Sanfter Einstieg für die neue Langrickenbacher Gemeindepräsidentin

Die Gemeindeversammlung Langrickenbach hiess alle Anträge diskussionslos gut.

Marion Theler
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Gemeindepräsidentin Denise Neuweiler bei ihrer ersten Gemeindeversammlung. (Bild: Marion Theler)

Gemeindepräsidentin Denise Neuweiler bei ihrer ersten Gemeindeversammlung. (Bild: Marion Theler)

Der Steuerfuss bleibt bei 65 Prozent, das Budget 2020 ist bei einem Aufwand von gut 4,3 Millionen Franken ausgeglichen und die Investitionen betragen nur 195000 Franken.

Langrickenbach hat planerisch ein ruhiges Jahr vor sich. Gemäss Finanzplan soll der Steuerfuss trotz grösserer Investitionen ab 2021 weiterhin genügen. Die Steuereinnahmen sind in den letzten Jahren stetig gewachsen und sollen dies voraussichtlich auch weiterhin tun; einzig die Steuerreform bremst diese Entwicklung vermutlich aus. Das erfuhren die Bürgerinnen und Bürger an der Gemeindeversammlung.

Die Verkabelung der Betonfreileitung von der Trafostation Moos bis zur Trafostation Selsmüli war mit 135000 Franken der einzige Kredit. Die EDV-Anlage kostet 60000 Franken, wurde aber durch Rückstellungen schon früher genehmigt. Die 76 Stimmberechtigten genehmigten alle Anträge.

Solarleuchten führten zu Diskussionen

Zu reden gaben nur drei Solarleuchten, die Anfang November installiert wurden, um eine Gemeindestrasse, die als Schulweg benutzt wird, besser zu beleuchten. Drei Landbesitzer waren befremdet, weil sie vorgängig nicht informiert worden sind.

In einem Fall ging das E-Mail mit der Information der Gemeinde an eine falsche Adresse; ein anderer Landbesitzer beklagte sich, dass er nur deshalb informiert war, weil er den Planer, der auf seinem Land die Messungen für die Masten vornahm, auf das Vorhaben ansprach. Und nur deshalb habe man dann die Leuchten wenigstens auf der anderen Seite der Strasse, die der Gemeinde gehöre, aufgestellt.

Gemeindeschreiber David Blatter und Denise Neuweiler entschuldigten sich für das Versehen beziehungsweise die fehlende Information. Den von einem dritten Votanten geäusserten Vorwurf, eigentlich müssten nicht nur die Landbesitzer, sondern die Öffentlichkeit informiert werden, liessen sie aber nicht gelten: «Es geht um die Sicherheit eines Schulweges; es sollte möglich sein, dass wir das selber entscheiden», sagte Neuweiler.

Denise Neuweiler meinte es ironisch, als sie vor der Versammlung sagte: «Ich bin überhaupt nicht nervös.» Angemerkt hat man es ihr nicht; sie führte mit sicherer Stimme durch ihr erstes Budget. Zum Schluss bedankte sie sich, dass sie eine gut organisierte Gemeinde übernehmen durfte.

Primarschule rechnet mit einem Rückschlag

Grundsolide sind die Finanzen der Primarschule Langrickenbach: Mit einem gleichbleibenden Steuerfuss von 60 Prozent wird im kommenden Jahr ein Aufwand von rund 1,9 Millionen Franken finanziert. Das Defizit soll rund 30'000 Franken betragen.

Die Defizite der kommenden Jahre, so Schulpräsident Mathias Roth, würden eher grösser. Aber dank dem Eigenkapital, so sei zu hoffen, komme man vielleicht auch in den nächsten vier Jahren mit diesem Steuerfuss zurecht.

Im Gegensatz zu vielen anderen Primarschulgemeinden müsse Langrickenbach aufgrund des neuen Beitragsgesetzes jedenfalls den Steuerfuss nicht erhöhen. Die Schule plant, bei der Anlage Loowisen zusätzliche Parkplätze zu erstellen; ein entsprechender Kredit über circa 80'000 Franken soll im kommenden Mai eingeholt werden.

Schulpräsident Mathias Roth und Aktuarin Tamara Rimml werden auf die nächste Legislatur zurücktreten. Franzisca Eberle würde bereits ein Jahr vorher aufhören, um einer am Präsidium interessierten Person ein Jahr Einarbeitung mit Mathias Roth zu ermöglichen.

Schneller braucht es Ersatz in der Gemeindebehörde: Andreas Ferraro ist bereits zurückgetreten.