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Rothenhausen bietet Zuhause für einen Exoten

Ein Fasan fühlt sich derzeit im Thurgau heimisch. Das sei speziell aber gut möglich, sagt Roman Kistler von der Jagd- und Fischereiverwaltung. Familie Gubler beobachtet ihn öfters auf ihrem Hof.
Sabrina Bächi
Fasane sind Bodenbrüter und bevorzugen die offene Landschaft. (Bild: Getty Images)

Fasane sind Bodenbrüter und bevorzugen die offene Landschaft. (Bild: Getty Images)

Regula Gubler staunte nicht schlecht, als eines Tages ein farbenprächtiger Vogel vor ihrem Haus über den Rasen stolzierte und sich bei den Kirschen gütlich tat. Schnell war klar, das ist ein Fasan.

«Es gibt es immer wieder, dass Fasane im Thurgau auftauchen», sagt Roman Kistler, Leiter der Jagd- und Fischereiverwaltung Thurgau. Es seien jedoch Einzeltiere, die aus dem süddeutschen Raum kämen oder allenfalls aus einem Gehege ausgebüxt seien, sagt Kistler. Meldungen von einem Fasan in der Region Mittelthurgau sind bei ihm bisher noch keine eingegangen.

Roman Kistler, Leiter der Jagd- und Fischereiverwaltung des Kantons Thurgau. (Bild: Reto Martin)

Roman Kistler, Leiter der Jagd- und Fischereiverwaltung des Kantons Thurgau. (Bild: Reto Martin)

Die Tiere seien von August bis Februar jagbar und gelten als Delikatesse. Insbesondere in den 1970er-Jahren wurden deshalb mehrere Tiere angesiedelt, um sie später zu jagen. Fasane, ursprünglich aus dem asiatischen Raum stammend, könnten den Winter hier jedoch schlecht überleben. «Im Winter ist es zu kalt. Sie stossen an ihre Grenzen und überstehen diesen kaum. Ohne Zucht würde er hier gar nicht existieren können. In der freien Wildbahn stellt der Fasan deshalb für die hiesige Tierwelt kein Problem dar», sagt der Amtschef.

«Der Klimawandel könnte die Rückkehr des Fasans bedeuten.»

Die milderen Winter würden jedoch die Chance erhöhen, dass der Fasan das ganze Jahr im Thurgau leben könnte. Ob es dazu kommt, ist unsicher. Auf keine Fall sollte man den Vogel im Winter füttern. Der Fasan ist kein Waldvogel. Er sucht sich offene und übersichtliche Landwirtschaftsflächen.

Der Thurgau wäre diesbezüglich ein Paradies für den Vogel. Bei der Familie Gubler in Rothenhausen findet er genau das. Eine Obstanlage, viele offene Wiesenflächen und Landwirtschaftsfläche.

Regula Gubler erkennt ihn bereits an seinem Ruf, den sie oft hört. Immer wieder begegnet er ihr auch im Garten oder in der näheren Umgebung ihres Hofs. «Er ist aber immer alleine unterwegs», sagt sie. Die Freude über den farbigen Vogel ist gross: «Es ist ein spezielles und schönes Tier.»

Waschbär gesichtet

Doch damit nicht genug. Auch ein Waschbär hält sich vermutlich bei Familie Gubler auf dem Hof auf. «Zuerst dachte ich, es sein ein gut genährtes Füchslein, dann habe ich den geringelten Schwanz gesehen und auch die Geräusche, die er macht, sind unverkennbar», sagt Gubler.

Sie sei sich ziemlich sicher, dass ein Waschbär bei ihnen wohnt. Das, sagt Roman Kistler, sei gut möglich. «Ich habe jedoch seit zwei oder drei Jahren keine Meldungen von Waschbären erhalten», sagt er. Aber die Tiere könnten sich auch unheimlich gut verstecken. «Tagsüber sind sie irgendwo in einer Baumhöhle, die Chance, sie zu finden, ist sehr klein», sagt er.

Der Waschbär ist wie der Fasan kein heimisches Tier. Beide Wildtiere sind sogenannte Neozooten. In Deutschland, beispielsweise in der Stadt Kassel, gebe es eine richtige Waschbärenplage. «Einzelmeldungen im Thurgau sind jedoch nicht problematisch», sagt Kistler. Aber: Der Waschbär ist jagbar, und zwar das ganze Jahr über.

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