Kommentar

Romanshorner Stadtpräsidentenwahl: Weshalb ein politisch unerfahrener Kandidat David H. Bon alt aussehen lässt

Stadtpräsident David H. Bon muss nach bald acht Jahren im Amt um die Wiederwahl bangen. Der Parteilose, politisch unerfahrene Roger Martin aus Salmsach distanziert den FDP-Kantonalparteipräsidenten um Längen und geht als klarer Favorit in den zweiten Wahlgang am 31. März.

Markus Schoch
Drucken
Teilen
Markus Schoch

Markus Schoch

Die beiden Männer werden das Rennen unter sich ausmachen. Daniel Sommer von der SVP hat bereits aufgegeben, und Turi Schallenberg wird nicht zulegen können, wenn er nochmals antreten sollte. Die Stimmen von Sommer werden sicher nicht zu ihm wandern. Für SVP-Wähler ist der Sozialdemokrat keine Alternative zu den beiden bürgerlichen Kandidaten.

Für Bon sieht es zwar schlecht aus. Die Lage ist aber nicht hoffnungslos. Er ist aber auf die Schützenhilfe von Schallenberg angewiesen, wenn er sich noch Chancen ausrechnen will. Nur wenn sich der Grossratspräsident zurück zieht, ist der Kampf für den FDP-Politiker noch nicht ganz verloren. Andernfalls dürfte die Sache so gut wie gelaufen sein.

Bon hat in den letzten Wochen alles versucht, um sich volksnah zu geben. Er hat Anzug und Krawatte abgelegt und sich einen Rollkragenpullover angezogen. Und er hat sich als einfacher Helfer beim Kantonalturnfest inszeniert.

Viele Romanshorner haben ihm den Rollenwechsel offenbar nicht abgenommen. Für sie blieb er der Stadtpräsident, der über ihre Köpfe hinweg die Zukunft der Stadt plant. Weit weg von der finanziellen und politischen Realität. Erschütternd muss für Bon sein, dass Martin gar nicht viel ändern will und Antworten auf konkrete Fragen offen lässt. Er ist einfach umgänglicher.