Schönholzerswilen
Eine neue Dorfzone mit der Ortsplanungsrevision

Am Mittwochabend hat die Gemeinde Schönholzerswilen zur Infoveranstaltung über die Ortsplanungsrevision eingeladen. Ein Vortrag zeigte, wie sich die Zonen verändern.

Sabrina Bächi
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Thomas Tschopp (blaues Hemd) von der NRP Ingenieure AG erklärt den Interessierten die neuen Pläne aus der Ortsplanungsrevision.

Thomas Tschopp (blaues Hemd) von der NRP Ingenieure AG erklärt den Interessierten die neuen Pläne aus der Ortsplanungsrevision.

Bild: Sabrina Bächi

Der Mehrzwecksaal in Schönholzerswilen ist schnell gefüllt. Denn der Andrang zur Informationsveranstaltung zur Ortsplanungsrevision ist gross. Über 50 Personen finden sich ein. Das freut Gemeindepräsident Ernst Schärrer, der die Anwesenden begrüsst. Zu Beginn gibt es eine theoretische Einführung in das Thema und in die verschiedenen Pläne und auch die Begrifflichkeiten. «Als zweiter Teil können sie an drei Stationen die Pläne anschauen und persönliche Fragen stellen», sagt Schärrer. Es sei der Beginn der Mitwirkung der Bevölkerung zum Ortsplan, betont er.

Die Ausgangslage ist, dass der derzeitige Ortsplan bereits 29 Jahre alt ist. Eine Teilrevision von 2008 wurde vom Kanton gerügt, weshalb die Gemeinde sich nun veranlasst sieht, auch wegen des geänderten kantonalen Richtplans, den gesamten Ortsplan zu überarbeiten. Bis Ende 2022 soll dies geschehen. Als Grundlage für die Revision hat der Gemeinderat ein räumliches Leitbild erstellt.

Viele Änderungen gibt es nicht

Ernst Schärrer, Gemeindepräsident Schönholzerswilen.

Ernst Schärrer, Gemeindepräsident Schönholzerswilen.

Bild: Monika Wick

«Schönholzerswilen soll moderat wachsen», sagt Schärrer. Weiter sollen etwa auch kleinere Wohnungen für junge Personen oder Senioren entstehen und das Schulangebot erhalten oder ausgebaut werden. Daraus hat sich der behördenverbindliche Richtplan ergeben, den Raumplaner Thomas Tschopp von den NRP Ingenieuren aus Amriswil vorstellt.

Schnell wird klar: Viele Änderungen gibt es nicht, die nun in den eigentümerverbindlichen Zonenplan einfliessen. Denn wie die meisten Gemeinden hat Schönholzerswilen keine Möglichkeit mehr, weiteres Bauland einzuzonen. Der Zonenplanen weist dennoch einige Neuerungen auf, vor allem, weil es nun neue Zonen gibt.

Eine neue Dorfzone für Schönholzerswilen

Hier zu nennen ist beispielsweise die Spezialzone für Energiegewinnung. Die Verdichtung will die Gemeinde unter anderem auch mit einer neuen Dorfzone D3 erreichen. Im Dorfkern soll also künftig drei- statt wie bisher nur zweigeschossig gebaut werden. «Das ist sicher eine der grössten Änderungen für die Bevölkerung. Ich gehe davon aus, dass dies zu Diskussionen führen wird», sagt der Gemeindepräsident.

Doch es sei auch eine Möglichkeit, auf der gleichen Fläche eine höhere Ausnutzung zu erzielen. «Wir haben keine Baufläche mehr, wir stehen an und müssen kreativ sein. Das ist eine Option.» Noch nicht eingezont sind die Weiler Habisreuti, Häusern und Hagenbuch. Dort wird der Kanton noch entscheiden müssen, ob es Dorfzonen werden oder eben nicht. Auch im Bereich der Strassen- und Schulwegsicherheit gäbe es aber noch einiges aufzuholen.

Vier Gebäude werden nicht unter Schutz gestellt

Boris Binzegger, ebenfalls von der Firma NRP Ingenieure AG, erklärt den Anwesenden, wie der Schutzplan neu aussieht. Der Gemeinderat hat alle schutzwürdigen Gebäude erneut überprüft und ist zum Schluss gekommen, dass von den 34 möglichen Gebäuden 29 unter Schutz gestellt werden sollen. Bei einem Objekt gab es eine Präzisierung und bei vier Gebäuden verzichtete der Gemeinderat auf eine Unterschutzstellung.

Vom 10. September bis am 10. Oktober liegt die Ortsplanungsrevision öffentlich auf. Gleichzeitig wird diese auch vom Kanton geprüft. «Wenn alles gut läuft, können wir in einem Jahr darüber abstimmen», sagt Schärrer.