Sauberkeit
Mit Elektroantrieb für mehr Sauberkeit: Bürglen gönnt sich eine E-Wischmaschine

Für 225'000 Franken hat sich die Gemeinde Bürglen ein neues Strassenreinigungsfahrzeug angeschafft. Das E-Mobil wurde nötig, da das bisherige Fahrzeug nach 17 Jahren Betrieb störungsanfällig wurde.

Hannelore Bruderer
Drucken
Die Mitarbeitenden des Werkhofs, Gemeinderat Peter Egger, Gemeindepräsident Kilian Germann und Robert A. Faas von der Herstellerfirma Marcel Boschung AG bei der Fahrzeugübergabe.

Die Mitarbeitenden des Werkhofs, Gemeinderat Peter Egger, Gemeindepräsident Kilian Germann und Robert A. Faas von der Herstellerfirma Marcel Boschung AG bei der Fahrzeugübergabe.

Bild: Hannelore Bruderer

Die Farbe Orange dominiert ganz klar die Szene vor dem provisorischen Werkhof in Bürglen. Umringt von den wissbegierigen Mitarbeitenden in ihren orangefarbenen Arbeitskleidern steht da in gleicher Couleur der eigentliche Star des Anlasses: die neue Strassenwischmaschine der Gemeinde. Ihre Anschaffung wurde nötig, da die bisherige Wischmaschine mit 17 Jahren ihre Lebensdauer überschritten hat und reparaturanfällig geworden ist.

Nebst der Wirtschaftlichkeit spielte im Vorfeld der Neuanschaffung beim Vergleich der verschiedenen Modelle auch die Nachhaltigkeit eine grosse Rolle. Die Wahl fiel auf eine Wischmaschine der Firma Marcel Boschung AG aus Payerne. Für die Anschaffung genehmigten die Stimmberechtigten an der Versammlung im November 2020 einen Kredit von 225'000 Franken.

Klein und doch leistungsstark

«Nicht nur der Antrieb, auch alle anderen Komponenten funktionieren mit elekt­rischer Energie», sagt Robert A. Faas, Technischer Verkaufsberater der Marcel Boschung AG. Die Wischmaschine ist eine Eigenentwicklung des international tätigen Unternehmens. Bei Gemeinden gefragt seien Strassenwischmaschinen, die die Leistung einer grossen Maschine erbringen, dabei aber schmal und nicht zu hoch sein sollten, sagt der Fachmann.

Von den rotierenden Wischköpfen der Maschine gelangt der Strassenschmutz über den unter dem Fahrzeug liegenden Saugmund in den Auffangbehälter. Zur Maschine gehören auch ein Schlauch­sauger sowie ein Wischkopf mit Stahlborsten, der zum Entfernen von Unkraut an Strassen- und Trottoirrändern eingesetzt wird.

Studenten halfen bei der Entwicklung

«Die Idee einer rein elektrisch betriebenen Strassenwischmaschine lag schon vor, als das Grundfahrzeug mit Dieselantrieb dieses Modells vor rund zehn Jahren konstruiert wurde», erklärt Robert A. Faas.

«In Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Bern ist dann die Elektrik und Batterie bis zur Produktionsreife weiterentwickelt worden.»

Die Batterie speichert Energie für einen Acht-Stunden-Betrieb bei normalen Witterungsverhältnissen. Künftig kann die Maschine auch mit Strom von der Fotovoltaikanlage auf dem neuen Bürgler Werkhof aufgeladen wer­den.

Lebensdauer rund 15 Jahre

Die elektrisch betriebene Strassen­wisch­maschine sei im Gegensatz zu konventionell betriebenen Typen bei der Anschaffung zwar wesentlich teurer, beziehe man aber die Unterhalts-, Versicherungs- und Energiekosten ein, so würden die Gesamtkosten bei einer regulären Betriebszeit von fünfzehn Jahren tiefer liegen, sagt Gemeindepräsident Kilian Germann.

Aktuelle Nachrichten