Sandra Reinhart befürchtet Interessenskonflikte

Die Amriswiler Stadträtin tritt aus dem Vorstand des Vereins für erneuerbare Energien zurück.

Rosa Schmitz
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Die Vorstandsmitglieder des Vereins für erneuerbare Energien Amriswil (ernE): Felix Engeler, Markus Höltschi, Sandra Reinhart, Joe Brässer und Benno Schildknecht (v.l.n.r)

Die Vorstandsmitglieder des Vereins für erneuerbare Energien Amriswil (ernE): Felix Engeler, Markus Höltschi, Sandra Reinhart, Joe Brässer und Benno Schildknecht (v.l.n.r)

Nana Do Carmo

«Wer sich nicht bewegt, wird nichts bewegen.» So lautet das Mantra des Vereins für erneuerbare Energien (ernE) Amriswil, gegründet am 16. Dezember 2014. Präsidentin Sandra Reinhart war zu jenem Zeitpunkt Mitglied der «Freien Gruppe» und wollte sich und andere dazu motivieren, selber aktiv zu werden. «Weil vielen Bürgerinnen und Bürgern in der Region Oberthurgau die Politik trotz beschlossener Energiewende immer noch zu passiv war», sagt Reinhart.

So sei die Idee entstanden, einen Verein zu gründen, der den Ausbau der lokalen Energieversorgung aus erneuerbaren Energien fördern will. Insbesondere der Solarenergie. Allerdings wolle man sich die verschiedenen Möglichkeiten der alternativen Energiegewinnung offenhalten. Der Vereinsname sei bewusst gewählt geworden.

«Mit meinen Mitstreitern Joe Brägger und Felix Engeler bin ich dann mit der Gründungsidee auf verschiedene politische und anderweitig aktive Amriswiler zugegangen», sagt Reinhart. Für das Projekt gewonnen wurden der Grünliberale Markus Höltschi, CVP-Ortsparteipräsident Benno Schildknecht sowie Stefan Klocker, Lehrer der Sekundarschule Grenzstrasse.

Besser auf Nummer sicher

Alle sechs der ursprünglichen Vereinsmitglieder sind im Moment weiterhin im Vorstand. Allerdings nur bis zum 20. März. Dann tritt Reinhart als Präsidentin zurück. «Der ernE war mir eine grosse Herzensangelegenheit, aber ich verspüre mittlerweile einen gewissen Interessenkonflikt», sagt sie, die seit letzten Sommer als Präsidentin der Grünen Amriswil amtiert und für sie auch im Stadtrat sitzt. Sie will nicht, dass ihre zwei Führungsrollen zum Problem werden.

«Zwar überschneiden sie sich nicht wirklich. Aber man weiss nie, besser auf Nummer sicher.»

Das ernE-Präsidium übernimmt Markus Höltschi. Er ist derzeit Kassier des Vereins. Mit diesem Wechsel werde sich aber nicht viel ändern. «Ich bin ja dann nicht weg», sagt Reinhart und lächelt. «Ich werde mich immer noch involvieren und Ideen einbringen.» Ihr sei es wichtig, dass sich der Verein weiterhin von ihr unterstützt fühlt. Und gleichzeitig Raum zum Wachsen hat. Sie ist nämlich überzeugt, dass daraus etwas Grösseres werden könnte.

So simple wie einleuchtend

Gut möglich. Denn das Prinzip des überparteilichen Vereins ist so simpel wie einleuchtend – und wohl deshalb in vielen Gemeinden in der Schweiz bereits erfolgreich. So auch in Amriswil. Am Projekt der PV-Anlage auf der Tellenfeldhalle, an welcher sich Amriswiler beteiligen können, ist der Verein ernE mas­sgeblich beteiligt. Das Modell wurde der Stadt und der Regio Energie Amriswil vorgestellt und dann in leicht abgeänderter Form von der REA umgesetzt.

«Die einen haben Dächer, andere ein Interesse daran, in saubere Energie zu investieren», sagt Reinhart. Das Ziel sei es, Dachbesitzer und Investoren zusammen zu bringen und so die Produktion von sauberer Energie zu fördern.

«Wir von ernE Amriswil glauben fest daran, dass es viele Menschen in der Region gibt, die in Solarenergie investieren wollen.»

Schliesslich gewinne man mit dieser Investition langfristig.

Der Verein unterstützt bereits seine Mitglieder bei der Planung und der Realisierung von eigenen Anlagen und bietet Unterstützung beim Kontakt mit Behörden und Elektrizitätsversorgungsunternehmen. «Mit unserer Arbeit wollen wir eine Bewegung starten», sagt Reinhart. Ob es ihnen gelingt, wird sich zeigen.