Saurer verlagert Teile der Stickmaschinen-Produktion von Arbon nach China: 35 Mitarbeiter vom Entscheid betroffen

Die Firma fokussiert sich am Standort Arbon auf Forschung und Entwicklung. Mit der Restrukturierung soll die Zukunft des Geschäftsbereiches Embroidery gesichert werden. Umgesetzt werden soll die Massnahme bis Ende Jahr.

Markus Schoch
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Die Firma Saurer im Schöntal in Arbon. (Bild: Max Eichenberger)

Die Firma Saurer im Schöntal in Arbon. (Bild: Max Eichenberger)

Der Markt schrumpfe schon seit längerer Zeit, schreibt Saurer in einer Mitteilung. «Aufgrund des Strukturwandels und der Überkapazitäten im Markt könne der Geschäftsbereich, trotz diverser Perioden von Kurzarbeit, seit geraumer Zeit nicht mehr rentabel geführt werden». Das Restrukturierungsprogramm stärke die Marktstellung des Stickmaschinengeschäftes und ermögliche die effiziente Nutzung bestehender Produktionskapazitäten. Die Forschung und Entwicklung verbleiben  in Arbon, wie auch das 2018 aufgebaute Saurer Technology Center.

Schiffli-Stickmarkt im Wandel

Aufgrund des globalen Preisdrucks habe sich das Zentrum der Textilindustrie nach Asien verlagert, die meisten Lieferanten und Hauptkunden seien bereits abgewandert, heisst es in der Mitteilung weiter. Die laufende Überprüfung der Kundenbedürfnisse und des Marktpotentials würden ausserdem eine Veränderung des Konsumverhaltens zeigen. «Die Nachfrage nach hochwertiger Stickerei ist seit einigen Jahren rückläufig, was zu Überkapazitäten am Markt geführt hat». Eine nachhaltige Erholung zeichne sich nicht ab.

Saurer will darum die Kräfte bündeln und die bestehenden Produktionskapazitäten effizienter nutzen. Es ist angedacht, die Schiffli-Stickmachinen künftig im bestehenden Werk in Suzhou/China zu produzieren. Mit diesem Schritt gewinne Saurer Embroidery zusätzlich an Marktnähe. «Die daraus resultierenden Effekte erhalten die Marktfähigkeit der Geschäftseinheit Embroidery und sichern die weiteren Arbeitsplätze am Standort Arbon.»

Saurer wird auch die Service- und Supportaktivitäten näher an die Kunden rücken. Eine verbesserte Maschinenperformance, kürzere Transportwege und eine optimierte Kostenstruktur würden die Wettbewerbsfähigkeit stärken.

Strukturwandel zwingt zum Handeln

Nach eingehender Prüfung anderer möglicher Massnahmen könnten betriebsbedingte Kündigungen wahrscheinlich kaum mehr vermieden werden, schreibt Saurer. Betroffen wären potenziell 35 Stellen im Werk in Arbon. Saurer wird nach eigenen Angaben mit der Personalvertretung das Konsultationsverfahren am 6. Februar einleiten.

«Dem Wandel der gesamten Branche der 'Schiffli-Stickerei' ist mit vorübergehenden Massnahmen wie Kurzarbeit, stringenter Überprüfung der geplanten Investitionen, Reduzierung von externen Verträgen oder Abbau von Ferien und Mehrstunden nicht mehr beizukommen», wird Anton Kehl, CEO des Segmentes Saurer Technologies, in der Mitteilung zitiert. Der Schritt fällt uns schwer. «Wir sind uns der Tragweite bewusst und werden alles daransetzen, die allfälligen Folgen für die betroffenen Mitarbeitenden so sozialverträglich wie möglich zu gestalten.»

Standort Arbon fokussiert sich auf Forschung und Entwicklung

Der Standort Arbon bleibt erhalten und fokussiert sich auf Geschäftsführung sowie Forschung und Entwicklung des Geschäftsbereichs Embroidery. Auch auf Gruppenebene soll der Standort Arbon weiterhin von strategischer Bedeutung bleiben. 2018 wurden unter anderem in den Bereichen Sensors und Automation, IT und ins Saurer Technology Center investiert und damit insgesamt 38 neue Arbeitsplätze geschaffen. Das sei ein klares Zeichen für den Standort Arbon als strategischen Denkplatz für die Saurer Gruppe, schreibt die Firma.