Schule Bürglen braucht mehr Platz: Aber der Dachstock des Schlosses ist ungeeignet

An der Schule Bürglen steigen die Schülerzahlen. Der Schulraum wird knapp. Die Schulbehörde hat deshalb eine Machbarkeitsstudie für die Schulraumerweiterung in Auftrag gegeben

Hannelore Bruderer
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Das Schulhaus Zeltli in Bürglen.

Das Schulhaus Zeltli in Bürglen.

(Bild: Nana do Carmo 23.11.2011)

Ende April wollte die Behörde die Schulbürger über die Schülerzahlentwicklung und die Raumsituation an der Schule Bürglen informieren. Aufgrund des Versammlungsverbots musste der Anlass abgesagt werden. Ebenso abgesagt wurde die Gemeindeversammlung, an der nebst der Rechnung 2019 auch ein Kredit von 40'000 Franken für eine Machbarkeitsstudie zur Schulraumerweiterung traktandiert war.

Da der Betrag innerhalb ihres Kompetenzbereichs liegt, hat die Schulbehörde nun der Firma Strittmatter Partner AG in St. Gallen den Auftrag zur Studie erteilt. Schulpräsident Rolf Gmünder sagt:

Schulpräsident Rolf Gmünder

Schulpräsident Rolf Gmünder

(Bild: Mario Testa, 10.3.2017))
«Wir bedauern, dass wir die Einwohner nicht ab Beginn dieses Prozesses so einbeziehen konnten,
wie wir es gerne wollten.»

Meinungsbildung wäre derzeit kaum möglich

Auf eine briefliche Abstimmung zusammen mit der Rechnung 2019 hat die Schulbehörde bewusst verzichtet. Sie begründet diesen Schritt damit, dass unter den aktuellen Bedingungen eine Meinungsbildung kaum möglich und eine Abstimmung nicht zwingend ist. «Da wir nicht wissen, wie lange das Versammlungsverbot noch gilt, wollten wir aber auch nicht wertvolle Monate verstreichen lassen», sagt Gmünder.

«Wir hoffen, dass die Machbarkeitsstudie bis zur nächsten Versammlung im Herbst vorliegt und dass wir den Stimmbürgern im Frühling 2021 einen Planungskredit vorlegen können.»

Dass die Behörde aufs Gaspedal drückt, hat gute Gründe. Denn die Schülerzahlen in der Gemeinde zeigen für die nächsten Jahre klar nach oben. Bereits in drei Jahren wird mehr Schulraum für den Zyklus 1 benötigt, der den Kindergarten bis zu den 2. Klassen umfasst, und auch beim Zyklus 2, von den 3. bis zu den 6. Klassen, zeichnet sich ein weiterer Raumbedarf ab. Bis auf wenige Stunden sind auch die Turnhallen immer belegt. In die Studie einbezogen werden auch Überlegungen zum Thema Tagesstrukturen.

Alle Bürgler Schulzimmer sind bereits belegt

Bei den Schulstandorten Istighofen und Leimbach sieht der Schulpräsident keinen Handlungsbedarf, dort reicht der vorhandene Raum wohl auch in den kommenden Jahren aus. Anders sieht es beim Schulstandort Bürglen aus. «Bereits jetzt sind alle Schulzimmer belegt. Treffen unsere Berechnungen ein, wird spätestens 2023 zusätzlicher Schulraum benötigt», sagt der Schulpräsident.

Zwar besässe die Schule in ihren Gebäuden in Bürglen noch drei Wohnungen, die sie vermietet habe, diese seien jedoch für eine Umnutzung ungeeignet. Das­selbe treffe auf das Dachgeschoss des Schlosses zu. Im Fokus der Überlegungen zur baulichen Erweiterung steht das alte Sekundarschulgebäude, das 1963 erstellt worden ist.

Dort steht eine Totalsanierung oder ein Neubau an, denn die jetzige Raumaufteilung und Infrastruktur lässt keine sinnvollen Neuerungen zu. Die Schulbehörde will jedoch der Studie nicht vorgreifen und lässt alle Möglichkeiten offen.

«Wir streben ein nachhaltiges, flexibles Gesamtkonzept an, das es uns ermöglicht, in Etappen so zu vergrös­sern, wie es unserem Bedarf entspricht.»