Salmsach

Zwei Sitze im Gemeinderat bleiben frei

Am Sonntag schafft nur Patrizio De Rosa die Wahl. Sehr viele Stimmen entfallen auf Vereinzelte. Die Gemeinde nennt keine Namen, was die abgetretene Gemeinderätin Marina Bruggmann nicht versteht.

Markus Schoch
Drucken
Teilen
Patrizio De Rosa, neuer Gemeinderat.

Patrizio De Rosa, neuer Gemeinderat.

Bild: PD

Es hat nicht viel fehlt gefehlt, und der Gemeinderat wäre beschlussunfähig geworden. Dank der Wahl von Patrizio De Rosa kann der fünfköpfige Gemeinderat in der Minimalbesetzung von drei Mitgliedern die Geschäfte weiter führen. Es hätte aber gut auch anders kommen können: De Rosa holte am Sonntag 159 Stimmen, nur zehn mehr als nötig. Er war bereits bei den Gesamterneuerungswahlen im Februar 2019 angetreten, verpasst die Wahl damals aber klar. Die zwei frei bleibenden Sitze werden im zweiten Wahlgang im März besetzt.

Walter Schumacher.

Walter Schumacher.

Bild: PD
Sandro Pacchioni.

Sandro Pacchioni.

Bild: PD

Von den drei Kandidaten, die am Sonntag die Hürde des absoluten Mehrs nicht schafften, hat der pensionierte Werkhofleiter der Gemeinde die besten Chancen: Walter Schumacher erhielt 145 Stimmen. Ebenfalls gut im Rennen liegt Pensionär Sandro Pacchioni mit 134 Stimmen. Studentin Luthien Leenders belegt den letzten Platz mit 87 Stimmen.

Wahlbüro will keine Transparenz schaffen

Auffallend viele Salmsacher haben keinen der offiziellen Kandidaten gewählt. Auf Vereinzelte entfielen insgesamt 367 Stimmen, das sind mehr als die drei Nichtgewählten am Sonntag auf sich vereinigten. Auf den meisten dieser Zettel dürften die Namen der drei Gemeinderäte stehen, die wegen der anhaltenden Differenzen mit Gemeindepräsident Martin Haas den Bettel hingeworfen haben. Kritiker von ihm riefen dazu auf, das Trio nochmals zu wählen, um ein Zeichen zu setzen.

Die Gemeinde schafft aber keine Transparenz. Das Wahlbüro habe entschieden, keine detaillierten Angaben zu den Stimmen zu machen, die Vereinzelte erhalten hätten, erklärt Gemeindepräsident Haas auf Anfrage. Die ehemalige Vize-Gemeindepräsidentin Marina Bruggmann ist nicht überrascht von der Geheimnistuerei. Verständnis dafür hat sie aber keines. Sie sagt: «Es interessiert mich, wie viele Stimmen ich und meine zwei ehemaligen Ratskollegen gemacht haben. »

Haas: Neustart ist eine Chance

Gemeindepräsident Martin Haas.

Gemeindepräsident Martin Haas.

Bild: Reto Martin

Er freue sich auf die Zusammenarbeit im Kollegium, schreibt Haas in einer Mitteilung. «Ich werde meinen Teil dazu beitragen, dass sie konstruktiv und harmonisch erfolgt.» Der Abgang von Gemeinderäten und Schulkommissionsmitglieder bedeutete einerseits einen grossen Verlust an Know-how und Erfahrung. «Andererseits bietet die neue Zusammensetzung die Chance für einen Neustart. Wenn wir alle aus dem Vorgefallenen lernen und guten Willen zeigen, werden die Gremien gestärkt aus der schwierigen Situation hervorgehen», schreibt Haas.

Schulkommission

Behörde ist wieder komplett

Die Schulkommission ist nach zwei Rücktritten wieder komplett. Am Sonntag wählten die Salmsacher Thomas Rohner und Jörg Eller in die Behörde. Luciano Chiummariello hatte als dritter Kandidat das Nachsehen. Die Stimmbeteiligung betrug 41,3 Prozent. (mso)