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Eltern geben der Wigoltinger Schulbehörde Rückendeckung: «Wir müssen ihnen vertrauen»

Unruhe in Wigoltingen. Aber nun sprechen Eltern, die sich hinter die Schulbehörde und Schulleitung stellen. Und in einem Brief meldet sich ein Schüler zu Wort. Er will mehr Menschlichkeit.
Sabrina Bächi
An der ersten Versammlung mit der neuen Schulbehörde im Turnraum Raperswilen war die Welt in der Volksschule Wigoltingen noch in Ordnung. (Bild: Mario Testa, 12. Dezember 2017)

An der ersten Versammlung mit der neuen Schulbehörde im Turnraum Raperswilen war die Welt in der Volksschule Wigoltingen noch in Ordnung. (Bild: Mario Testa, 12. Dezember 2017)

Wigoltingens Schulpräsidentin Nathalie Wasserfallen muss sehr viel aushalten derzeit. Sie versucht, das Schiff ihrer Schule auf dem eingeschlagenen Kurs zu halten und vor dem Untergang zu bewahren. Dabei muss sie nicht nur mit Medienanfragen, verunsicherten Schülern und den gekündigten Lehrern klarkommen, sondern auch mit Eltern, die nun eine transparente Kommunikation über den derzeitigen Schulknatsch wollen.

Doch es gibt auch Eltern, die hinter der Arbeit ihrer Behörde und damit hinter Nathalie Wasserfallen stehen. «Wir haben die Behörde gewählt, nun müssen wir ihnen auch Vertrauen entgegenbringen, dass sie das Beste für die Volksschulgemeinde geben», sagt Günther Engeler, Vater von schulpflichtigen Kindern.

Kurswechsel heisst nicht, dass es schlecht sein muss

Eine neue Leitung, einen Kurswechsel und Kündigungen seien in der Arbeitswelt eine Realität. «Ein Wechsel heisst nicht, dass es schlecht kommen muss», gibt er zu bedenken. Eine Aussprache mit den Lehrern hält er deshalb nicht für nötig.

Doch genau dies wollen andere Eltern. Sie wünschen Durchblick im Konflikt zwischen Lehrern, Schulleitung und Behörden. Sie glauben der Schulpräsidentin nicht mehr alles, was diese in den Elternbriefen schreibt. In mehreren Mails, die der Redaktion vorliegen, weisen verärgerte Eltern darauf hin, Wasserfallen würde Tatsachen verdrehen.

IG gegründet

Am Dienstagabend haben sich in Wigoltingen mehrere Eltern zusammengeschlossen und eine Interessensgemeinschaft (IG) gegründet. Sie wollen damit gegen die Unstimmigkeiten im Schulknatsch rund um die sieben Kündigungen der Oberstufenlehrpersonen ein Zeichen setzten. Schulpräsidentin Nathalie Wasserfallen hat die Gründung der IG zur Kenntnis genommen. Im Raum steht noch eine Unterschriftensammlung für eine ausserordentliche Schulversammlung. (sba)

Hauptsächlich die Situation der Schülerkonferenz vom 2. Mai stellte die Schulpräsidentin anders dar, als mehrere Eltern, die ebenfalls anwesend gewesen sind. Wütend sind die Eltern über die Schuldzuweisungen. Es sei schlicht eine Lüge Wasserfallens, dass Eltern oder Lehrer die Kinder instrumentalisiert hätten. «Wir mussten unsere Kinder bremsen und beschwichtigen», schreibt eine Mutter.

Die Eltern sehen es anders

Auch ein anderes Elternpaar schreibt in einem Mail: «Bis jetzt haben wir unsere Kinder davon überzeugen müssen, sich passiv zu verhalten.» Auch der Ablauf dieser Schülerkonferenz wird unterschiedlich erinnert: Während die Schulpräsidentin schreibt, die Kinder wurden angehört und ernst genommen, heisst es von Seiten der Eltern fast das Gegenteil.

«Aus Sicht von uns Eltern wurden die Kinder klein gehalten und abgeklemmt.» Viele hätten Fragen gehabt und seien enttäuscht. Wasserfallen schreibt: «Die Rücktrittsaufforderung der Schüler wurde nur von einem kleinen Teil der Kinder gestützt.» Doch in den Briefen der Eltern kommt klar zum Ausdruck, dass Wasserfallen die Schüler zum Sitzenbleiben und Stillschweigen gezwungen hätte.

Die Schüler wollten mit dem Aufstehen ihre Zustimmung zur Rücktrittsforderung kundtun. «Frau Wasserfallen hat dies sofort verboten und autoritär unterdrückt», schreiben Eltern, die vor Ort waren. Eine Mutter schreibt:

«Frau Wasserfallen, wenn Sie so argumentieren und so gut die Tatsachen verdrehen, wie sie es an diesem Morgen gezeigt haben, dann wundere ich mich nicht mehr, dass eine Zusammenarbeit zwischen Ihnen und den Lehrpersonen nicht funktioniert.»

«Noch nie so gut informiert»

Einige Eltern wissen von ihren Kindern, dass nicht alle hinter den Rücktrittsforderungen stehen. «Meine Tochter steht hinter der Schulleitung», sagt Katya Schneider aus Raperswilen.

Ihre Tochter sei zum ersten Mal in neun Jahren von der Schulleitung ernst genommen worden. Sie sagt:

«Mirko Spada hat sich eine Stunde Zeit für uns genommen, Lösungen vorgeschlagen und auch umgesetzt.»

Zudem besuche Spada mindestens einmal pro Woche die Aussenstandorte, was frühere Schulleiter nicht so oft getan hätten. «Die Schüler stehen für ihn an erster Stelle, was kann uns Eltern Besseres passieren?» Auch die Arbeit der Behörde bewertet die Mutter positiv. «Ich habe seit 15 Jahren Kinder an dieser Schule und noch nie wurden wir so transparent informiert.» Die «Hetzjagd» gegen Wasserfallen, wie sie es nennt, kann die 43-Jährige nicht nachvollziehen.

«Endlich eine Behörde, die aufräumt»

Auch Günther Engeler meint, dass die Eltern sich zu sehr einmischen. Er plädiert für mehr Gelassenheit. Ob es richtig oder falsch sei, welchen Kurs die Behörden eingeschlagen hätten, könne man erst in ein paar Jahren sehen. «Und dann haben wir die Möglichkeit, bei der Wahl unsere Meinung kundzutun», sagt er.

Auch ein anderer Wigoltinger ist der Meinung, dass nun endlich einmal eine Behörde da sei, die aufräume, was jahrelang versäumt wurde. Er sagt:

«Die Oberstufenlehrer unterrichten super, aber sie fühlen sich wie Könige in ihren Klassenzimmern.»

Die gleiche Meinung vertritt ein weiterer Vater schulpflichtiger Kinder aus Wigoltingen. «Es ist bestimmt nicht alles schlecht, was die Behörde macht», sagt er.

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