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Schiffe liegen am Untersee
auf dem Trockenen

Wegen des tiefen Wasserstandes müssen viele Eigner ihre Boote bereits jetzt auswassern. Besonders am Untersee ist die Situation teils prekär. Am Obersee sind die Bojenfelder betroffen.
Martina Eggenberger Lenz
In Ermatingen mussten wegen des tiefen Pegelstandes schon viele Schiffe ausgewassert werden. (Bild: Donato Caspari)

In Ermatingen mussten wegen des tiefen Pegelstandes schon viele Schiffe ausgewassert werden. (Bild: Donato Caspari)

Statt nach den Herbstferien endet die Saison für einige Wassersportler dieses Jahr bereits Ende August. Der Pegelstand des Bodensees ist so tief, dass die Kiele der ersten Schiffe auf Grund laufen. Um Schäden zu vermeiden, werden die Boote entweder ausgewassert oder in grössere Häfen gebracht. Besonders schlimm ist die Situation am Untersee.

In Ermatingen beispielsweise sind bei den Steganlagen Horn und Pumpenhaus bereits die Hälfte aller Schiffe ausgewassert worden, wie Coreta Schmied, die Bootsliegeplatzverwalterin, sagt. Auch die ufernahen Reihen der Bojenfelder hätten bereits geräumt werden müssen. «Das ist schon traurig. Aber höhere Gewalt, da können wir nichts machen», meint Schmied.

Ärgerlich sei, dass man in Ermatingen ausgerechnet dieses Jahr zum ersten Mal die Wassernutzungsgebühr eingezogen habe – und nun sei die Saison reduziert. Die Gemeinde versuche den Bootseignern jedoch insofern entgegen zu kommen, dass sie gratis auswassern dürfen. Auch stelle man im Rahmen der Möglichkeiten jenen Wassersportlern, die bei steigendem Pegel wieder einwassern würden, temporär Trockenliegenplätze zur Verfügung.

Einige weichen auf grössere Häfen aus

Kurt Treuthardt von der Altnauer Nasbo Werft beginnt normalerweise gegen Ende September mit dem Auswassern der Schiffe seiner Kunden. Allein letzte Woche hat er nun aber schon 20 Boote ans Trockene geholt. «Viele wollen auf Nummer sicher gehen», begründet der Geschäftsführer. Einige hätten in Häfen noch einen Gästeplatz ergattert, um ihrem Hobby trotzdem noch etwas länger frönen zu können.

Auch Bootsfahrlehrer Alfred Frei ist von der Situation betroffen. Er hat sein Schiff beim Scherzinger Bojenfeld parkiert. Nun konnte er es in den Bottighofer Hafen zügeln. «Ich zahle da eine Gästeplatzgebühr. Bis Ende September werde ich weiter machen mit meinen Fahrstunden. Aber danach rentiert es nicht mehr.» Normalerweise erteilt Frei bis November Unterricht. Wenn ein Bootseigener jetzt nicht achtsam sei und rechtzeitig auswassere, dann müsse er mit Schäden rechnen, etwa an nicht eingeklappten Motoren.

Beim Schlipf bei der Ermatinger Stedi wird gerade ein Boot ausgewassert. (Bild: Donato Caspari)

Beim Schlipf bei der Ermatinger Stedi wird gerade ein Boot ausgewassert. (Bild: Donato Caspari)

Auch René Walther, der Gemeindepräsident von Münsterlingen, sagt, man müsse die Situation bei den Bojenfeldern gut beobachten. Wenn ein Schiff am Boden ankomme und feststecke, das benachbarte Schiff aber noch Spielraum habe, dann bestehe die Gefahr einer Kollision durch die Bewegungen des Wassers. Der Bojenmeister informiere die Eigner daher rechtzeitig, wenn sich ein Problem abzeichne. In Scherzingen und Landschlacht hat man daher auch schon Boote von einer Boje zur nächsten gezügelt oder vorzeitig ausgewassert.

Schlechte Zeiten für die ambitionierten Segler

Der Altnauer Hafenmeister Hanspeter Mürner hat momentan täglich ein paar Boote am Kran – mehr als ein Monat früher als üblich. «Das ist schon speziell.» Im Hafen selbst könnten die meisten Schiffe noch gut manövrieren. «Solange das möglich ist, warten viele ab.» Lediglich für die schnellen Segelschiffe mit einem Tiefgang von 1,70 bis 2 Metern habe es nun zu wenig Wasser im Becken. Auch einige Tourenschiffe mit langem Kiel müssten demnächst raus oder in einen grösseren Hafen wechseln.

Ein Meter tiefer als im langjährigen Durchschnitt

Wenn es weiter so wenig regnet, könnte der Pegel des Bodensees in den nächsten Tagen weiter sinken und bald an der 3-Meter-Marke kratzen. Der mittlere Wert liegt Ende August beim Messpunkt in Konstanz um die 4 Meter. In den Herbstmonaten sinkt der Wasserstand gewöhnlich weiter. Erst im Februar/März kommt das Wasser zurück. Am Bodensee werden die Daten seit 1850 aufgezeichnet. Der historische Tiefstand im August liegt bei etwa 2,80 Meter. Ähnlich tief wie aktuell war der Pegel im Sommer 2003.

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