Romanshorner wollen Putzmaschine häufiger einsetzen

Einwohner fordern beim Stadtgespräch dass die Strassen wieder intensiver gewischt werden. Das wird aber nicht passieren. Aus Spargründen.

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Die Putzmaschine ist im Romanshorner Strassennetz jeden Monat gut 40 Stunden im Einsatz.

Die Putzmaschine ist im Romanshorner Strassennetz jeden Monat gut 40 Stunden im Einsatz.

Bild: PDDie 

(afl/red) Die Bürsten fegen über den Asphalt. Die Putzmaschine saugt den Dreck von den Strassen und Trottoirs. Gerade gestern war sie wieder unterwegs. Zumindest einmal im Monat wird laut Stadtrat Christian Zanetti jede Strasse gefegt. Einigen Romanshornern ist das offenbar zu wenig. Die Sauberkeit war nämlich Thema beim letzten Stadtgespräch. Zanetti sagt:

Christian Zanetti, Stadtrat Ressort Hoch- und Tiefbau.

Christian Zanetti, Stadtrat Ressort Hoch- und Tiefbau.

Bild: Donato Caspari
"Einige hätten es gerne noch sauberer."

In den acht Monaten, die er nun im Amt ist, sei er bereits mehrmals auf die Sauberkeit der Stadt angesprochen worden. Manche hätten das Gefühl die Putzmaschine sei heute im Vergleich zu früher weniger im Einsatz. Das räumt auch Zanetti ein. Die Putzmaschine sei aus Spargründen tatsächlich seltener unterwegs. Dafür sei sie dieses Jahr auch in den Wintermonaten im Einsatz, weil es bisher noch keinen Schnee gibt. «Wenn Schnee auf der Strasse liegt oder gesalzen werden muss, pausiert die Putzmaschine, damit sie nicht rostet.» Aufgrund des aktuellen Interesses hat die Stadt beschlossen, via Medienmitteilung über den Einsatz ihrer Putzmaschine zu informieren.

Putzmaschine fegt jährlich über 10 Tonnen Dreck weg

Das Netz umfasst derzeit rund 50 Kilometer Strassen. Zusammen mit den Trottoirs decke eine Tour der Putzmaschine durch die ganze Stadt also gegen 100 Kilometer ab. Das ganze Gebiet werde jeden Monat einmal durchgefegt. Dafür werden gut 40 Stunden aufgewendet. «Wir sind der Ansicht, dass wir damit einen hohen Sauberkeitsstandard erreichen», sagt Zanetti. Dieser sei aber nicht in Stein gemeisselt. Pro Jahr würden in Romanshorn rund 10 bis 15 Tonnen Dreck aufgewischt. Insgesamt kommt die Putzmaschine auf rund 500 Arbeitsstunden und spult etwa 1000 Kilometer ab. Besonders intensiv geputzt wird zusätzlich nach Festivitäten wie beispielsweise der Fasnacht, dem Jahrmarkt, dem Lenz und dem Slowup.

Sicherer Verkehr dank sauberen Strassen

Es geht aber nicht nur um die Sauberkeit. «Saubere Strassenbeläge sorgen für Sicherheit, und das nicht nur für Autofahrende, sondern insbesondere auch für den Langsamverkehr», schreibt die Stadt. Weiterer Grund für den Kehr ist eine einwandfrei funktionierende Entwässerung. So sorgt die Putzmaschine dafür, dass Ablaufrinnen und Schachtdeckel frei von Laub und Dreck sind, damit das Wasser abfliessen kann. «Deshalb ist die Putzmaschine vor allem nach Unwettern vermehrt anzutreffen», erklärt Zanetti.

Mehr Einsätze würden Kosten in die Höhe treiben

Einige Reinigungsaufgaben erledigt die Stadt auf Auftragsbasis: So säubert sie beispielsweise die Trottoirs entlang der Kantonsstrassen. Die Putzmaschine hat in Romanshorn übrigens eine lange Tradition: Bereits seit 40 Jahren ist eine solche im Einsatz. Doch jeden Dreck kann sie nicht aus dem Weg räumen: Bei gröberen Verunreinigungen, verursacht beispielsweise durch Littering, säubern die Mitarbeitenden des Werkhofes von Hand.

Zanetti betont: Das dass Empfinden von Sauberkeit auch in der Stadt Romanshorn immer subjektiv sei. «Die einen wünschen sich, dass die Putzmaschine öfter ihre Runden dreht. Die anderen wollen genau diese Kosten sparen.» Der Stadtrat sei um einen sinnvollen Einsatz der Putzmaschine und um eine saubere Stadt bemüht, die vielen Romanshornern am Herzen liegt. «Genau darum werden wir das Thema gelegentlich diskutieren.» (afl/red)