Das Manesse Quartett spielt in Amriswil rückwärts und vorwärts auf der Zauberfiedel

Im Rahmen der Amriswiler Konzerte erzählte das Manesse Quartett ein musikalisches Märchen.

Barbara Hettich
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Das Manesse Quartett mit Antonia Ruesch, Christine Baumann, Grégoire Babey und Sibylle Bremi.

Das Manesse Quartett mit Antonia Ruesch, Christine Baumann, Grégoire Babey und Sibylle Bremi.

(Bild: Barbara Hettich)

«Wir erzählen euch die Geschichte von Josa und der Zauberfiedel», sagt Erzählerin Nathalie Hubler und begrüsste die rund 30 Zuhörer jeden Alters im evangelischen Kirchgemeindehaus. Und sogleich beginnt auf der Bühne das Manesse Quartett zu spielen – fröhlich, spielerisch, die Bogen tanzen auf den Saiten. Antonia Ruesch, Christine Baumann (beide Violine), Grégoire Babey (Viola) und Sibylle Bremi (Violoncello) spielen ausgewählte Stücke aus «Last Leaf» und «Wood Works», nordisch-traditionelle Stücke, arrangiert vom Danish String Quartett speziell für die Klangvielfalt eines Streichquartetts.

Die vier Musiker verstehen es, ihr Publikum in eine wundervolle Klangwelt zu entführen, mal fröhlich, mal poetisch, immer passend zur fantasievollen poetischen Geschichte des deutschen Kinderbuchautors Janosch. Die Handlung: Josa ist klein und gar nicht stark, wie soll er Köhler werden wie sein Vater? Er ist traurig. Da schenkt ihm ein Vogel eine Zaubergeige. Er übt und übt immer das gleiche Lied, er übt vorwärts und übt rückwärts. Wenn er die Melodie vorwärts spielt, beginnen Dinge zu wachsen, wenn er rückwärts spielt, werden sie kleiner. Josa macht sich auf ans Ende der Welt und erlebt so manches Abenteuer. Wenn also der Mond zu- und abnimmt, dann dürfte der kleine Josa auf seiner Zauberfiedel die Melodie vorwärts und rückwärts spielen.

Schauspielerin Nathalie Huber hat es verstanden, die Kinder in ihren Bann zu ziehen, weder die Kinder noch die Erwachsenen konnten sich der Magie dieser fantasievollen Geschichte entziehen. In verschiedensten Variationen spielten die Musiker die Zaubermelodie mal vorwärts, mal rückwärts, mal wurde es laut mal leise. Sie zeigten eindrücklich auf, wie man mit der passenden Musik eine Geschichte dramatisch ausschmücken kann.