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Schönholzerswiler sagten Nein zur Bachöffnung - doch das nützt nichts

Vor zwei Jahren entschieden sich die Schönholzerswiler gegen eine Bachöffnung. Nun kommt sie trotzdem.
Sabrina Bächi
Der Waablingerbach kommt erst im Wald aus der Röhre, davor ist er eingedolt. Das soll sich ändern. (Bild: Reto Martin)

Der Waablingerbach kommt erst im Wald aus der Röhre, davor ist er eingedolt. Das soll sich ändern. (Bild: Reto Martin)

Sie sagten Nein – und zwar deutlich. In einer geheimen Abstimmung schickten die Stimmbürger mit 90 zu 20 Stimmen das 242000 Franken teure Sanierungsprojekt des Waablingerbachs bachab. Das war vor zwei Jahren. Doch nützen wird dies den Schönholzerswilern nichts. Denn das Gesetz wird in diesem Fall das Nein der Stimmbürger übertrumpfen.

Nun ist der Bach wieder Thema in der Gemeinde. Am 23. Oktober veranstaltet der Gemeinderat eine Informationsveranstaltung zum Projekt. Am Mittwoch flatterte der Flyer dazu in die Haushalte.

Die Ausgangslage: Der Waablingerbach fliesst derzeit teilweise in einer alten Röhre im Untergrund. Untersuchungen mit einer Kamera ergaben, dass die Röhre kaputt und sanierungsbedürftig ist. «Für eine Sanierung der Röhre muss der Bach offengelegt werden. Ihn wieder zuzuschütten, ist von Gesetzes wegen verboten», sagt Klemens Müller, stellvertretender Leiter Wasserbau und Hydrometrie des Kantons.

Landbesitzer steht hinter dem Projekt

Ausnahmen seien möglich, jedoch nur dort, wo es die Landwirtschaft stark treffe, sagt der Experte. In Schönholzerswilen jedoch ist der Landbesitzer für die Öffnung des Bachs. «Drei Faktoren – das Gesetz, die nötige Sanierung, und dass der Landbesitzer hinter der Offenlegung steht – sprechen für das Projekt», sagt Ernst Schärrer, Gemeindepräsident von Schönholzerswilen.

Ernst Schärrer, Gemeindepräsident Schönholzerswilen. (Bild: Monika Wick)

Ernst Schärrer, Gemeindepräsident Schönholzerswilen. (Bild: Monika Wick)

Doch an der Gemeindeversammlung vor zwei Jahren hatten sich die Ängste und Sorgen der Bevölkerung gezeigt. «Einige befürchten, dass nun alle Bäche offengelegt werden. Es ging auch um die Angst, dass das Land an Wert verliert», sagt Schärrer. Zudem wollten die Stimmbürger damals wissen, wie viel der Bachunterhalt denn künftig koste.

Die Fragen konnten damals anscheinend nicht zur Zufriedenheit der Anwesenden geklärt werden, der Kredit für die Offenlegung wurde nicht gesprochen.

Gleiches Projekt, gleiche Kosten

An der Informationsveranstaltung erfahren die Stimmbürger nicht viel Neues. Die Öffnung des Bachs wird kommen, da die Leitung saniert werden muss. Das Projekt wird dasselbe sein. Die Kosten auch. «Theoretisch müssten wir die Stimmbevölkerung nicht fragen. Wir können die Bachöffnung einfach durchführen», sagt Schärrer.

Er will die Bevölkerung aber mit ins Boot holen. Will die Ängste nehmen. An diesem Anlass werden nebst dem Gemeinderat auch der Projektplaner und die zuständige Person vom Kanton anwesend sein. Detailfragen zum Projekt sollen geklärt werden können, ebenso Fragen zur Gesetzeslage, deshalb sind die beiden Experten dabei, erklärt Schärrer.

Gemeindepräsident muss Bauern überzeugen

«Schliesslich», sagt Schärrer, «geht es ja doch um viel Geld». Zudem sei eine Bachöffnung in Schönholzerswilen kein Pappenstiel, da es viele landwirtschaftliche Betriebe in der Gemeinde gibt. «Für die Bauern bedeutet das halt oft einen Wertverlust und einen Mehraufwand zum Bewirtschaften ihres Landes. Sie können ihr Land nicht mehr optimal nutzen. Aber das Gesetz verlangt es so.»

Wie es nach der Infoveranstaltung weitergeht, ist noch nicht definitiv klar, sagt Schärrer. Der zeitliche Rahmen, wann das Projekt über die Bühne geht, ist noch nicht fix. Klar ist, der Bach wird mehr Raum erhalten. Bald aber nicht mehr nur in Diskussionen, sondern draussen im Feld.

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