Rücktritts-Affäre um den Kreuzlinger Schulpräsidenten: Der Ball liegt nun bei Zweifel

Die beiden Schulbehörden ernteten Kritik an ihrer Rücktrittsforderung an Schulpräsident René Zweifel. Nun wollen sie den Schleier des Schweigens lüften und bieten Hand für einen Untersuchungsausschuss. Vermitteln soll der ehemalige Bezirksgerichtspräsident Urs Haubensak. 

Urs Brüschweiler
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Primarschul-Vizepräsident Markus Blättler und Sekundarschul-Vizepräsident Michael Thurau beim Gespräch mit den Pressevertretern. (Bild: Urs Brüschweiler)

Primarschul-Vizepräsident Markus Blättler und Sekundarschul-Vizepräsident Michael Thurau beim Gespräch mit den Pressevertretern. (Bild: Urs Brüschweiler)

Seit Schulpräsident René Zweifel nach Aufforderung seiner Behörden zurücktrat, waren deren Mitglieder öffentlich unter Beschuss geraten. Jetzt unternehmen sie einen Befreiungsschlag. «Wir haben keine Einwände gegen eine Untersuchungskommission. Wir haben bei unseren Entscheidungen stets nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt und nichts zu verbergen», sagt Markus Blättler, Vizepräsident der Primarschulbehörde. 

«Wir sind absolut bereit, alles offen zu legen und völlige Transparenz zu schaffen.»

Gemeinsam mit Michael Thurau, Vizepräsident der Sekundarschulbehörde trat er gestern vor die Medien. «Verständlicherweise sind nach dem Rücktritt von René Zweifel Fragen aufgetaucht. Wir wollen möglichst viele Fragen beantworten. Allerdings gibt es rechtliche Einschränkungen, an die sich die Behörden halten müssen.» Entsprechen gab es gestern keine weitergehenden Auskünfte, warum sie Schulpräsident René Zweifel zum Rücktritt aufgefordert hatten. Aber: «Wir wollen der Forderung nach einer unabhängigen Untersuchungskommission nicht im Wege stehen». Die Schulbehörden haben auch bereits begonnen, eine solche aufzugleisen. 

Urs Haubensak soll den runden Tisch moderieren

«Noch heute geht die Einladung zu einem runden Tisch raus», sagt Michael Thurau. Daran teilnehmen sollen neben den Schulbehördenmitgliedern René Zweifel, die Kreuzlinger Parteipräsidenten und Stadtpräsident Thomas Niederberger. Für die Moderation habe der ehemalige Bezirksgerichtspräsident Urs Haubensak bereits seine Zusage signalisiert. Auch die Rechtsvertreter der Behörde und von René Zweifel sollen dabei sein können. An diesem runden Tisch würden die Voraussetzungen für einen Untersuchungsausschuss festgelegt.

René Zweifels Zustimmung ist nötig

Ganz einfach ist das allerdings nicht. «René Zweifel muss der Untersuchung zustimmen», erklärt Michael Thurau. 

«Wir werden das vereinbarte Stillschweigen aufheben, wenn René Zweifel dazu auch Ja sagt.»

Da es keine gesetzliche Grundlage für eine solche Untersuchungskommission gebe, müssten die verschiedenen Seiten freiwillig ihr Einverständnis dazu geben. Ausserdem gelte es an dem runden Tisch zu klären, wer überhaupt in der Kommission sitzen soll, welche Fragen untersucht werden und was mit einem allfälligen Ergebnis passiert. «Die Behörde ist der Ansicht, dass man über das Resultat auch in der Presse informieren könnte.» Einen Termin für diesen runden Tisch müsse man noch finden.

Neuwahl findet im November statt

Mit den Neuwahlen zuwarten, bis die Untersuchungskommission ihre Arbeit abgeschlossen hat, wollen die Schulbehörden jedoch nicht. Das sei ein einstimmiger Beschluss der Behörde, sagt Thurau. Man müsse vorwärts schauen und die Vakanz beenden. Am 25. November wird der erste Wahlgang stattfinden.