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Schönheitskur für das Flaggschiff: Die Bodensee Schifffahrt renoviert die MS St. Gallen für 4,5 Millionen Franken

Alles wird neu, sogar der Motor. Im Oktober soll es mit den Umbauarbeiten los gehen. Optisch geht es in die gleiche Richtung wie bei der MS Säntis. Die Ansprüche an Materialien und Mobiliar sind allerdings ganz andere.
Markus Schoch
So soll das Unterdeck aussehen. (Bild: Susanne Fritz Architekten)

So soll das Unterdeck aussehen. (Bild: Susanne Fritz Architekten)

Geplant war es anders. Aber weil es mit dem Abenteuerspielplatz auf der Bunkerwiese nicht vorwärts geht und ein Ende der Auseinandersetzung nicht absehbar ist, zieht die Schweizerische Bodensee Schifffahrt (SBS) die Generalüberholung der MS St. Gallen vor.

Ganz ungelegen kommt dem Verwaltungsrat die Programmänderung nicht. Denn mit dem Umbau der MS Säntis vor zwei Jahren zu einem Eventschiff ist der Handlungsbedarf bei der MS St. Gallen grösser geworden. Das Geschäft mit der exklusiven Yacht für einen Tag läuft gut, sehr gut sogar. Doch die «Säntis» ist mit maximal 120 Sitzplätzen zu klein für grosse Gesellschaften, die gerne mit der SBS in See stechen wollen. «Wir können ihnen kein anderes Schiff im ähnlichen Ambiente anbieten», sagt Geschäftsführerin Andrea Ruf. Die Nachfrage ist aber da.

Robust soll es sein, aber trotzdem schön

Zu dieser Ausweichvariante für Bankette bis 240 Personen soll die «St. Gallen» werden. Allerdings nicht einfach als grosse Kopie der «Säntis». Denn die «St. Gallen» wird weiterhin zu rund 80 Prozent im normalen Kursverkehr eingesetzt, beispielsweise für Uferfahrten. Entsprechend anders sind die Ansprüche an Mobiliar und Inneneinrichtung, die vor allem auch widerstandsfähig sein müssen.

Die MS St. Gallen ist das grösste Schiff in der Flotte der Schweizerischen Bodensee Schifffahrt. (Bild: PD)

Die MS St. Gallen ist das grösste Schiff in der Flotte der Schweizerischen Bodensee Schifffahrt. (Bild: PD)

Projektleiter Benno Gemür spricht in diesem Zusammenhang von «Objekttauglichkeit». Was er damit meint: Die Böden und Wände müssen problemlos gereinigt werden können, wenn beispielsweise eine Velokette damit in Berührung gekommen ist. Gleichzeitig sollen sich die Passagiere an Bord wohl fühlen in einer behaglichen Umgebung, die auch der passende Rahmen für Hochzeitsgesellschaften oder Firmenjubiläen sein soll.

Umbau trägt die Handschrift von Susanne Fritz

Diesen Spagat zu schaffen, ist die Aufgabe von Susanne Fritz. Die Zürcher Architektin hat bereits die Pläne für die Gestaltung des Restaurant Hafen und den Umbau der «Säntis» gezeichnet und ist jetzt auch bei der Renovation der «St. Gallen» Teil der Crew. Vom Schiff werden praktisch nur die Schale und die Aufbauten bleiben.

Es gibt neue Böden, neue Decken, neue Lampen, neue Fenster mit Doppelverglasung, neue Treppen, neue Schiebetüren, neue WC-Anlagen, ein neues Buffet und eine neues Kommunikationssystem, in das die SBS allein über 100000 Franken investiert. Selbst der Motor wird ausgewechselt. In den nächsten Jahren hätte er ohnehin ersetzt werden müssen, sagt Gmür. Mit 1,7 Millionen Franken macht der neue Antrieb fast einen Drittel der Gesamtkosten von rund 4,5 Millionen Franken aus. Zum Vergleich: Ein Neubau eines Schiffes wäre auf 10 bis 12 Millionen Franken zu stehen gekommen, sagt Gmür.

Schiff darf nicht schwerer werden

Visualisierung des Sonnendeckes. (Bild:Susanne Fritz Architekten)

Visualisierung des Sonnendeckes. (Bild:Susanne Fritz Architekten)

Die grosse Herausforderung ist, das Gewicht zu halten. Denn auch künftig sollen maximal 650 Personen an Bord gehen dürfen. Die neuen Schwimmwesten sind deshalb dreimal kleiner und dreimal leichter, was 600 Kilogramm ausmacht. Es kommt auf jedes Gramm an.

Mit den Umbauarbeiten beginnen will die SBS am 1. Oktober. Wieder vom Stapel laufen soll die «St. Gallen» ein halbes Jahr später.

Über 50 Jahre alt

Die MS St. Gallen ist 1967 in Verkehr gesetzt worden und mit Platz für 650 Personen das Flaggschiff der Schweizerischen Bodensee Schifffahrt (SBS). Es wird für Kursfahrten und die meisten Themenschiffe eingesetzt, ist aber auch als Charterboot beliebt. Zwei Stunden Fahrt ab Heimathafen kosten 5600 Franken. Das Zweideck-Schiff ist 51,2 Meter lang, 10,5 Meter breit und wiegt 248,8 Tonnen. Gebaut worden ist es in der Bodanwerft in Kressbronn. Die «St. Gallen» wird von zwei je 330 PS starken Sechszylinder-Dieselmotoren der Schweizerischen Lokomotivfabrik Winterthur und zwei Escher Wyss Verstellpropellern angetrieben. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 29 Stundenkilometer. (mso)

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