SBB investiert in Sulgen Millionen

Im westlichen Teil des Sulgers Bahnhofareals entsteht ein Bahndienstzentrum mit 26 Arbeitsplätzen.

Georg Stelzner
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Die SBB beansprucht das Land, auf dem sich heute noch Schrebergärten befinden; rechts das Greuter-Gebäude.

Die SBB beansprucht das Land, auf dem sich heute noch Schrebergärten befinden; rechts das Greuter-Gebäude.

Bild: Georg Stelzner

«Für Sulgen spricht, dass die SBB von diesem strategisch günstig gelegenen Standort aus künftige Unterhaltsarbeiten und Interventionen sowohl Richtung Osten als auch Richtung Westen effizient durchführen kann», sagt SBB-Mediensprecherin Sabine Baumgartner.

Standard in Sulgen könnte Vorbild werden

Die Realisierung des Projekts werde die SBB in die vorteilhafte Lage versetzen, zwei bestehende Standorte in Sulgen zentralisieren zu können, führt Baumgartner weiter aus. Werkhöfe, oder wie es im Sprachgebrauch der SBB heisst «Bahndienstzentren» (kurz: BDZ), gibt es in der Schweiz bereits einige.

Der neue Werkhof in Sulgen sei jedoch spezifisch auf die sich in den letzten Jahren veränderten Arbeiten hin entwickelt worden, erklärt die SBB-Mediensprecherin. Sollte die neue Einrichtung in Sulgen die Erwartungen erfüllen, dann beabsichtige die SBB, diesen Standard auch an weiteren kleineren und mittleren Stationen umzusetzen.

Gemeinde und Region werden profitieren

Gemeindepräsident Andreas Opprecht ist von den Plänen der Bundesbahnen angetan. Er spricht von einem Vorzeigeprojekt mit Strahlkraft und meint: «Es ist zu begrüssen, dass das SBB-Gelände in Zukunft besser genutzt wird und neue Arbeitsplätze geschaffen werden.»

Von der resultierenden Wertschöpfung können laut Opprecht die Gemeinde und die Region profitieren. So werde bei der Erstellung auch das lokale Gewerbe zum Zug kommen.

Baubeginn soll im Frühsommer 2020 sein

Opprecht weist im Zusammenhang mit dem Projekt auf eine Besonderheit hin: «Wie in solchen Fällen üblich, wird die Baubewilligung nicht von der politischen Gemeinde, sondern vom Bundesamt für Verkehr erteilt.» Gibt Bern grünes Licht, dann könnten die Bauarbeiten im Frühsommer 2020 beginnen. Eine Inbetriebnahme wäre somit im Frühjahr 2021 möglich.

Auf dem Areal wird es zu vier bis fünf zusätzlichen Lastwagenfahrten pro Tag kommen. Während der Arbeitszeiten soll der auf einem Werkhof übliche Warenumschlag stattfinden. Bei ausserordentlichen Ereignissen wie Gleisschäden in der Region wird der Werkhof in Sulgen als Einsatzort für Nachtarbeiten dienen.

Ganzes Areal erfährt Aufwertung

Die Fläche des BDZ wird von der SBB schon jetzt als Installationsplatz genutzt. «Wir haben in Sulgen bereits seit drei Jahren ein kleines Fahrbahnteam stationiert», sagt Sabine Baumgartner. Bezüglich Geländenutzung werde sich somit nur wenig ändern.

Die Umzäunung und die Projektbestandteile bewirkten aber eine Aufwertung des Areals. Die dank der Neubauten frei werdenden Flächen möchte die SBB sanieren und vermieten.

Die geplanten Bauvorhaben der SBB im Detail

Das Projekt der Schweizerischen Bundesbahnen sieht vor, parallel zum Greuter-Gebäude einen Werkhof zu errichten. Er wird aus folgenden Komponenten bestehen: Betriebsgebäude (Grundfläche: 422 Quadratmeter); offene Lagerhalle (Grundfläche: 535 Quadratmeter); Freilager (Grundfläche: 750 Quadratmeter); Parkplätze für Besucher sowie Dienst- und Betriebsfahrzeuge. Der Fussweg zur Industriestrasse wird geringfügig verlegt.

Das Investitionsvolumen beträgt rund 4,5 Millionen Franken. Der Bahnhof Sulgen wird in den nächsten drei Jahren mit diversen Massnahmen aufgewertet und kundenfreundlicher gestaltet. Die heutige Rampe bleibt erhalten; sie wird weiterhin für den Freiverlad (zum Beispiel Altpapier) zugänglich sein. Keine Änderungen sind bezüglich der Zufahren zum Areal Greuter vorgesehen. (st)

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