«Schloss» in Romanshorn: Das Verkaufs-Inserat ist verschwunden

Die Zukunft des Anwesens mit Hotel und Restaurant ist ungewiss. Auch die diverser anderer Gastrobetriebe in der Stadt.

Tanja von Arx
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Das «Schloss» stand bis vor kurzem auf Sotheby’s zum Verkauf.

Das «Schloss» stand bis vor kurzem auf Sotheby’s zum Verkauf.

Reto Martin

Inserateänderungen, unerwartete Schliessungen und zum Verkauf ausgeschriebene, alteingesessene Betriebe: In der Hafenstadt geben diverse Lokale gerade mächtig zu reden. Zunächst reibt man sich die Augen wegen des Gasthauses Neuhaus mit der «Kuhstall-Bar». Seit 2013, also mittlerweile sechs Jahren, sucht Besitzerin Margrit Grädel für einen Ausbau nach einem Investor. Die ausserordentliche Baubewilligung läuft Ende Jahr ab, und das nicht zum ersten Mal: Die Stadt hat schon viermal verlängert. Wie der Kommunikationsverantwortliche Rolf Müller auf Anfrage sagt, wird sie noch um ein weiteres Jahr verlängert. «Es liegt im Ermessen der Gemeindebehörde und der Baukommission, wie oft das passiert», sagt Stadtrat Philipp Gemperle mit Ressort Ortsplanung und Baurecht. «Dies gestützt auf das kantonale Planungs- und Baugesetz.» Die Wirtin war für eine Stellungnahme gestern nicht erreichbar.

Vizestadtpräsident Philipp Gemperle, Ressort Ortsplanung und Baurecht.

Vizestadtpräsident Philipp Gemperle, Ressort Ortsplanung und Baurecht.

PD

Von elf Millionen zu «Preis auf Anfrage»

Seit einigen Tagen stolpert man auch über ein Novum in Zusammenhang mit dem «Schloss»: Zuletzt stand es auf Sotheby’s zum Verkauf, nach einem anfänglichen Kaufpreis von elf Millionen Franken war «Preis auf Anfrage» zu lesen. Das entsprechende Inserat ist noch mit dem Beschrieb «grosse Residenz» auf Google zu finden. Ob die Immobilie indes tatsächlich verkauft ist oder schlicht das Inserat abgelaufen, muss vorerst offen bleiben.

Die Towit Machinery Trading, die seit 2007 im Besitz des Anwesens mit Hotel und Restaurant ist, reagiert auf Anfrage zurückhaltend. In den Verkaufsunterlagen, die der Thurgauer Zeitung vorliegen, war denn geplant auch Teile des «Panem» und das sogenannte «Waschhaus» zu vertreiben. Für das Schloss selbst vorgesehen war eine Nutzung für medizinische Zwecke oder als gehobene Seniorenresidenz wie als ständiges Schulungszentrum für Unternehmen. Ausser Frage stand, dass Hotel und Restaurant weiterbetrieben würden.

Seit Sommer ist des Weiteren das Hotel und Restaurant Anker auf Homegate ausgeschrieben. Das Wirtepaar Sada und Sheki Perazic betreibt das Lokal schon seit 26 Jahren, länger als alle anderen in der fast hundertjährigen Geschichte des Hauses. Der «Anker» umfasst zwanzig Zimmer und einen Saal für neunzig Personen. Velofahrer und Messebesucher aus Friedrichshafen übernachten gern dort.

Vorläufig keine Auskunft zum «Inseli»

Fragen stellen sich die Romanshorner auch darüber, wie es denn mit dem «Inseli» weitergeht. Vor drei Jahren hat der Stadtrat Leitlinien für einen Neu- oder Erweiterungsbau erlassen, so dass sich seine Inhaber auf die Suche nach einem Investor machen konnten. Für weitere Informationen müssen sie sich aber noch gedulden: Mitinhaber Roland Hugentobler stellt eine detaillierte Auskunft erst für Ende Januar in Aussicht.

Schliesslich sticht auf Homegate das ehemalige «Paradiso» an der Kreuzlingerstrasse ins Auge. Letztes Jahr als Nachtclub umgebaut und unter dem Namen «House of Paradise» betrieben, ist das Etablissement offenbar schon wieder geschlossen. Das Haus mit acht Zimmern, zwei Bars und dreissig Parkplätzen steht zur Miete ausgeschrieben. Die Kosten: 12'000 Franken monatlich. Zuletzt sorgte nicht nur der Werbe-Slogan «Tabledance mit ein bisschen mehr» auf Facebook für Gespräche. Auf der betriebseigenen Homepage wurde es um einiges konkreter. So kostete im sogenannten Mittagsangebot eine Viertelstunde mit einem Girl achtzig Franken, mit Zimmerservice und besonderen Wünschen eine Stunde dreihundert Franken. Die Betreiber baten darum besagte Wünsche vorher abzuklären.

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