Sacha Thür: Ein fürstlicher Kandidat für das Berger Gemeindepräsidium 

Sacha Thür ist einer von drei Kandidaten für das Berger Gemeindepräsidium. Als Macher und bürgernah bezeichnet er sich. Er kämpft für die Organisation und Durchführung von Festen und Anlässen in der Region

Sabrina Bächi
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Sacha Thür posiert auf der Höhe beim Kreisel vor Berg. (Bild: Michael Antonazzo/PD)

Sacha Thür posiert auf der Höhe beim Kreisel vor Berg. (Bild: Michael Antonazzo/PD)

Für Berg würde er sogar seinen Adelstitel ablegen: Der Fürst von Moos, Sacha Thür, will Gemeindepräsident werden. Sollte er gewählt werden, wäre ein Umzug aus dem Freistaat Moos in die Gemeinde Berg unausweichlich. Doch für den Geschäftsinhaber der gleichnamigen Personalvermittlungsfirma ist das ein Pluspunkt.

«Der Beruf Gemeindepräsident wäre etwas ganz neues. Von daher wäre auch ein Umzug passend, um ganz neu anzufangen», sagt der 47-Jährige. Als er 2006 nach Moos zügelte, gründete er als erstes mit anderen Einwohnern des Weilers Moos einen Freistaat. «Mit der Aktion wollten wir auf die für unseren Weiler fehlende Ortstafel aufmerksam machen.»

Zur Person

Sacha Thür ist in Birwinken aufgewachsen und ging zwei Jahre in Berg zur Schule. Der gelernte Metallbauschlosser arbeitete in verschiedenen Firmen und war während zweier Jahre als Fachlehrer beim VBS. Dann stieg er in die Personalvermittlungsbranche ein und gründete 2006 seine eigene Firma. Thür ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Er lebt derzeit mit seiner Familie und der Hündin Jenna in Moos bei Istighofen. Sollte er zum Präsidenten gewählt werden, würde er das Geschäft aufgeben. (sba)

Zusammen mit Esther Schwegler als Fürstin gab es für alle Mooser ein Bürgerrecht mit Urkunde. Es gab den Mooser Rubel, eigene Autokennzeichen und schliesslich einen Wagen für den Fasnachtsumzug mit einer grossen Burg drauf.

Seine direkte Art ist sein Schicksal

Sacha Thür ist aber nicht etwa ein Rebell. Er bezeichnet sich als volksnah und kann sich eben auch auf lustige Art und Weise für die Anliegen der Bevölkerung einsetzen. Vor allem aber sagt er direkt seine Meinung. Der FDP-Kandidat sagt:

«Manche mögen mich deswegen, andere mögen mich genau deshalb nicht.»

Das sei halt sein Schicksal. Aber verbiegen will er sich nicht. Zu seiner geradlinigen Art gehört denn auch, dass es ihm wichtig ist, in einem Team zu arbeiten, unterschiedliche Meinungen anzuhören, Verschiedenes auszuprobieren. «Im Endeffekt bin ich ein Macher, ich organisiere gerne.»

Als Beispiel führt er den in Bürglen ausgetragenen ‹Donnschtig-Jass› auf. Als OK-Präsident stemmte er 2017 mit rund 180 Helfern den Anlass. «Das war eine Riesenkiste.» Dass etwas läuft in der Gemeinde, ist ihm wichtig. Im Herbst hat er als Ortspräsident der FDP Berg-Bürglen einen Kandidaten für das Gemeindepräsidium Bürglen gesucht.

Nun will er selbst gewählt werden, warum aber nicht in Bürglen? «Ich war immer stark in der Opposition, ich will dort nicht kandidieren», sagt er. Zudem möchte er sein Geschäft nur dann aufgeben, wenn es 100-prozentig stimmt – und in Berg stimmt es, sagt Thür.

«Den Beruf muss man leben, man kann ihn nicht lernen»

«Es war ein langer Prozess bis zum Entscheid, dass ich kandidiere», sagt er. «Den Beruf des Gemeindepräsidenten kann man nicht lernen, den muss man leben, ihn ausstrahlen.» Sacha Thür kennt die Region, der Umzug wäre daher kein Problem. «Berg hat seinen Reiz. Etwa eine gute Infrastruktur und eine hohe Bautätigkeit.» Dennoch gäbe es auch Dinge, die er beherzigen würde: «Die Aussendörfer nicht vergessen, langfristig planen sowie dem Geld Sorge tragen.»

Obwohl Berg, gemäss eigenem Slogan, auf der Höhe ist, will Sacha Thür bodenständig bleiben.

«Der Bevölkerung und dem Gewerbe Gehör schenken, miteinander reden, das ist wichtig. Mein Ziel ist es, die Vereine, das Gewerbe und die Landwirtschaft näher an die Gemeinde zu bringen.»

Seine Bürgernähe will er bereits heute zeigen. Ab 19.30 Uhr lädt er zum Kennenlernen in den Kirchgemeindesaal Neuwies ein. Als Gast wird Nationalrat Hansjörg Brunner vor Ort sein.

Drei Kandidierende für das Gemeindepräsidium

Für das Gemeindepräsidium von Berg bewerben sich nebst Sacha Thür auch Tobias Gross und Thomas Bitschnau. Die Wahl findet am 10. Februar statt, wenn auch der Gemeinderat zu den Ersatzwahlen für die kommende Legislatur bestimmt wird. (red)

Der Freistaat Moos feiert

Bürglen War das eine Aufregung vor zehn Jahren, als «Fürstin» Esther Schwegler den Freistaat Moos in der Gemeinde Bürglen ausrief.