Sanierung in zwei Etappen beim Wasserschloss Hagenwil

In der Erzählstunde im Ortsmuseum Amriswil informierte Architekt Thomas Kaczmarek über die Sanierungsarbeiten am Wasserschloss Hagenwil. Die erste Etappe konnte bereits abgeschlossen werden.

Yvonne Aldrovandi-Schläpfer
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Architekt Thomas Kaczmarek erzählt von den Sanierungsarbeiten am Wasserschloss Hagenwil. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Architekt Thomas Kaczmarek erzählt von den Sanierungsarbeiten am Wasserschloss Hagenwil. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Das Schloss Hagenwil ist das einzige noch erhaltene Wasserschloss der Ostschweiz. «Es ist eines der schönsten und wichtigsten Kulturdenkmäler in unserer Gegend überhaupt», sagte Thomas Kaczmarek. Der Architekt Thomas Kaczmarek vom Erler Architekturbüro Schalch und Kaczmarek informierte in der sonntäglichen Erzählstunde im Ortsmuseum Amriswil über die Sanierungsarbeiten am rund 800 Jahre alten Schloss Hagenwil.

Die erste Etappe konnte bereits abgeschlossen werden. Die Ausarbeitung und Projektierung der zweiten Etappe ist in Arbeit - die zweite Sanierungsetappe soll bis Frühjahr 2020 realisiert werden. Der in Amriswil aufgewachsene Thomas Kaczmarek ist für die architektonischen, planerischen und baulichen Aspekte am Wasserschloss zuständig.

Der Wehrgang musste angehoben werden

Damit sein kultureller Wert auch zukünftig gesichert werden kann, muss die historische wertvolle Substanz des unter eidgenössischem Denkmalschutz stehenden Gebäudes erhalten bleiben. «Vor sieben Jahren wurde eine Begehung mit Zustandsanalyse durchgeführt und die verschiedenen Schäden am Schloss aufgelistet sowie nach Prioritäten geordnet», erzählte Thomas Kaczmarek.

Die erste Sanierungsetappe betraf den Wehrgang im westlichen Bereich sowie das «Wöschhüsli» im Schlosshof. Zusammen mit Spezialisten und der kantonalen Denkmalpflege wurde entschieden, den Wehrgang nicht vom Waschhaus zu trennen. Der Wehrgang musste um 30 Zentimeter angehoben werden, da sich dieser in den vergangenen 300 Jahren gesenkt hatte.

Einst Erholungsort für St. Galler Mönche

Einst war das Schloss Hagenwil Erholungsort für die Mönche des Klosters St. Gallen. Bei der Klosterauflösung im Jahre 1806 erwarb es der damalige Verwalter und Gemeindeammann Benedikt Angehrn. Seit über 200 Jahren ist das Schloss im Besitz der Familie Angehrn, die es mittlerweile in der siebten Generation führt. (yal)

Die zweite Etappe wird den südlichen Wehrgang und das Restaurant betreffen. Hauptaugenmerk sei die Statik der gesamten Konstruktion und das Ersetzen der Trag- und Bodenkonstruktionen unter dem ganzen Restaurantbereich. Wände, Boden und Decken im Restaurant sollen isoliert und neue Fenster eingesetzt werden. Zudem werden die Fassaden zum Innenhof erneuert. Ein Lift soll eingebaut werden, damit das Schloss auf allen Etagen rollstuhlgängig wird.

Die Sanierung kostet rund 2,5 Millionen Franken

Die beiden Sanierungsetappen kosten insgesamt rund 2,5 Millionen Franken. Die Finanzierung erfolgt durch Beiträge von Bund, Kanton, der Stadt Amriswil sowie dem «Verein der Freunde des Wasserschlosses Hagenwil». Die umfangreiche Sanierung bedeute immer wieder eine zeitliche und logistische Herausforderung für alle Beteiligten, erzählte Thomas Kaczmarek.

Hinweis
Die nächste Erzählstunde im Ortsmuseum Amriswil findet am Sonntag, 3. Februar 2019, statt.