Schüler aus Romanshorn fordern Jugendtreff zurück

Im letzten Sommer schloss die Stadt den Jugendtreff vorübergehend. Rund 400 Erwachsene und Jugendliche fordern jetzt die Wiedereröffnung. Die Stadt ist nun auf der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten.

Jana Grütter
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David H. Bon und Bettina Beck im Gespräch mit Vertretern des Schülerrats bezüglich des Jugendtreffs. (Bild:PD)

David H. Bon und Bettina Beck im Gespräch mit Vertretern des Schülerrats bezüglich des Jugendtreffs. (Bild:PD)

Die Stadt hat die Bedeutung eines stationären Jugendtreff als Begegnungs- und Aufenthaltsortes unterschätzt, als sie diesen im vergangenen Jahr sistierte. Doch nun sammelten Mitglieder des Schülerrats der Sekundarschule Romanshorn rund 400 Unterschriften und fordern die Wiederaufnahme des Treffbetriebs.

Stadtpräsident David H. Bon und Stadtschreiberin Bettina Beck tauschten sich bei der Entgegennahme der Petition im Gemeindehaus kurz mit den Jugendlichen aus. Dort gaben die Schüler ihrer Erwartung Ausdruck, dass eine Stadt von der Grösse Romanshorns unbedingt einen Jugendtreff unterhalten müsse. Ausserdem habe der Schülerrat die Räumlichkeiten für Veranstaltungen geschätzt.

Schüler ergriffen selbstständig die Initiative

«Die Petition wurde nicht von der Sekundarschule lanciert», sagt Markus Villiger, Schulleiter der Sekundarschule. Die Jugendlichen haben aus eigener Initiative gehandelt. «Wir zeigten den Schüler nur, wie sie vorgehen können, wenn sie etwas ändern möchten.»

Petra Keel: «Wir möchten die Jugendarbeit breiter aufstellen»

Die zuständige Stadträtin Petra Keel verteidigt das Vorgehen. «Wir möchten die Jugendarbeit breiter aufstellen». So seien bisher alle Ressourcen in den Jugendtreff geflossen. «Das ist zu einseitig.» Die Behörde hat sich eigentlich vorgenommen, das Budget um jährlich 20'000 Franken zu kürzen.

In den letzten Jahren belief sich der Kostenrahmen auf 110'000 Franken. Fast das ganze Geld ging an den Jugendtreff, was in was bei den Verantwortlichen und im Stadtrat zu Diskussionen führte, weil damit Spielraum fehlte, neue Wege zu gehen.

Stadtrat schafft neuen Raum für Jugendliche

In diesem Sinn möchte sich Romanshorn neu orientieren. «Wir sind sehr bemüht, den Jugendlichen bald wieder einen eigenen Raum für sich zu geben.» Ausserdem sei der Treff nicht mehr zeitgemäss. «Wir müssen ihn an die aktuelle Situation anpassen.» Dabei stehe noch offen, ob der Betrieb eines Jugendtreffs wieder am selben Ort aufgenommen werde.

«Romanshorn verfügt über ein vielfältiges Angebot für Jugendliche, doch das ist unzureichend koordiniert.» Die Stadt möchte nun vor allem die Kommunikation verbessern. «Im April erscheint der Flyer ‘Romanshorn Aktiv’.» In diesem sollen Familienangebote gebündelt werden. «So können Veranstaltungen besser wahrgenommen werden.»

«Uns liegt die Jugendarbeit sehr am Herzen»

Jugendarbeiter hat die Stadt seit der Schliessung des Jugendtreffs nicht mehr. «Die Stelle soll zeitnah aber wieder besetzt werden.» So brauche Romanshorn jemanden, der die Aufgabe hat, zu koordinieren, Angebote zu leiten sowie Bedürfnisse der Jugendliche abzuholen. «Uns liegt die ganze Thematik rund um die Jugendarbeit sehr am Herzen», betont Keel abschliessend.

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