Schlechte Nachrichten für Pendler aus Arbon nach St. Gallen

Das 200er-Postauto von Arbon in die Gallusstadt soll künftig schon in Wittenbach enden. Dort müssen die Passagiere künftig umsteigen.

Johannes Wey
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Der Bahnhof Wittenbach wird zu einem Hub für die Postautolinien der Region.

Der Bahnhof Wittenbach wird zu einem Hub für die Postautolinien der Region.

(Bild: Urs Bucher, 2017)

Wer von Berg oder aus dem Thurgau mit dem öffentlichen Verkehr nach St. Gallen pendelt, soll künftig in Wittenbach umsteigen. Das kantonale Amt für öffentlichen Verkehr plant, Wittenbach noch stärker zum Umsteigebahnhof, einem sogenannten Hub, zu machen.

Die Postautolinie 200 soll künftig statt von Arbon nach St. Gallen nur noch bis Wittenbach führen. Von dort steigen Reisende auf die S-Bahn oder die VBSG-Linie 3 und 4 um – zumindest in Spitzenzeiten. In Randstunden und an Sonntagen soll alles beim Alten bleiben. Die Änderung ist frühestens für den Fahrplanwechsel 2022 vorgesehen. Die VBSG-Linie 3 würde vom Heiligkreuz nach Wittenbach verlängert.

Wittenbach wird zum Hub

Heute fahren der 4er der VBSG und das 200er-Postauto fast gleichzeitig durch Wittenbach. Das würde sich mit einem Hub Wittenbach ändern, sagt Markus Schait, Angebotsplaner beim Amt für öffentlichen Verkehr. Und der Takt würde verdichtet: Mit der Umstellung wird auf der Postautolinie 200 ein Fahrzeug eingespart, auf der VBSG-Linie 3 kommt eines hinzu. Genau wie die Linie 4 würde auch die zweite VBSG-Verbindung im Viertelstundentakt verkehren, womit alle 7,5 Minuten ein Bus von Wittenbach nach St. Gallen fahren würde.

Nachteile sieht der Kanton – nebst höheren Kosten – unter anderem darin, dass Reisende aus Richtung Arbon weniger komfortabel nach St. Gallen gelangten und dabei rund fünf Minuten verlieren würden, wenn sie nicht an den Hauptbahnhof, sondern etwa zum Marktplatz müssten.

Pläne gab es bereits 2013: Der Aufschrei war gross

Pläne, die Postautolinie 200 zu verkürzen, hegte das Amt für öffentlichen Verkehr schon 2013. Damals war aber der Aufschrei aus den Gemeinden nördlich von Wittenbach, namentlich Roggwil und Arbon, gross. Auch deshalb hält Schait fest:

«Aus unserer Sicht bleibt eine direkte Verbindung von Arbon nach St. Gallen weiterhin wichtig.»

Am Schnellkurs 201, der zu Stosszeiten verkehrt, soll nicht gerüttelt werden. Gegenüber 2013 hätten die Pendler aus Arbon heute auch die Wahl, ob sie mit der S-Bahn bis an den Bahnhof St. Gallen fahren möchten, oder auf den VBSG-Bus umsteigen, um beispielsweise an den Marktplatz zu gelangen.

Derzeit prüft das Amt für Verkehr das neue Konzept anhand eines Verkehrsmodells. Zudem laufen Gespräche mit den betroffenen Gemeinden und dem Kanton Thurgau. Betroffen von der Umstellung wäre auch Berg. Gemeindepräsident Sandro Parissenti sagt: «Wenn die Linie in Wittenbach geköpft wird, sehe ich darin einen Nachteil.» Das gelte auch für Roggwil und Arbon.