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Rückkehr einer Koryphäe: Max E. Ammann ist nach 70 Jahren wieder einmal am Amriswiler Osterspringen

Max E. Ammann ist der Schöpfer des Springreiter-Weltcups. Der 80-jährige Thurgauer erzählt von seinen Begegnungen mit Prinz Philip und dem ehemaligen Volvo-Chef Pehr G. Gyllenhammar.
Manuel Nagel
Max E. Ammann beim Apéro der Ehrengäste. (Bild: Manuel Nagel)

Max E. Ammann beim Apéro der Ehrengäste. (Bild: Manuel Nagel)

Er ist eine Koryphäe im Pferdesport. «Es ist für jeden Veranstalter eine Ehre, wenn Max E. Ammann vorbeischaut», sagt Urs Himmelberger vom Osterspringen. Doch der 80-jährige Ammann, gebürtiger Ermatinger, war schon lange nicht mehr am Traditionsanlass in Amriswil. Sehr lange. 1948 fuhren das letzte Mal Gespanne am Osterspringen mit, sagt Ammann, so auch dessen Vater. Und seither war er zu Ostern nie mehr hier, wie er sagt. Ganze 70 Jahre. «Aber zwei-oder dreimal besuchte ich noch Robert Sallmann mit seiner Kutschensammlung.»

Zweites Wochenende des 99. Osterspringens

Nachdem die nationale Elite am Ostermontag um den Grossen Preis geritten ist, finden am darauf folgenden Wochenende die regionalen Springprüfungen statt. Diese haben bereits am Donnerstag begonnen und dauern noch bis und mit Sonntag. Das Programm findet sich auf der Website des Osterspringens zu finden. (man)

Hinweis
www.osterspringen.ch

Später wurde Ammann Journalist und er dachte, er könne ja auch über Pferdesport schreiben. Er war unter anderem auch in New York und schrieb in Deutsch, Englisch und Französisch. 1973 kam er zurück in die Schweiz und wurde Chefredaktor des Luzerner Tagblatts. Er liess sich jedoch vertraglich zusichern, dass er auch als Chefredaktor weiterhin an die Concours gehen und über Pferdesport schreiben dürfe.

Das Gespräch mit Max E. Ammann wird immer wieder unterbrochen, weil er von vielen Leuten begrüsst wird. So nun gerade von Charles F. Trolliet, dem Präsidenten des SVPS (Schweizer Verband für Pferdesport). Alle kennen Max E. Ammann, der aus Hickstead südlich von London oder aus Aachen berichtete, dem damals wie heute grössten Reitturnier der Welt. Dass er auch an Europa- und Weltmeisterschaften ebenfalls regelmässig dabei war, versteht sich von selbst.

Der neidische Blick zum Golf und zum Tennis

Journalisten und Reiter seien damals wie eine grosse Familie gewesen, hätten auch oft zusammen gegessen. Doch Mitte der 70er-Jahre seien die Reiter unruhig geworden. «Schau mal, wie die Golfer und Tennisspieler abkassieren, und wir reiten für 15000 Franken um den Grossen Preis von Aachen», hätten sie ihm gesagt. Die FEI, der Internationale Verband, sei ein Saftladen sagten die Spitzenreiter und wollten mehr Geld und Mitsprache. Sie schlossen sich 1977 in Genf zum International Jumping Riders Club zusammen. Ammann, Präsident der 1974 gegründeten Internationalen Pferdesport Journalisten Vereinigung, wurde nebst seines Jobs als Chefredaktor auch noch ihr Generalsekretär. «Wenn man jung ist, frisst man zu viel», sagt er und lacht.

Mit den zwei Seelen «Pferd» und «Journalismus» in seiner Brust kam ihm die Idee eines Weltcups. So traf er im Mai 1978 auf Schloss Windsor Prinz Philip, Ehemann von Königin Elizabeth, der damals Präsident der FEI war, und zeigte ihm das Reglement. «Er fand es eine gute Idee», erzählt Ammann. «Doch Prinz Philip sagte, er müsse das Reglement, das ich in amerikanischem Englisch verfasst habe, in ein richtiges Englisch übersetzen.» Und Ammann müsse den Weltcup leiten. Das waren die Bedingungen.

Nachtessen beim Präsidenten von Volvo

Ammann flog heim und dachte über die Finanzierung nach. Als Final des Weltcups kamen Genf oder Göteborg in Frage, die im Kalender die letzten Concours waren. Der Schweizer bevorzugte Genf, doch die wollten nicht. Also blieb Göteborg, wo Volvo den Concours sponsorte. Ammann rief einen Kollegen beim schwedischen Fernsehen an, er müsse den Präsidenten von Volvo kennen lernen. Eine Woche später bekam Ammann ein Telex von eben diesem Pehr G. Gyllenhammar. Darin stand: «Ich lade Sie am 28. August zum Nachtessen in meinem Haus ein.»

Ammann flog nach Göteborg, wurde am Flughafen von einem Volvo abgeholt und nach dem Essen erzählte er von seinen Plänen, dass er 480000 Franken brauche und der Weltcup-Final dann in Göteborg wäre. Plötzlich streckte Gyllenhammar die Hand aus und sagte: «It’s a deal.»

So konnte noch im Herbst 1978 der Weltcup starten, den Max E. Ammann ein Vierteljahrhundert bis ins Jahr 2003 leitete.

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