heutigen Standort bleiben

Aus feuerpolizeilichen Gründen muss die Kleinklasse spätestens im August die Räumlichkeiten im ehemaligen Hydrel-Fabrikgebäude verlassen. Noch keine neue Lösung in Sicht.

Markus Schoch
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Viel Platz und ideale Bedingungen: Nicole Müller, Denise Stettler und Felix Tiefenbacher vom Leitungsteam besprechen sich am Tablet.

Viel Platz und ideale Bedingungen: Nicole Müller, Denise Stettler und Felix Tiefenbacher vom Leitungsteam besprechen sich am Tablet.

Bild: Reto Martin

Es läuft gut. Und es soll weiter gut laufen. Dafür braucht die so genannte Schule im Park aber neue Räumlichkeiten. Denn am heutigen Standort im ehemaligen Hydrel-Gebäude neben dem Hotel Inseli direkt am See können die Jugendlichen beziehungsweise das Leitungsteam mit Nicole Müller (Primarlehrerin, Sozialpädagogin), Denise Stettler (Sozialpädagogin) und Felix Tiefenbacher (Sekundarlehrer) nicht bleiben. «Spätestens im August zum Beginn des neuen Schuljahres müssen wir etwas anderes haben», sagt Sekundarschulleiter Markus Villiger. Der Grund sind Brandschutzvorschriften, die den Schulbetrieb im ersten Stock der Fabrikliegenschaft nicht länger erlauben. Villiger sagt:

«Wir haben keinen Stress.»

Es gäbe die Möglichkeit, in einen anderen Gebäudeteil auf dem 11400 Quadratmeter grossen Areal umzuziehen. Allerdings bekäme die Sekundarschulgemeinde keinen längerfristigen Mietvertrag von der neuen Besitzerin der Liegenschaft; seit letztem Jahr gehört sie der M.U.T. Areal Lakeside AG mit Sitz in Oberägeri.

Wir sind guten Mutes, dass sich etwas ergibt»

«Wir hätten am liebsten eine dauerhafte Lösung, bei der sich auch unsere Investitionen in die Infrastruktur rechnen», sagt Villiger. Bis jetzt hätten sie noch nichts gefunden. «Wir sind aber guten Mutes, dass sich etwas ergibt.»

Leichten Herzens würden sie die Räumlichkeiten am heutigen Ort nicht verlassen, sagt Nicole Müller.

«Wir sind sehr gerne hier.»

Die Bedingungen seien ideal. «Es ist perfekt.» Sie hätten zwei grosse Schulzimmer plus einen Lehrerbereich, eine Küche und den schönen Seepark vor der Haustür als Pausengelände.

Das Bedürfnis ist gross

Schulleiter Markus Villiger.

Schulleiter Markus Villiger.

Bild: PD

An der sonderpädagogischen Tagesschule wolle die Sek auf jeden Fall festhalten, sagt Villiger. Sie sei «ein Erfolgsprojekt» und entspreche einem breiten Bedürfnis. Ausgelegt ist der Betrieb für zwölf Schüler. In den letzten Jahren besuchten aber meist mehr Jugendliche den Unterricht. «Wir mussten auch schon mal bei Anfragen von benachbarten Schulgemeinden Nein sagen», sagt Villiger. 13 Mädchen und Buben sind das Maximum. Andernfalls sei es nicht mehr möglich, auf ihre individuellen Bedürfnisse einzugehen.

Die Schule im Park will den Jugendlichen ein Umfeld bieten, das es ihnen ermöglicht, Selbstvertrauen zu gewinnen und vorwärts zu kommen, so dass sie den Sprung in die Berufswelt schaffen. Müller sagt:

«Ziel ist, dass alle eine Anschlusslösung finden, im Idealfall eine Lehrstelle.»

Die meisten würden die Kurve tatsächlich kriegen, was dem Leitungsteam ein sehr gutes Zeugnis ausstelle. Dass sie auf dem richtigen Weg seien, würden ihm auch Rückmeldung von Eltern bestätigen, sagt Villiger. Kürzlich seien der Vater und die Mutter eines Schülers zu ihm gekommen mit der Bitte, ihren Sohn in der Klasse lassen zu dürfen - obwohl sie wegziehen würden. Denn hier habe er die Chance auf ein geregeltes Leben, das er sonst vielleicht nicht hätte.

Sek hält an Auszeit-Angebot fest

Der Kanton muss sparen und zahlt nichts mehr an die drei Time-out-Schulen im Thurgau. Auf diejenige in Romanshorn hat der Entscheid keine Konsequenzen. «Wir haben eine soziale Verantwortung», sagt Schulleiter Markus Villiger.
Markus Schoch

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Markus Schoch