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Thurgauer Journalist über «Weltwoche»-Chef Roger Köppel: «Seit er mein Buch gelesen hat, schweigt er»

Journalist Daniel Ryser hat das Buch «In Badehosen nach Stalingrad» über «Weltwoche»-Chef und SVP-Politiker Roger Köppel verfasst. Im Interview spricht Ryser über den Vorwurf, er habe sich mit Köppel verbrüdert, und seine Erkenntnisse über den bestgewählten Nationalrat aller Zeiten.
Mario Testa
Daniel Ryser, Journalist des Jahres 2016 und Buchautor. (Bild: Urs Bucher)

Daniel Ryser, Journalist des Jahres 2016 und Buchautor. (Bild: Urs Bucher)

Herr Ryser, ist Ihr Buch über Roger Köppel ein Verriss oder eine Hommage an den Weltwoche-Chef?

Das müssen Sie entscheiden. Aber die Ausgangslage war folgende: Nachdem Roger Köppel mit dem besten Resultat aller Zeiten in den Nationalrat gewählt worden war, wollte ich wissen: Wer ist dieser Mann? Wie wurde er zu dem, was er ist? Und wer hat ihn auf diesem Weg unterstützt? Auch finanziell. Das alles zeigt das Buch auf.

Ein hartnäckiger Journalist schreibt über einen hartnäckigen Verleger und Politiker. Ging das gut, oder gerieten Sie oft aneinander?

Nein, wir gerieten nicht wirklich aneinander, weil ich ihn letztlich immer nur mit den neuesten Rechercheergebnissen konfrontierte. Er konnte das beantworten oder nicht. Schreiben würde ich es sowieso.

Sie haben zwei Jahre lang an ihrem Buch gearbeitet und dazu hundert Interviews geführt. Was haben Sie dabei über Roger Köppel, über die Schweiz gelernt?

Die Medien, zum Teil auch ich selbst als WOZ-Reporter, haben sich nach der quasi feindlichen Übernahme der Weltwoche lange sehr stark auf Christoph Blocher als Drahtzieher fokussiert und haben damit in meinen Augen die Rechten dadurch stärker gemacht, als sie es letztlich waren. Strategisch stark, meine ich. Denn in der Blocher-Fokussierung lag immer eine Art Theorie der allmächtigen Verschwörung. Diese Leute um Tito Tettamanti haben aber einfach die Möglichkeit ergriffen und zugeschlagen, als die Weltwoche ihnen angeboten wurde. Zusammengefasst: Vieles ist grau, wenig ist schwarz und weiss. So stammt auch die heftigste Kritik am Buch von Weggefährten Köppels, die politisch rechts stehen, und Köppel selbst steht am Ende im Buch als Mann da, der für seine Karriere alle möglichen Flanken schlägt, bis weit nach ganz rechts, so wie kürzlich rund um die Ereignisse in Chemnitz. Ursprünglich bezeichnete er sich als Sozialdemokrat.

Wie hat Roger Köppel auf das fertige Buch reagiert?

Er hat es anfangs weggelächelt und mich öffentlich als grossartigen Journalisten gelobt, was wiederum einige Leute aus dem politischen linken Lager dazu veranlasst hat in den sozialem Medien zu behaupten, hier finde eine Verbrüderung statt. Eine einfache Taktik von Köppel, quasi Teilen und Befehlen für Anfänger, auf die die Leute erstaunlich blind reingefallen sind oder vielleicht auch reinfallen wollten, weil es sie gestört hat, dass der Mann durch meine Recherche nun eine weitere Art der Plattform bekam, selbst wenn es eine kritische Durchleuchtung seines Aufstiegs ist. Inzwischen hat Köppel das Buch offenbar gelesen. Seither schweigt er.

Am Donnerstagabend liest der Autor um 19 Uhr aus dem Buch in der Weinfelder Buchhandlung Klappentext, am 18. Oktober bei saxbooks in Frauenfeld und am 25. Oktober im KAFF in Frauenfeld.

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