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Salensteiner Ex-Gemeinderat fordert Lorenz Stopper zum Rücktritt auf

Georg Müller findet, der amtierende Finanzveranwortliche der Behörde habe sich an der Gemeindeversammlung daneben verhalten. Er sei als Mitglied der Exekutive nicht mehr tragbar.
Martina Eggenberger Lenz
Gemeinderat Lorenz Stopper will von einem Rücktritt nichts wissen. (Bild: Reto Martin)

Gemeinderat Lorenz Stopper will von einem Rücktritt nichts wissen. (Bild: Reto Martin)

In Salenstein wird immer noch gestritten. Nachdem bei den Gemeinderatswahlen vor zwei Wochen Markus Irsslinger abgewählt wurde, steht nun Lorenz Stopper im Fokus der Kritik. Georg Müller, ehemaliger Gemeinderat, Tierarzt und Präsident des Gemeinnützigen Vereins, fordert in einem Leserbrief Stoppers Rücktritt.

Ein Grund ist dessen Auftritt an der Gemeindeversammlung vom 19. März. Der Finanzverantwortliche hatte an dieser darauf verzichtet, das Budget wie üblich mit einer Präsentation vorzustellen. Und das von ihm zur Abstimmung vorgelegte Reglement über die Bootsstationierung stiess auf heftige Kritik.

«Er hat es versäumt, seine Präsentationen sachlich korrekt und neutral zu präsentieren»,

Tierarzt Georg Müller

Tierarzt Georg Müller

bemängelt Müller. Stopper sei nur oberflächlich vorbereitet gewesen und die «schnodrige, vorwurfsvolle Art», mit der er Fragen beantwortet habe, könne so nicht akzeptiert werden. Das Verhalten entspreche keinesfalls der jahrelangen Tradition der Salensteiner Behörde. «Auch die ewigen Seitenhiebe gegen ehemalige, verdiente Behördenmitglieder, notabene ohne Selbstkritik, tragen nicht dazu bei, das Vertrauen in die Behörde zurückzuholen.»

Die Beiz hatte Ohren

Der zweite Streitpunkt betrifft ein mutmassliches Beizengespräch. Nach dem ersten Wahlgang der Exekutivwahlen am 10. Februar soll Lorenz Stopper im «Löwen» gesagt haben, dass er zurücktrete, falls Irsslinger abgewählt werde. Stopper hatte an jenem Tag die Wiederwahl knapp geschafft und mit 158 Stimmen das absolute Mehr gerade noch erreicht.

Georg Müller war zur besagten Zeit nicht im Restaurant. Er beruft sich auf «eine verlässliche Quelle». Nichtsdestotrotz fordert er Stopper nun auf, seinen angeblichen Worten Taten folgen lassen. Stopper will die Teamentwicklung abwarten Lorenz Stopper hatte schon an der Gemeindeversammlung bestritten, eine solche Äusserung gemacht zu haben. Und auf Anfrage hält er wiederum daran fest: «Das habe ich so nicht gesagt.» Der neue Gemeinderat sei nun gewählt. Man werde sehen, wie sich das Team entwickle.

Stopper wehrt sich

Der angeschossene Gemeinderat lässt Müllers Vorwürfe nicht einfach auf sich sitzen. Er sagt: «Sachpolitisch kann er mir nichts vorwerfen.» Wie sich Müller als ehemaliges Behördenmitglied verhalte, sei unangebracht. Diese Art der Streitkultur sei nicht zielführend. Darauf, dass er an der Gemeindeversammlung auf die übliche Präsentation der Zahlen verzichtet habe, habe er sonst keine negativen Reaktionen erhalten. «Es hat ja an der Versammlung dazu auch keine Fragen gegeben.» Und die Fragen zu den übrigen Sachthemen habe er alle beantwortet.

Lorenz Stopper sagt, das subjektive Empfinden von Georg Müller und die Reaktion per Leserbrief erstaune ihn nicht. Müller habe ein Problem damit, dass er als sein Nach-Nachfolger alte Fehler aufgedeckt habe. Auch habe es ihm wohl nicht gepasst, dass er damals zusammen mit Markus Irsslinger auf einer offiziellen Verabschiedung des geschassten Gemeindepräsidenten Roland Streit bestanden habe. Das sei der Ursprung des persönlichen Zwists.

Der Gemeindepräsident ergreift Partei

Rückendeckung bekommt Lorenz Stopper von Gemeindepräsident Bruno Lorenzato. Er stehe voll und ganz hinter seinem Gemeinderat, betont dieser. Das Vorgehen an der Gemeindeversammlung mit dem Verzicht auf die übliche Zahlenpräsentation sei mit ihm abgesprochen gewesen. Die letzten Male hätten die Kritiker beanstandet, Lorenz Stopper mache mit seinem «minutiös vorbereiteten» Auftritt Wahlwerbung in eigener Sache. Nun habe er darauf verzichtet – und es sei auch wieder nicht recht.

Georg Müller hat gegenüber unserer Zeitung erklärt, er habe die Mitglieder der Exekutive gebeten, sie sollten Lorenz Stopper den Rücktritt nahe legen. Davon will Bruno Lorenzato aber nichts wissen. «Lorenz Stopper ist gewählt. Und er macht eine sehr gute Arbeit. Ich sehe keinen Grund, weshalb wir ihn zum Rücktritt auffordern sollten.»

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