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«Das ist verkehrte Welt»: Die Fischer an der Salmsacher Aach sollen für den Schaden aufkommen, den andere verursacht haben

Für die Aachpächter hat die wiederholte Verschmutzung des Flusses ein böses Nachspiel.
Markus Schoch
Die toten Fische in der Aach kommen die Aachpächter unter Umständen teuer zu stehen. Bild: Steffen Schmidt/Keystone

Die toten Fische in der Aach kommen die Aachpächter unter Umständen teuer zu stehen. Bild: Steffen Schmidt/Keystone

Eigentlich könnten die Fischer zufrieden sein. Endlich ist jemand dafür zur Rechenschaft gezogen worden, dass in den letzten 40 Jahren immer wieder Fische in der Aach verendet sind, weil Gülle und andere problematischen Stoffe ins Gewässer gelangt waren. Das Bezirksgericht Arbon hat vor einem Jahr einen Schweinemäster verurteilt, weil er zwischen April 2013 und Februar 2016 wiederholt umweltgefährdende Substanzen eingeleitet hatte. Er muss eine Busse von 3'000 Franken zahlen sowie diverse Kosten im Betrag von 5'817 Franken übernehmen. Die Geldstrafe in der Höhe von knapp 21'000 Franken hat das Gericht bedingt ausgesprochen. Das Urteil ist rechtskräftig gemäss Auskunft des Obergerichts.

Die Aachpächter können sich aber trotzdem nicht richtig freuen. Denn für sie ist der Fall noch nicht erledigt. Die Fischer sind mit einer finanziellen Forderung des Fischereiaufsehers konfrontiert, der nach dem Tod von Tausenden Fischen als Folge der Gewässerverschmutzungen junge Tiere einsetzte, um die dezimierten Populationen aufzubauen. Die Rechnung beläuft sich auf rund 15'000 Franken.

«Ein Skandal»

Vereinspräsident Herbert Nafzger sieht nicht ein, warum sie für den Schaden bezahlen sollen, den jemand anders verursacht hat. Das sei verkehrte Welt. Doch - und das ist nach Meinung von Nafzger der eigentliche Skandal - will das niemand hören.

«Der Umweltschutz ist ein grosses Thema. Aber egal, wohin ich mich wende: Keiner hilft uns. Alle sagen, das sei unsere Sache.»

Dabei gehe diese Sache alle an. Denn diese Sache sei keine Sache. «Wir reden von Fischen, also von Lebewesen, deren Schutz nicht unsere alleinige Aufgabe ist.»

Die Salmsacher Aach sei ein wichtiges Laichgebiet für die Seeforellen, die im Bodensee leben. Sie hätten in den letzten Jahren in Fronarbeit viel dafür getan, um ihnen optimale Bedingungen für die Fortpflanzung zu bieten. «Wir haben an den richtigen Stellen Kies in den Fluss geschüttet oder Hindernisse für den Aufstieg der Fische im Fluss beseitigt.» Der Kanton habe sich in der Vergangenheit zwar finanziell an den Kosten dafür beteiligt. In der aktuellen Situation würden sich die verantwortlichen Stellen aber aus der Verantwortung stehlen. «Ich verstehe das nicht», sagt Nafzger.

Ein Anwalt soll den Fischern zu ihrem Recht verhelfen

Den verurteilten Schweinemäster zu belangen, sei für sie schwierig. «Wir waren am Strafverfahren nicht direkt beteiligt, so dass wir nicht im Detail Bescheid wissen.» Die Aachpächter haben jetzt einen Anwalt eingeschaltet.

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