Rote Zahlen, aber keine roten Köpfe in Kradolf-Schönenberg

Das Budget 2019 der Politischen Gemeinde Kradolf-Schönenberg rechnet mit einem Defizit. Das vorhandene Eigenkapital macht den Verlust jedoch verkraftbar. Eine Anpassung des Steuerfusses ist nicht erforderlich.

Georg Stelzner
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Heinz Keller, Gemeindepräsident von Kradolf-Schönenberg, in seinem Büro. (Bild: Georg Stelzner)

Heinz Keller, Gemeindepräsident von Kradolf-Schönenberg, in seinem Büro. (Bild: Georg Stelzner)

Die Alarmglocken schrillen noch nicht – weder beim Gemeinderat noch bei den Steuerzahlern, obwohl das Defizit im Budget im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 50'000 Franken höher ausfällt.

«Es gibt gerade viele Sachen, die wir machen wollen und machen müssen», sagt Gemeindepräsident Heinz Keller zur aktuellen Lage. Die beruhigende Präzisierung folgt umgehend: «Die Situation ist aber nicht dramatisch und eine Erhöhung des Steuerfusses kein Thema.»

Verlust hat mehrere Ursachen

Das auf einem Steuerfuss von 59 Prozent basierende Budget der Erfolgsrechnung weist bei einem Umsatz von rund 11,5 Millionen Franken einen Verlust von 226'000 Franken aus. Eine monokausale Erklärung gibt es nicht. Laut Keller sind mehrere Faktoren für das Defizit verantwortlich.

Der Gemeindepräsident nennt die kostspieligen Investitionen in die EDV (sprich: Digitalisierung), die nochmals steigenden Kosten in den Bereichen Langzeitpflege und Spitex, die grösseren Beiträge für den öffentlichen Verkehr und die Aufwendungen für die Revision der Ortsplanung, mit der man heuer nicht wie geplant vorangekommen sei, die nun aber im nächsten Jahr umso stärker zu Buche schlagen werde.

Nettoinvestitionen von rund 2,5 Mio. Franken

Finanziell ins Gewicht fallen nach den Worten Kellers auch die kommunalen Wahlen und das Thurgauer Kantonal-Musikfest, welches Ende Mai/Anfang Juni in der Gemeinde Kradolf-Schönenberg statt­finden wird. Bei den Sozialkosten hofft der Gemeinderat, dass sich der diesbezügliche Aufwand in etwa auf dem gleichen Niveau wie 2018 bewegen wird.

Das Budget 2019 der Investitionsrechnung sieht Nettoinvestitionen von 2,478 Millionen Franken vor: Im steuerfinanzierten Bereich sind es 1,010 Millionen Franken, im gebührenfinanzierten 1,468 Millionen Franken. Floss das Geld 2018 mehrheitlich in Massnahmen für den Hochwasserschutz, so wird 2019 ein Hauptaugenmerk auf dem Ausbau und dem Werterhalt der Infrastruktur liegen. So möchte der Gemeinderat unter anderem die Sanierung der Buhwilerstrasse in Angriff nehmen.

Gemeinde soll steuerlich attraktiv bleiben

Gemäss Keller stellt eine Steuerfusssenkung derzeit keine Option dar. Andererseits sei der Gemeinderat aber bestrebt, auch eine Erhöhung zu vermeiden, damit Kradolf-Schönenberg in dieser Hinsicht ebenfalls attraktiv bleibt. Gewinne würden zur Vorfinanzierung bereits definierter Projekte verwenden. Das Eigenkapital beziffert Keller mit rund 2 Millionen Franken, was er für angemessen hält. Man müsse darauf achten, so Keller, dass dieses Niveau nicht markant unterschritten wird.

Drei Kreditbegehren und ein neues Reglement

Für die Sanierung der Buhwilerstrasse sowie der Wasser- und Elektrizitätsversorgung (Buhwilerstrasse) in Schönenberg stellt der Gemeinderat an der kommenden Gemeindeversammlung drei Kreditanträge mit einer Gesamthöhe von 2,038 Mio. Franken. Ebenfalls traktandiert ist das neue Reglement für den Feuerwehrzweckverband Sulgen-Kradolf-Schönenberg. Nach der Versammlung stellen sich jene Frauen und Männer vor, die für einen Sitz im Gemeinderat Kradolf-Schönenberg kandidieren. Die Wahl findet am 10. Februar 2019 statt. (st)

Die Gemeindeversammlung der Politischen Gemeinde Kradolf-Schönenberg findet am Montag, 26. November, ab 20 Uhr in der Mehrzweckhalle von Kradolf statt.