Schüler ackern für ihre Bildung: Privatschule nimmt Gärtnern in den Unterricht auf

Das Lernwerk Euregio in Berg will ihren Kindern auch das Pflanzen, Pflegen und Ernten von eigenem Gemüse beibringen. Unterstützt werden sie dabei vom Verein Bodenseegärten und der «Gemüse Ackerdemie».

Mario Testa
Drucken
Teilen
Die Schülerinnen und Schüler bepflanzen die Hochbeete, angeleitet von den Mitarbeitern der Gemüse Ackerdemie.

Die Schülerinnen und Schüler bepflanzen die Hochbeete, angeleitet von den Mitarbeitern der Gemüse Ackerdemie.

(Bild: Mario Testa)

Der Name ist Programm: Gemüse Ackerdemie. Diese Organisation versucht, Kindern das Gärtnern näher zu bringen und sie auf gesunde und selbst gezogene Lebensmittel zu sensibilisieren. «Die Kinder sollen wieder lernen, woher das Essen kommt und erfahren, wie viel Arbeit aber auch Freude im Setzen, Pflegen und Ernten steckt», sagt Gregor Martius, Mitgründer der Gemüse Ackerdemie.

Gregor Martius, Mitgründer der Gemüse Ackerdemie.

Gregor Martius, Mitgründer der Gemüse Ackerdemie.

(Bild: Mario Testa)
«Wir haben 2017 in der Schweiz begonnen und konnten schon 20 Schulen von unserem Angebot überzeugen.»

Die Ackerdemie bietet nebst Hilfe beim Anlegen der Gärten und beim Pflanzen auch Lehrmittel für alle Stufen. «Wir wollen den Acker genauso zum Unterrichtsort machen, wie beispielsweise eine Turnhalle.»

Unterricht am Beet an jedem Mittwochmorgen

Alexandra Chennaoui, Lehrerin am Lernwerk Euregio, hat die pädagogische Leiterin der Privatschule Verena Hoffmann auf das Angebot der Ackerdemie aufmerksam gemacht. «Uns gefällt das Angebot sehr. Die Kinder haben nun ihr Gemüse gepflanzt. Nach den Sommerferien werden sie jeden Mittwochmorgen im Garten arbeiten», sagt Hoffmann. Für die Kinder im ersten und zweiten Zyklus ist die Gartenarbeit obligatorisch, die älteren dürfen mitmachen.

Gregor Martius erklärt den Kindern, wie sie ihr Gemüse in den Hochbeeten anpflanzen sollen.

Gregor Martius erklärt den Kindern, wie sie ihr Gemüse in den Hochbeeten anpflanzen sollen.

(Bild: Mario Testa)

Die Kosten für eine Begleitung durch die Ackerdemie belaufen sich im ersten Jahr auf rund 5400 Franken. «Dank viel Eigenleistung von Mitarbeitern und Eltern konnten wir die Vorbereitungen günstig halten», sagt Hoffmann. «Dazu werden wir grosszügig unterstützt vom Verein Bodenseegärten.»

Verein Bodenseegärten leistet Unterstützung

Monika Grünenfelder, Geschäftsführerin Verein Bodenseegärten.

Monika Grünenfelder, Geschäftsführerin Verein Bodenseegärten.

(Bild: Mario Testa)

Mit 3000 Franken beteiligt sich der Verein, kümmert sich um die Kontaktaufnahme und die Akquisition neuer Schulen fürs Projekt. «Wir wollen das Rad nicht neu erfinden, wenn die Gemüse Ackerdemie die praktische Umsetzung eines Schulgartens schon bietet», sagt Monika Grünenfelder, Geschäftsführerin des Vereins. «Und so können wir unseren Beitrag dazu leisten, Kindern die Möglichkeiten von Gärten näher zu bringen.»

Mehr zum Thema

Viel Platz für zusätzliche Schüler

BERG. Nach den Sommerferien hat die Privatschule Lernwerk Euregio in Berg den Unterricht aufgenommen. Es sind zehn Schüler und sieben Kita-Kinder angemeldet. Ausgelegt wäre die Schule für gut sechsmal so viele Kinder.
Mario Testa