«Rössli Beck» schliesst sein Ladenlokal in Sulgen und vergrössert sich

Edgar Ehrbar vergrössert die Produktion seiner Bäckerei in Sulgen – muss jedoch dafür ein grosses Opfer erbringen.

Manuel Nagel
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Edgar Ehrbar steht vor seiner Hauptfiliale in Sulgen mit dem Bäckereiladen (hinten links). Nun kommen rechts davon die Räumlichkeiten einer ehemaligen Physiotherapiepraxis hinzu. Die ganze Fläche wird künftig für die Produktion genutzt, das Ladenlokal schliesst.

Edgar Ehrbar steht vor seiner Hauptfiliale in Sulgen mit dem Bäckereiladen (hinten links). Nun kommen rechts davon die Räumlichkeiten einer ehemaligen Physiotherapiepraxis hinzu. Die ganze Fläche wird künftig für die Produktion genutzt, das Ladenlokal schliesst.

(Bild: Reto Martin)

Eigentlich sei er ein Mann, der schnelle Entscheide fälle, sagt Edgar Ehrbar über sich selbst, «aber diesmal habe ich die Sache lange vor mir hergeschoben.» Dies deshalb, weil Ehrbar bis zuletzt nach einer anderen Lösung als der jetzigen gesucht hat – doch es blieb die einzige realistische Variante.

Als Edgar Ehrbar 1995 mit seiner Bäckerei aus dem Oberdorf in die neue «Rössli»-Überbauung umzog, da hätte er «nie im Traum» daran gedacht, dass er da einst Platzprobleme bekommen würde. Doch von Sulgen aus expandierte der «Rössli Beck» in den Oberthurgau nach Amriswil, Romanshorn, Muolen und seit kurzem auch ins Fürstenland nach Arnegg.

Eröffnung einer neuen Filiale in Arnegg

Ende letzten Jahres expandierte der «Rössli Beck» in Richtung Fürstenland. Aus der Konkursmasse der Gossauer Bäckerei Gehr konnte Edgar Ehrbar deren Filiale in Arnegg übernehmen, ideal gelegen an der viel befahrenen Hauptstrasse zwischen Bischofszell und Gossau.

«Wir sind sehr gut gestartet», sagt «Rössli Beck»-Inhaber Ehrbar. Damit habe man nicht rechnen können, da die Arnegger und Andwiler während rund fünf Monaten keinen Beck mehr im Dorf hatten. Während die ehemalige Gehr-Filiale in Andwil geschlossen bleibt, ist man im benachbarten Arnegg froh, dass es wieder einen Beck gibt. «Ich habe viele schöne Reaktionen bekommen», sagt Ehrbar. Und auch aus Andwil kämen nun Kunden in seine neue Filiale herunter. (man)

So ist die Produktionsstätte, die neben dem Ladenlokal an der Bahnhofstrasse 12 in Sulgen liegt, nicht mehr zeitgemäss und zu klein geworden. «Um mein Geschäft weiterzuentwickeln, musste ich eine Lösung dafür finden», sagt Ehrbar.

Suche nach einer zeitnahen Lösung für das Dorf

Er prüfte verschiedene Varianten, so auch einen Neubau. Bedingung dafür wäre jedoch gewesen, dass er die Räumlichkeiten in der «Rössli»-Überbauung hätte verkaufen können – doch es fand sich kein Interessent. Als nun der Raum der benachbarten Physiotherapiepraxis frei wurde, griff Ehrbar zu und baut nun am jetzigen Standort die Produktion aus. «Vor allem für den Traiteur-Bereich, weil wir Bäcker auch immer mehr Restaurations- und Cateringbetriebe werden», sagt Edgar Ehrbar.

Die Vergrösserung der Produktion am bisherigen Standort bringt jedoch nebst der erfreulichen Komponente auch einen grossen Nachteil mit sich: Das Ladenlokal und das Café müssen weichen. Ein Entscheid, der Ehrbar sichtlich schmerzt, weshalb er auch lange zugewartet hat, diesen zu fällen. Aber Edgar Ehrbar sagt:

«Es geht nicht anders.»

Am Sonntag, dem 12. Januar, wird deshalb das Ladenlokal in Sulgen zum letzten Mal geöffnet sein. Ab Montag starten die Vorbereitungen für den Umbau. Doch Ehrbar sucht bereits intensiv nach einer Lösung fürs Dorf, damit Sulgerinnen und Sulger auch in Zukunft seine Backwaren direkt vor Ort beziehen können. Es sei nicht ausgeschlossen, dass es in Sulgen wieder ein Café mit Laden gebe - «halt nur nicht sofort», sagt Ehrbar. Er ist sich bewusst, dass dies für viel Gesprächsstoff im Dorf sorgt. Aber Ehrbar muss schliessen, weil es dem «Rössli Beck» nicht schlecht, sondern weil es ihm gut geht.